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Engpässe bei den Feuerwehren im Saarland

26.10.2012, 12:47 Uhr

Foto: H. Scholl

Pflichtfeuerwehr keine Option

Der Teletext des Saarländischen Rundfunks berichtet heute, dass der Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, der Oberbürgermeister der Kreisstadt Merzig Dr. Alfons Lauer, sich gegen die Einrichtung von Pflichtfeuerwehren im Saarland ausspricht, um Versorgungsengpässe bei den Feuerwehren zu beheben. Vielmehr sollten die gesetzlichen Möglichkeiten genutzt werden, um Angestellte in kommunalen Einrichtungen für Feuerwehreinsätze freizustellen.

Vor diesem Hintergrund stellt der Saarländische Städte- und Gemeindetag deutlich heraus, dass den freiwilligen Feuerwehren bundesweit Lücken drohen, da immer mehr Einsatzkräfte unterschiedliche Wohn- und Arbeitsplätze haben. Darüber hinaus ist in vielen Orten ein zunehmender Schwund bei den Mitgliederzahlen der Feuerwehren zu verzeichnen, was zu weiteren Lücken führt. (Scholl)

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Kommentare

27.10.2012, 05:48 Uhr von detlev
Unterschiedliche Wohnorte und Arbeitsplätze gab es schon immer, der Grund für den Rückgang der möglichen Einsatzkräfte liegt ganz einfach am Wandel der Zeit, am Desinteresse an der Gemeinschaft und an dem Angebot, sich mit elektronischem Zeitvertreib zu beschäftigen. Bei dem geringen Angebot an Freiwilligen- und ehrenamtlichen Kräften ist es wohl logisch, dass es an vielen Stellen bröckelt. Die Nachfrage ist sehr groß, denn die Hilfsorganisationen benötigen freiwillige und ehrenamtliche Kräfte für den Kat/S und den erweiterten Rettungsdienst, die FF-Kräfte für die Brandbekämpfung und die Tafel Kräfte für die Ladentheke. Wo soll so viel Ehre gefunden werden? Der motivierte Helfer verbringt heute mehr Zeit damit, um seinen eigenen Arbeitsplatz zu bangen. Wo soll da die Zeit für weitere Gedanken an ehrenamtlicher oder freiwilliger Arbeit entstehen?
28.10.2012, 00:41 Uhr von Christoph
Bei den Perspektiven, die man als Freiwillger Feuerwehrmann/-frau hat, ist das auch kein Wunder.

Wenn es Leute in der Leitung der FWen gibt, die Hartz 4 zurückzahlen müssen, wegen der Aufwandsentschädigung. Hier der Link: http://www.nonstopnews.de/meldung/15076

Wenn man sich 12 Jahre engagiert und eigentlich nichts erreicht, bzw. nicht weiterkommt.

Habe die Tätigkeit in der Freiw. Feuerwehr in meine Bewerbungen reingeschrieben. Daraufhin nur Absagen erhalten.

Also ich war in einer FF und werde das nie wieder machen.
30.10.2012, 20:01 Uhr von Joachim
Es fehlen ja nicht nur bei den Feuerwehren ehrenamtliche Mitstreiter/innen, anderen Hilfsorganisationen geht es doch ähnlich. Das hat aber auch sehr oft den Grund, dass viele engagierte Helfer/innen wegen verkrusteter Strukturen, nicht mehr zeitgemäßen Hierarchien oder ewig gestrigen Vereinsvorsitzenden einfach keine Lust mehr haben, sich das anzutun. Im Gegensatz zu Detlev will ich aber nicht soweit gehen und Desinteresse an der Gemeinschaft unterstellen, ich würde eher sagen das es zwischenzeitlich andere (möglicherweise bessere) Alternativen gibt, seine Freizeit zu gestalten.

In meiner Umgebung ist es z.B. so, dass sehr viele Menschen (die früher in einer Hilfsorganisation tätig waren) in Sportvereinen, bei den Tafeln, bei Tierschutzorganisationen oder im Umweltschutz aktiv mitwirken - also sehr wohl Interesse an der Gemeinschaft zeigen.

Gruß
Joachim
31.10.2012, 00:47 Uhr von Christoph
@Joachim: Veraltete Strukuren sind gut. Sparzwang trifft's wohl mehr.
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