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ADAC übernimmt Luftrettung in Augsburg

08.08.2012, 12:03 Uhr

Foto: H. Scholl

Bayern mit 13 Luftrettungsstützpunkten

Wie die „Augsburger Allgemeine“ heute berichtet, hat der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Augsburg den ADAC mit dem Betrieb des zukünftigen Rettungshubschraubers (RTH) am dortigen Klinikum beauftragt. Die gelbe Einsatzmaschine soll ab dem 1. April 2013 vom Dach des Klinikums Augsburg schnelle Hilfe aus der Luft bringen. Dazu soll ein Dachlandeplatz bestehend aus einer Flugbetriebsfläche, Hangar, Sozialräumen und Tankanlage in 58 m Höhe mit einem Finanzvolumen von 5,5 Mio. Euro errichtet werden.

Die Bauzeit soll etwa ein halbes Jahr betragen, sodass die Luftrettung im kommenden Frühjahr starten kann. Mit dem RTH in Augsburg wird Bayern dann über 13 Luftrettungsstützpunkte verfügen. Der ADAC wird nach der Stationierung eines weiteren RTH in Augsburg an 35 Luftrettungszentren präsent sein. Durch die Stationierung in Augsburg soll eine weitere Optimierung der Luftrettung im Freistaat erfolgen. Zunächst wird der ADAC in Augsburg mit eigenem Personal an den Start gehen. (Scholl)

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Kommentare

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08.08.2012, 13:19 Uhr von Stefan
Auch wenn die Standortwahl dort in der Region umstritten bleiben wird, so ist ein weiteres Luftrettungsmittel entlang der Achse A 8 Stuttgart-München ein weiterer Zugewinn.

Bleibt zu hoffen, dass auch noch eine bessere Lösung für den Bereich Franken im Grenzbereich zu Baden-Württemberg gefunden wird, um auch hier die letzten Lücken zu schließen. Die Verlegung des Chr. Nürnberg um 40-50 km nach Süden wird hier keinen nennenswerten Beitrag leisten.
08.08.2012, 19:07 Uhr von Christian
Was mich interessieren würde, wie der „Christoph Augsburg“ dann personell besetzt wird. Ob dieser so besetzt wird wie in Murnau mit Rettungsassistenten und Pflegepersonal des Klinikums oder extern.
09.08.2012, 11:16 Uhr von Sepp
Die Luftrettungsbetreiber werden vermutlich künftig alle mit eigenem RD-Personal tätig werden, weil die bisher praktizierten Methoden eventuell als illegale Arbeitnehmerüberlassung erscheinen könnten.
09.08.2012, 12:11 Uhr von Helmut
Dass der ADAC Augsburg übernimmt, ist für mich keine Überraschung. So wie beim Standort massiv politisch Einfluß genommen wurde, lief es wohl auch beim Betreiber. Ich bin mit Sepp einig, dass zukünftig eher eigenes Stammpersonal an den Stationen zum Einsatz kommt und Personal der regionalen RD-Träger ( z. B. als Freelancer) Springerdienste übernehmen.
Die Besetzung des RTH mit "normalem" RD-Personal ist zwar bisher noch überwiegend üblich und machbar, die (arbeits-)rechtlichen Rahmenbedingungen dafür sind aber nicht immer ganz einfach einzuhalten.
09.08.2012, 13:23 Uhr von Lothar
Das nicht-ärztliche medizinische Personal (=Rettungsassistent/-in) des RTH Augsburg wird durch das BRK Augsburg-Stadt gestellt.
09.08.2012, 14:56 Uhr von Sepp
@Lothar
Stellt das BRK dem ADAC die Personalkosten in Rechnung oder wie läuft das ab?
Das RD-Personal wird in der Regel von den Kassen bezahlt für den bodengebundenen RD!
10.08.2012, 22:37 Uhr von Uli
@Stefan:
Die Stationierung von RTH richtet sich nicht nach der Verkehrsinfrastruktur, erst recht nicht nach Autobahnen. In der Regel ist zudem in der primären Luftrettung der Anteil chirurgischer Notfälle etwa 40 bis 60 %. Verkehrsunfälle stellen dabei wiederum nur einen Teil dar. Die Verlagerung von „Chr. Nürnberg“ nach Roth wird von Fachleuten allgemein auch als Unsinn bezeichnet und dürfte keine Lösung für Donau-Ries darstellen. Es ist eine politische Beruhigungsaktion, die gleichzeitig Unruhe hervorruft!

