„Eine Reform zur Bündelung der Leitstellen, wie sie jetzt für die Polizei vorliegt, fordern wir seit Jahren auch für die Organisation des Rettungsdienstes und der Feuerwehr“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg am Donnerstag aus Anlass des 8. Stuttgarter Intensivkongresses. Innenminister Reinhold Gall (SPD) hatte am 25. Januar 2012 in Stuttgart die Eckpunkte der Polizeireform vorgestellt, wonach es in Baden-Württemberg künftig nur noch 12 regionale anstatt 41 Leitstellen geben soll. „Acht Integrierte Leitstellen wären für die Organisation des Rettungsdienstes landesweit die richtige Größenordnung“, betonte Hermann.
Laut AOK Baden-Württemberg bestehen in Baden-Württemberg derzeit 34 Rettungsleitstellen ohne gegenseitige Vernetzung. Durch eine Bündelung und Verknüpfung von Leitstellen könnte das Personal effektiver eingesetzt werden und die neuen Leitstellen wären ökonomischer. „Allein die Kosten für die geplante Einführung des Digitalfunks würden sich auf rund 30 Mio. Euro belaufen, wenn wir die aktuellen Strukturen beibehalten. Dieser Investitionsaufwand könnte gedrittelt und besser in die Versorgung investiert werden. Wir müssen uns also wirklich fragen, ob wir solche Summen in eine Struktur investieren, die absolut nicht zukunftsfähig ist“, so Hermann.
Eine Bündelung der Leitstellen würde laut AOK Baden-Württemberg aber auch deutliche Vorteile in den Notfall-Situationen bringen. Durch mehr Personal in der anrufaufnehmenden Leitstelle könnten die Einsätze auch bei stärkerem Einsatzaufkommen schneller vermittelt und dadurch die Eintreffzeiten verkürzt werden. Hinzu komme, dass die Disponenten landesweiten Zugriff auf alle freien Kapazitäten hätten und so weitere Zeit für Anfahrtswege und Wartezeiten eingespart werden könne. Durch die Vernetzung der Leitstellen untereinander wäre weiterhin ein geordneter Ablauf im unwahrscheinlichen Fall eines technischen Ausfalls einer Leitstelle besser als heute gesichert.


Kommentare
Weniger Leitstellen = mehr Ressourcen = kürzere Hilfsfristen? Im Einzelfall sicher möglich. Wenn die Dislozierung der Kfz allerdings so gehalten wird, wie es mir bisher bekannt ist, tut sich wahrscheinlich da nur wenig.
Weniger Leitstellen = geringere Kosten? Nach der Umgliederung und Digitalfunk etc. auf lange Sicht bestimmt.
Fusion der KK, wie im Vorpost schon geschrieben, spart ebenfalls und macht Mittel frei, die dem System sicher gut tun.
Leitstellenzusammenlegung macht absolut Sinn. Das Argument der Einsparung ist allerdings meist unzutreffend. So z.B. nicht in Schleswig-Holstein: http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=73724
Gleichwohl ist eine Konzentration der Kompetenz an einem Ort absolut sinnvoll. Man sollte auch sogleich eine räumliche Nähe zwischen Polizei, Brandschutz und Rettungsdienst herstellen, bei weiterhin getrennter Aufgabenwahrnehmung. Das funktioniert, kann man sich in Norddeutschland selbst ansehen.
Ich bin eindeutig gegen eine großräumigere Kassenzusammenlegung! Als die Kassenverhandler noch aus der jeweiligen Kreisgeschäftsstelle kamen, waren noch bürgernahe Verhandlungsergebnisse möglich. Je länger der Anreiseweg der Kassenverhandler wurde, desto zahlenorientierter wurden die Verhandlungsergebnisse.
Kommunalen Gruß
Jan
Man würde sich dann pro Geschäftsstelle einen Geschäftsführer und Stellvertreter sparen. Dies alles würde im Sinne der Beiträge sein.
Zum Thema Kassenzusammenlegung. Gerade die Vielfalt der GKV verbrennt Millionen ohne, daß der Bürger hiervon einen effektiven Nutzen hätte. Orts-/Kreisnahe Strukturen sind unbedingt zu befürworten aber warum muß diese Versorgung durch mehrere Kassen, die per Gesetz alle die selben Aufgaben haben, wahrgenommen werden?
Interessant auch weitere Ausagen des Vertreters der größten Kasse:
ILS braucht's nicht.
Im Gegenteil da wo Leitstellen von FW und RD zusammengelegt werden da gibts auf einmal 50% mehr NA-Einsätze! Und das müßte doch nicht sein.
Und dann auch noch dieser Digitalfunk! Also das ist ja wohl hinausgeschmissenes Geld weil der analoge tuts genauso.
Aber so wie ich die AOK kenne, wirtschaften die wieder nur in ihre eigene Tasche, der Rettungsdienst geht leer aus, Personalkosten bleiben zu hoch, also leidet die Qualität.
Aber was interessiert die AOK schon ein Patient. Interessiert andere ja auch nicht mehr, also warum mehr Geld investieren als unbedingt nötig.
Aber die gleiche AOK hat vergangenes Jahr ein ernsthaftes Papier mit HiOrg und Ministerien unterzeichnet, welches realistische Größen vorsieht. Möge sich nun jeder selbst ein Bild machen, ob die AOK an der Stelle seriös arbeitet. Als RD-Mitarbeiter hat man ja auch freie Krankenkassenwahl!