Kurz nach dem mit 2:2 unentschieden ausgegangenen Relegationsspiel zwischen dem Karlsruher SC und Jahn Regensburg am Montagabend versuchten enttäuschte Karlsruher Fans das Spielfeld zu stürmen. Gleichzeitig kam es zu Ausschreitungen im Bereich des Adenauerrings. Trotz schnellem Einschreiten von Polizei und Ordnungskräften, kam es an beiden Orten zu Verletzten, die durch das DRK versorgt werden mussten. Als im weiteren Verlauf die KSC-Geschäftsstelle und der VIP-Bereich von Fans gestürmt wurden, ergab sich eine Situation, in der nicht abzuschätzen war, mit wie vielen Patienten zu rechnen ist. Erschwerend kam hinzu, dass auch die Sanitätsstation des DRK im Bereich der Haupttribüne auf Grund von Krawallen nicht mehr zu erreichen war. Auf Grund dieser Einsatzlage entschied sich die Einsatzleitung des DRK-Ortsvereins Karlsruhe-Stadt e.V. zusammen mit dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst weitere ehrenamtliche Kräfte zu alarmieren. Außerdem wurden Fahrzeuge des Regelrettungsdienstes in Bereitstellung gebracht. Insgesamt mussten 58 Personen medizinisch versorgt werden. Die überwiegende Anzahl der Verletzten benötigten Wundversorgungen, erlitten Prellungen und Schürfwunden oder kamen mit Pfefferspray in Kontakt. Drei Personen mussten in Karlsruher Kliniken transportiert werden. Eine schwerverletzte Frau kam mit einem Wirbelsäulentrauma in die Klinik, nachdem sie aus ungeklärter Ursache aus ca. 3 m Höhe abgestürzt war. Bei den anderen Kliniktransporten handelte es sich um einen Zustand nach einem Krampfanfall und eine Kopfplatzwunde.
Im Einsatz befanden sich auch drei Gerätewagen Sanitätsdienst aus dem Bevölkerungsschutz, die binnen kürzester Zeit einen Behandlungsplatz für 75 Personen auf einem benachbarten Spielfeld hätten aufbauen können. Da sich gegen 1 Uhr die Lage entspannte, konnte auf den Aufbau der Behandlungsplätze verzichtet werden. Die insgesamt 79 ehrenamtlichen Helfer von DRK und ASB waren mit 21 Fahrzeugen vor Ort. Aus dem Regelrettungsdienst standen 13 Fahrzeuge mit 26 Helfern bereit. Neben mehreren Notärzten im Stadionbereich war auch ein Leitender Notarzt vor Ort, um die Einsatzleitung zu unterstützen. Das DRK und der ASB waren mit 105 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften im Einsatz und versorgten 58 Patienten. Der Einsatz wurde um 2 Uhr beendet, nachdem sich die Lage beruhigt hatte.



Kommentare
Die Frage, die sich jeder SEG-Führer stellen muss: "Ab wann sind meine Helfer aktut und im höchsten Maße gefährdet und kann ich, ohne mich strafbar zu machen, in einen solchen Einsatz gehen?"
Ich finde es sehr erschreckend wenn geistig minderbemittelte "Fans" wie eine Gruppe Wilder durch die Straßen zieht, nur weil ihr Verein verloren hat oder absteigt.
Das ist alles ein Frage des "Wollens" und nicht des "Könnens"! Wenn ein Fußballverein für Millionen Spieler hin und her schieben kann, können die auch ein paar Tausend für einen hauptamlichen SanDienst locker machen. Wir reden hier nicht von einem E-Jugend-Turnier aus Dorf am Ende der Welt, sondern von der 2. oder 1. Bundesliga, Punkt.
Noch dazu sollte man mal überdenken, ob es noch OK ist, Leute für 1,50 Euro und ne Tüte Pommes und ner Cola abzufertigen. Dafür halt ich meinen Kopf nicht mehr hin.