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DRK im Einsatz bei Fan-Ausschreitungen

16.05.2012, 10:08 Uhr

Fotos: M. Wolman/DRK Karlsruhe

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Viele Verletzte nach verlorenem Abstiegskampf in Karlsruhe

Kurz nach dem mit 2:2 unentschieden ausgegangenen Relegationsspiel zwischen dem Karlsruher SC und Jahn Regensburg am Montagabend versuchten enttäuschte Karlsruher Fans das Spielfeld zu stürmen. Gleichzeitig kam es zu Ausschreitungen im Bereich des Adenauerrings. Trotz schnellem Einschreiten von Polizei und Ordnungskräften, kam es an beiden Orten zu Verletzten, die durch das DRK versorgt werden mussten. Als im weiteren Verlauf die KSC-Geschäftsstelle und der VIP-Bereich von Fans gestürmt wurden, ergab sich eine Situation, in der nicht abzuschätzen war, mit wie vielen Patienten zu rechnen ist. Erschwerend kam hinzu, dass auch die Sanitätsstation des DRK im Bereich der Haupttribüne auf Grund von Krawallen nicht mehr zu erreichen war. Auf Grund dieser Einsatzlage entschied sich die Einsatzleitung des DRK-Ortsvereins Karlsruhe-Stadt e.V. zusammen mit dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst weitere ehrenamtliche Kräfte zu alarmieren. Außerdem wurden Fahrzeuge des Regelrettungsdienstes in Bereitstellung gebracht. Insgesamt mussten 58 Personen medizinisch versorgt werden. Die überwiegende Anzahl der Verletzten benötigten Wundversorgungen, erlitten Prellungen und Schürfwunden oder kamen mit Pfefferspray in Kontakt. Drei Personen mussten in Karlsruher Kliniken transportiert werden. Eine schwerverletzte Frau kam mit einem Wirbelsäulentrauma in die Klinik, nachdem sie aus ungeklärter Ursache aus ca. 3 m Höhe abgestürzt war. Bei den anderen Kliniktransporten handelte es sich um einen Zustand nach einem Krampfanfall und eine Kopfplatzwunde.

Im Einsatz befanden sich auch drei Gerätewagen Sanitätsdienst aus dem Bevölkerungsschutz, die binnen kürzester Zeit einen Behandlungsplatz für 75 Personen auf einem benachbarten Spielfeld hätten aufbauen können. Da sich gegen 1 Uhr die Lage entspannte, konnte auf den Aufbau der Behandlungsplätze verzichtet werden. Die insgesamt 79 ehrenamtlichen Helfer von DRK und ASB waren mit 21 Fahrzeugen vor Ort. Aus dem Regelrettungsdienst standen 13 Fahrzeuge mit 26 Helfern bereit. Neben mehreren Notärzten im Stadionbereich war auch ein Leitender Notarzt vor Ort, um die Einsatzleitung zu unterstützen. Das DRK und der ASB waren mit 105 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften im Einsatz und versorgten 58 Patienten. Der Einsatz wurde um 2 Uhr beendet, nachdem sich die Lage beruhigt hatte.

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Kommentare

18.05.2012, 03:02 Uhr von Karsten
Bitte dazu mal ein Statement, wie das in der Form mit ausschliesslich hauptamtlichem Personal möglich wäre.
18.05.2012, 13:46 Uhr von Peter
Also ich möchte den Kräften des Sanitäts- und Rettungsdienstes meinen höchsten Respekt aussprechen. Aufgrund dieser doch sehr starken Ausschreitungen ist es unter diesen Bedingungen nicht einfach, als Helfer und Führungskraft zu arbeiten. Zwar kennt der hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter sicherlich die ein oder andere kritische Situation, aber eine solche Randale ist sicherlich ein neuer negativer Rekord.

Die Frage, die sich jeder SEG-Führer stellen muss: "Ab wann sind meine Helfer aktut und im höchsten Maße gefährdet und kann ich, ohne mich strafbar zu machen, in einen solchen Einsatz gehen?"

Ich finde es sehr erschreckend wenn geistig minderbemittelte "Fans" wie eine Gruppe Wilder durch die Straßen zieht, nur weil ihr Verein verloren hat oder absteigt.
18.05.2012, 18:42 Uhr von Theo
@Karsten: Verstehe ich nicht. Wie viele ehrenamtlich Ordner waren denn bei dem Spiel im Einsatz? Wie viele ehrenamtlich Polizisten? Wie viele ehrenamtliche Würstchenverkäufer?

Das ist alles ein Frage des "Wollens" und nicht des "Könnens"! Wenn ein Fußballverein für Millionen Spieler hin und her schieben kann, können die auch ein paar Tausend für einen hauptamlichen SanDienst locker machen. Wir reden hier nicht von einem E-Jugend-Turnier aus Dorf am Ende der Welt, sondern von der 2. oder 1. Bundesliga, Punkt.
20.05.2012, 03:22 Uhr von Karsten
@Theo: Erstens: "in der Form". Zweitens: Würstchenverkäufer ist ein witziger Vergleich! Drittens: Bezahlen die für den Polizeischutz?
21.05.2012, 16:39 Uhr von Markus
@Theo: Stimmt! Trifft doch auf viele Veranstaltungsdienste zu. Die Klofrau bekommt 8,50 Euro/Std., und die HiOrg schmeißt mit 10 Mann den ganzen Abend für 50,- Euro.
22.05.2012, 17:07 Uhr von Robert
Also mal ganz ehrlich, warum soll ich ehrenamtlich meinen Kopf hinhalten für bescheuerte Fußballfans, ganz ehrlich, mein Arbeitgeber sagt nicht danke, wenn ich Tage fehle, bloß weil ich den Helden an solchen Chaostagen spiele, bzw. da braucht man sich oft bloß die Wachleiter anschauen, selbst die treten ihrem Personal in den Arsch, wenn sie zu lang krank sind.

Noch dazu sollte man mal überdenken, ob es noch OK ist, Leute für 1,50 Euro und ne Tüte Pommes und ner Cola abzufertigen. Dafür halt ich meinen Kopf nicht mehr hin.
23.05.2012, 10:08 Uhr von Peter
@Robert: Da hast Du sicherlich recht. Das wird auch auf Dauer für die ein oder andere HiOrg zu einem echten Problem, weil die Helfer sich das nicht mehr bieten lassen. Andere machen den Reibach und die HiOrg lässt sich mit einem Trinkgeld abspeisen.
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