Nach eineinhalbjähriger Planungszeit hat der Ortsverband Oldenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe gestern das neue Spezialfahrzeug für den Intensivverlegungsdienst des Landes Niedersachsen vorgestellt. Bei der Präsentation auf dem Hubschrauberlandeplatz des Städtischen Klinikums Oldenburg waren u.a. Professor Dr. Andreas Weyland, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Oldenburg, Markus Gehra, Fachoberarzt Anästhesie und Ärztlicher Leiter ITW, Jörg Gellern, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst in Oldenburg, Stefan Thate, Leiter Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr Oldenburg sowie einige Vertreter der Johanniter beteiligt. Sascha Fröschke, Lehrrettungsassistent und Teamleiter des Intensivverlegungsdienstes Niedersachsen am Standort Oldenburg, stellte das Fahrzeug ausführlich vor.
Der ITW auf MAN-Basis ersetzt einen Mercedes Vario, der den Anforderungen einer modernen intensivmedizinischen Versorgung nicht mehr gerecht wurde. In dem neuen Fahrzeug ist eine ECMO-Therapie ebenso problemlos möglich wie eine umfassende Blutgasanalyse, wie Fröschke ausführte. Zudem verfügt der ITW über einen Intensivrespirator, eine Beatmungseinheit, Intensivmonitoring, Perfusoren, Infusomaten, Defibrillator und etliche weitere medizintechnische Gerätschaften. Das Fahrzeug, das von Ambulanzmobile Schönebeck ausgebaut wurde, bietet dem dreiköpfigen Personal im Kofferaufbau ausreichend Platz für die medizinische Versorgung, die „wie auf einer Intensivstation, wenn nicht sogar besser“ erfolgen soll, wie Gehra erklärte, und mit dem Patienten mit einem Gewicht von 5 bis 318 kg transportiert werden können. Auf das einzige Problem eines solchen Fahrzeugs, das mit Anschaffungskosten von 260.000 Euro zu Buche schlägt, wies Gellern hin: Nicht jedes Krankenhaus verfügt über eine Notaufnahme, die mit dem 7,5-Tonner direkt angefahren werden kann. „Aber dafür gehen wir lieber mal 10 Minuten durch den Regen mit dem Patienten“, so Gellern.
Mehr über das Fahrzeug lesen Sie in der nächsten RETTUNGSDIENST.



Kommentare
ich finde Überlegungen und Projekte zur Verbesserung der Versorgung von Menschen immer besser als Überlegungen zur Mehrung der Gewinne einiger Unternehmer oder Kapitalgesellschaften. Deshalb Gratulation zum Fahrzeug. Bin schon gespannt auf die Erfahrungen dieser Lösung.
Gruß Jan
Na ob das die Gerätetechnik auch so sieht ... :D
Stell ich mir spannend vor: Mit IABP und ECMO durch den Regen.
Super wenn solch ein Auto Menschen planen und leiten, die anscheinend keine Ahnung haben von dem, was sie da tun.
MfG Steingrobe
Keine Frage, spezielle ITW sind wichtig für die sich immer weiter spezialisierende Krankenhauslandschaft, aber was sollen Prestige-Fahrzeuge wie dieser LKW, wenn damit nicht alle Kliniken otimal erreichbar sind?
Wie kommt man eigentlich auf die Idee, den frontseitigen Funkrufnamen direkt im Sichtfeld des Fahrers anzubringen?
Weitere Bilder und ein paar Zusatzinfos gibt`s hier:
http://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/84150/#/148730
Also wie auf jedes Rettungsmittel darf nur die 112! Alles andere ist Hohn!
Diese Aussage ist Patienten(Menschen)unwürdig! Patient = Kunde!!! Oder werden diese wie eine Paketsendung behandelt.
Naja meine Herren...
Grundsätzlich ist das ein Geschoss. Damit ganzet schön über die BAB brummen und überall wo Du hinkommst, folgen Dir die Blicke. Okay. Das Problem, dass nur wenige KH von dem FZ angefahren werden können ist gegeben. In meinem LK gibt es 3 KH und nur bei 1 könnte das FZ anfahren, das KH ist wiederrum nur ein kleines (Interne und bißchen Chrirugie), also keine ITS-Pat..
Naja, ist zwar schwarzer Humor, aber bei den KH´s hier sterben die Patienten die so ein FZ brauchen, ausserdem wird das Auto hier nicht angefordert, bis der da ist, sind wir mit RTW und dem Patienten nach OL oder OS gepimelt. Das KH muss den Pat. ja schnell loswerden, nicht dass der auf der ITS verstirbt, ist schlecht für die Statistik. Man könnte natürlich einen Tag vorher den Pat. verlegen, aber da wird erst noch ne´ Runde "rumgebummelt", bis es dann wirklich dringend ist und dann ist für den Akkon 87/23 keine Zeit mehr.
@Jan: Meinen kritischen Vorschreibern schließe ich mich an. Deine von Dir so gescholtenen Kapitalisten, pardon Unternehmern, unterscheiden sich meist von den anderen Mitbewerbern dadurch, dass hier der Bedarf gründlicher hinterfragt wird. Denn wenn man für derartige Imageprojekte (je größer, je toller) selbst die finanzielle Verantwortung trägt, geht man auch verantwortungsvoller mit dem Geld um. Aber das wird ja bei den Kommunen erst noch gelernt (siehe Sachsen-Anhalt).
vielen Dank für die Blumen. In diesem Fall stimme ich Theodor (im ersten Absatz des Beitrags) mal eindeutig zu. Mir sind die Zusammenhänge des landesweiten ITW-Konzepts in Niedersachsen durchaus bekannt. Dir offensichtlich ja nicht. Insofern sehe ich Deinem fachlichen Abstieg in die persönliche Schiene doch gelassen. Ich wiederhole meine Auffassung und Ansicht für Dich gerne erneut: Ich habe grundsätzlich nix gegen Private. Nenne mir einen Privaten, der bei völlig gleichen Bedingungen es besser erledigen kann als die anderen Akteure, dann verspreche ich Dir, keine Beiträge mehr zu posten. Bis dahin musste einfach mal locker bleiben.
Kommunalen Gruß aus dem Norden
Jan