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Bayern soll gegen Notfallsanitätergesetz stimmen

17.10.2012, 10:36 Uhr

Foto: K. von Frieling

Forderung des 71. Bayerischen Ärztetags

Der 71. Bayerische Ärztetag, der vom 12. bis 14. Oktober 2012 in Augsburg stattfand, hat u.a. einige Beschlüsse gefällt, die den Rettungsdienst betreffen. So bittet er die Bayerische Staatsregierung, im Bundesrat gegen das Notfallsanitätergesetz in der derzeit im Bundeskabinett verabschiedeten Fassung zu stimmen. Zur Begründung heißt es dazu im von Professor Dr. Sefrin eingebrachten Entschließungsantrag, dass die derzeitige Fassung eine Reihe von Unzulänglichkeiten enthalte. Als Beispiele werden die Finanzierung, die Übergangsregelungen und die ärztliche Fachaufsicht genannt. Ein wesentliches Ziel des Gesetzes sei jedoch die umfassende und unlimitierte Verantwortlichkeit des zukünftigen Notfallsanitäters. Diese stelle bei der jetzigen Formulierung des Gesetzes den Einstieg in die nicht-ärztliche heilkundliche Versorgung der Notfallpatienten dar. Grundsätzlich befürworte die bayerische (Not-)Ärzteschaft die Verabschiedung eines NotSanG mit einer dreijährigen Ausbildungszeit, wobei allerdings das Ausbildungsziel überarbeitet werden müsse.

Der Bayerische Ärztetag fordert zudem die Durchführenden des Notarztdienstes (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns) und die Kostenträger (Krankenkassen) auf, die Voraussetzungen für die weitere Vergütung der Notarzteinsätze zu schaffen und von einer Absenkung Abstand zu nehmen. Bei der Umsetzung des neuen Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (BayRDG) fordert er, dass für die Sicherung der Vergütung der Notarzteinsätze nach dem novellierten BayRDG zur Identifikation des Patientenkontaktes eine eindeutige Patientennummer geschaffen wird, die auch bei rettungsdienstbereich-übergreifenden Einsätzen nur einmal pro Patient von der Integrierten Leitstelle vergeben wird.

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Kommentare

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17.10.2012, 11:20 Uhr von Jürgen
Kann man eigentlich auch endlich mal gegen diesen Dr. Sefrin stimmen?
17.10.2012, 11:40 Uhr von Olaf
Es ist immer wieder nett zu sehen, wie die Dinosaurier im System, die wie alle anderen Zeit für "Änderungswünsche" hatten, jetzt wieder quertreiben. Die Masse der im RD tätigen will den NA nicht abschaffen und die Tatsache, dass wir nach Inkrafttreten einen Flickenteppich aus Freigaben durch die Ärztlichen Leiter haben werden, der dem Ganzen sehr wohl diverse Limitierungen setzen wird, wird anscheinend ausgeblendet.
17.10.2012, 12:00 Uhr von chris
Mich würde brennend interessieren, wie das DRK-Präsidium sich zu diesem Vorstoß positioniert. Herr Prof. Sefrin ist in diesem Gremium Mitglied in der Funktion als Bundesarzt. Das GS dürfte eigentlich "not amused" sein.
17.10.2012, 13:02 Uhr von Steffen
Schmeißt dem modernen Rettungsdienst bitte noch ein paar Steine in den Weg. Danke.
17.10.2012, 14:43 Uhr von Jupp
@Chris: Danke, genau denselben Gedanke hatte ich auch ... Wie kann der "ehrenwerte" Prof. Sefrin hier wieder mal zeigen, wie toll Ärzte sind und schlägt damit dem "eigenen" DRK-Präsidium – und nicht nur dem – so ein dickes blaues Auge ... Doch was sind zig Rettungssanitäter und Rettungsassistenten des DRK unter dem Bundesarzt Prof. Sefrin gegen die vielen bayrischen Ärzte ...

