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DRK-Einsatzkräfte durch Pfefferspray verletzt

23.08.2013, 13:50 Uhr

Blick vom Oberrang auf das Einsatzszenario in der Nordkurve der Veltins-Arena (Foto: T. Trütgen)

Polizeieinsatz „auf Schalke“ trifft auch Rettungskräfte

Während des Champions-League-Play-off-Spiels des FC Schalke 04 gegen Paok Saloniki am Mittwoch kam es ab der etwa 70. Spielminute zu einem Polizeieinsatz in der „Nordkurve“ der Veltins-Arena, dem traditionellen Fan-Block des FC Schalke 04, bei dem 87 Personen verletzt wurden. Zwei Helfer des DRK, die nach Aufforderung die Nordkurve betraten, um Verletzten zu helfen, wurden ebenfalls durch das Pfefferspray verletzt. Nach Aussage des DRK-Einsatzleiters Michael Zapka wurden die beiden Helfer glücklicherweise nur leicht verletzt und waren etwa eineinhalb Stunden nach dem Spiel wieder wohlauf.

Als Grund für den massiven Einsatz der Polizei im Heimgästeblock wird die Darstellung eines angeblich volksverhetzenden Banners des „Komiti Skopje“ angeführt. Dies ist eine Ultra-Gruppierung des Clubs „Vardar Skopje“. Die Fans beider Clubs sind miteinander befreundet. Nach deutschem Recht ist dieses Banner zulässig und wird auch bei anderen Spielen des FC Schalke von den Fans präsentiert. Der Aufforderung eines Sicherheitsbeauftragten des S04 und eines Fan-Beauftragten des Schalker Fan-Club-Verbandes, das Banner zu entfernen, folgten die Gelsenkirchener Ultras allerdings nicht. Nach Aussagen der Polizei Gelsenkirchen hätten sich die Gäste-Fans durch das Banner provoziert gefühlt. Die mehr als 2.000 griechischen Fans hätten mit Blockstürmen, Spielfeldsturm und Spielabbruch gedroht, wenn das Banner nicht abgehangen würde. Der fortwährende Einsatz eindeutig verbotener Pyrotechnik im Gästeblock wurde durch die Polizei hingegen nicht unterbunden. Auch ein griechischer szenekundiger Beamter fühlte sich durch das Banner erheblich beleidigt. Er gab nach Informationen der Polizei an, dass besagtes Banner u.a. schon für die erheblichen Ausschreitungen während des Spiels Rapid Wien gegen Paok Saloniki im Jahre 2012 mitverantwortlich gewesen sei. Nach Aussage der Gelsenkirchener Polizei wäre in einem solchen Fall Leib und Leben zahlreicher auch unbeteiligter Zuschauer gefährdet worden. Allerdings wurden während des Polizeieinsatzes ebenfalls Unbeteiligte durch den massiven Einsatz des Pfeffersprays verletzt, darunter auch die Rettungskräfte.

Wenige Minuten nach Beginn des Polizeieinsatzes betraten in einer ruhigen Phase auf Anforderung zwei Einsatzkräfte des DRK den Block, um die ersten Verletzten zu versorgen. Als die Stimmung unter den Fans aufgrund der immer noch massiven Polizeipräsenz wieder aufkochte, wurde aus hinteren Reihen der Polizei gezielt Pfefferspray in Richtung der Einsatzkräfte abgegeben. Ein Sanitäter wurde durch den Strahl am Hinterkopf getroffen, sein Kollege bekam Spritzer des Pfeffersprays ins Gesicht. Der Hilfeleistungseinsatz im Heimgästeblock wurde daraufhin sofort abgebrochen. Die Fans reagierten danach mit weiteren verbalen und handgreiflichen Attacken gegen die Polizeikräfte. Die Anfrage einer Stellungnahme an Polizeisprecherin Stefanie Dahremöller zu dem Pfeffersprayeinsatz in Richtung der Rettungskräfte war auch 24 Stunden später noch unbeantwortet. Das DRK Gelsenkirchen äußerte sich auf Anfrage mit einer allgemeinen Presseinformation, aber nicht detailliert zu den Vorfällen. Nach Angaben des DRK beschränkten sich die Erste-Hilfe-Maßnahmen hauptsächlich auf die Durchführung von Augenspülungen. Alle Patienten konnten die im Bereich der vor der Arena liegenden Parkplätze eingerichteten Behandlungszone nach kurzer Versorgung selbstständig wieder verlassen.

Presseinformation des Polizeipräsidiums Gelsenkirchen: http://bit.ly/12vk1Rf

Stellungnahme des FC Schalke 04 mit weiterführenden Links: http://bit.ly/178dVYB

Video zum Polizeieinsatz in der Veltins-Arena: http://bit.ly/16CDSyK

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