@Helmut
Die allgemeine Aussage zur Herkunft der HCM ist so nicht richtig. Die DRF Luftrettung hat schon lange fast nur eigenes Personal.

@Sepp
Üblich ist bei Neuvergaben die Verantwortung des Betreibers einschließlich des medizinischen Personals. Und das geht ganz einfach durch vertragliche Regelung, also z.B. mit einer Klinik für die Ärzte oder einer Hilfsorganisation für die RAs. Ich kenne kein Personal, dass von den Kostenträgern bezahlt wird. Es ist beim Betreiber des RD angestellt, der wiederum mit den Kostenträgern abrechnet. Und genauso verhält es sich in der Luftrettung. In den meisten Fällen erfolgt die Abrechnung auf Grundlage von Verhandlungen zwischen Betreiber und Kostenträger, also einschließlich Kosten für den Flugbetrieb, Infrastruktur, Personal und ggf. nach örtlichen Bedingungen für zusätzliche Kostenpositionen. Es gibt aber auch Stationen, bei denen der Träger selbst die abrechnende Stelle ist. Nicht bei allen Betreibern der Luftrettung ist die Anstellung von eigenem Personal, bezogen auf HCM, aus rein rechtlichen Gründen möglich.

@Ulrich
Aus der Konstellation von ADAC-eigenem Personal an einzelnen Standorten (Leipzig, Lünen, Mainz, einzelne Personen und Funktionen) kann man nicht auf generelle Verfahrensweisen schließen. Noch ist der Träger der Station für die Ausgestaltung und auch vertragliche Regelung mit dem Betreiber zuständig. Die ADAC-Luftrettung GmbH als Leistungserbringer und Betreiber hat keine eigenen angestellten HCM. Die besagten HCM sind angestellt bei einer ganz anderen Gesellschaft des ADAC mit der Genehmigung zur Überlassung von Arbeitnehmern, volkstümlich auch Leiharbeitsfirma genannt.

@Christian
Eine Klinik stellt generell kein Pflegepersonal als HCM.

Insgesamt ist die Standortentscheidung für Augsburg eine rein politische Entscheidung gewesen und nicht auf Grundlage eines vorhandenen Gutachtens getroffen worden. Nach wie vor besteht im Bereich Donau-Ries eine Unterversorgung, die noch nicht gelöst ist. Das Rumeiern der Politik ist grauenhaft. Zudem hat die zweimalige Ausschreibung für Augsburg die Schwierigkeiten aufgezeigt, ein Luftrettungszentrum zu akzeptablen Kosten und wirtschaftlich zu betreiben, da die erforderliche Infrastruktur im Vergleich zu anderen Neubauten relativ teuer ist.
12.08.2012, 09:34 Uhr von Manne
Meine Informanten sagen, dass der ADAC selbst einstellen will, bzw. erst einmal erfahrene Leute von anderen Standorten die neuen MA einarbeiten werden.
13.08.2012, 10:31 Uhr von Helmut
@ Uli
Die Aussage "die DRF hat .. fast nur eigenes Personal" stimmt so nicht. Nach wie vor greift die DRF gerne auf die Unterstützung der regionalen HiOrg zurück.
Spontan fallen mir da ein paar Stationen ein, an denen der HCM von den RD-Organisationen gestellt wird. In Weiden z.B. wird der RTH durch RA der ILS besetzt, in Leonberg und Villingen-Schwenningen von den örtlichen HiOrg. Auch in Ochsenfurt flogen bis zum Betreiberwechsel RA der HiOrg. In Göttingen teilen sich meines Wissens nach wie vor die Berufsfeuerwehr, das Klinikum und die DRF die HCM-Gestellung. Die ITH in München, Berlin und Nürnberg werden durch HCM des ASB besetzt, in Regensburg kommen sie vom BRK. Auf dem CHR 51 fliegt zwar überwiegend DRF-eigenes Personal, es kommen aber auch RA des DRK zum Einsatz, die aber meines Wissens diese Dienste in ihrer Freizeit übernehmen.
13.08.2012, 13:51 Uhr von Stefan
@Uli
Ist mir schon auch klar, dass ein RTH-Standort sich nicht nach der Autobahn richtet. Aber beim nächsten MANV mit Flugwetter entlang dieser Achse oder auch anderen Verkehrswegen wird man froh über diesen zusätzlichen RTH sein.
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