Vielleicht war auch das Weizen in Augsburg schlecht bei dem "Dino"... Doch wenn er sagt, dass er sich ja nicht gegen seine Kolleginnen und Kollegen "Heilberufler" wehren konnte, dann wird das GS schon wieder einschlafen und in die berühmte Lethargie verfallen ...

Es ist einfach schön, immer wieder zu sehen, wie man mit Lobbyisten nicht (!) arbeiten kann ...
17.10.2012, 15:03 Uhr von SteffMaster
Klasse Sache. Sefrin mal wieder. Ich denke, er hat in der Vergangenheit schon genug gezeigt, dass er selbst an einem kompetenten Rettungsfachberuf keinerlei Interesse hat. Somit gehört auch er zu der Kategorie Ärzte, die nicht damit klar kommen, dass es parallel zu ihnen einen Beruf gibt, der kompetente präklinische Arbeit unter der Nutzung von invasiven Maßnahmen leistet (und das auch noch ohne akademisierten Abschluss). Schade nur, dass das sie nicht einsehen wollen, dass die Zeiten sich ändern und der Arzt schon lange nicht mehr das Maß aller Dinge in der Notfallmedizin ist.

Und wie auch immer die Antworten auf meine Aussage hier ausfallen werden, sage ich, dass ich nicht alleine stehe in diesem Beruf mit der Meinung, dass gewisse Notfallpatienten oftmals davon profitieren wenn eben kein Arzt/Notarzt vor Ort war.

Und dazu zähle ich auch, dass der Rettungsassistent trotz vieler regionaler Unterschiede, es jetzt schon besser schafft als die Ärzteschaft in der Notfallmedizin, standardisierte Abläufe zu vollziehen und somit eine gleichbleibende Qualität zu schaffen, die nicht durch eine Behandlungsfreiheit beliebig hin und her schwankt.

Letztlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass wir nicht aus den Augen verlieren sollten, dass mit dem jetzigen Gesetzes-Entwurf weitaus besser das WOHLE DES PATIENTEN in den Vordergrund gestellt wurde als je zuvor und somit nicht mehr DAS WOHLE DES ARZTES wie früher!
17.10.2012, 15:27 Uhr von Paulchen
@SteffMaster: Also ich persönlich bin baff! Ein Beitrag, den man so schöner nicht schreiben kann. Und dies ist vollkommen ernst gemeint. Nur bei Aussagen zu Herrn Dr. Sefrin halte ich mich vollkommen raus, da mir diese Person nicht bekannt ist. Aber ansonsten trifft Deine Aussage vollkommen ins Schwarze.
17.10.2012, 18:00 Uhr von Stefan
Na, warten wir es mal ab. Fordern kann man viel. Und selbst wenn Bayern dagegen stimmt im Bundesrat, na und? Die waren schon gegen bzw. für viel. Bayern halt. ;-)
17.10.2012, 20:13 Uhr von E
Wer ist dieser Dr.Sefrin, dass er sich anmast, den Politikern zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben? Hat dieser Herr so viel Macht? Bei welcher HiOrg ist er?
17.10.2012, 20:20 Uhr von Michael
Vor 21 Jahren bin ich aufgrund der unbefriedigenden Zustände (als RettAss) im bundesdeutschen Rettungsdienst ausgewandert. Leider hat sich bis heute "nix" verändert. Aus meiner Sicht muss erst einmal die "alte Garde", die die NS-Zeit miterlebt oder während dieser Zeit geboren wurde, abdanken; ansonsten wird wenig Fortschritt für Euch kommen.

Ehrenwerte und vielfach publizierte Professoren (across the Atlantic) haben schon vor 40+ Jahren erkannt, dass Nicht-Ärzte präklinisch die Aufgaben eines NA erflogreich übernehmen können.

Ein kurzes Video zur Enstehung/Geschichte des M1-Systems
http://www.youtube.com/watch?v=UliUlxOcMP8
bis Minute 11:07
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