S+K Verlag
Der einzige Fachverlag für
Notfallmedizin in Deutschland.
Bücher, Zeitschriften und Nachrichten
rund um das Thema Rettungsdienst.

Fittes Personal für den Rettungsdienst

02.02.2017, 11:57 Uhr

Foto: C. von Döhren

Rheinland-Pfalz startet Gesundheitsmanagement-Projekt

In Rheinland-Pfalz und im Saarland wird die Gesundheit des Rettungsdienstpersonals durch das Projekt „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Rettungsdienst“ (BGM) in den Fokus gestellt, das durch das Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz auf den Weg gebracht wurde. Die Notwendigkeit eines solchen Projekts kam durch Gespräche über die Zukunft des Rettungsdienstes zu Tage, die zwischen dem Gesundheitsministerium und der Ver.di-Landesfachkommission Rettungsdienst Rheinland-Pfalz-Saarland seit längerer Zeit stattfinden. Ein wesentliches Ergebnis dieser Gespräche war, dass ein einsatzfähiger Rettungsdienst nur durch fittes Personal sichergestellt werden kann.

Im August 2015 startet das gemeinsame Projekt des DRK-Landesverbands Rheinland-Pfalz und Ver.di mit einer Bestandsaufnahme. Anhand dieser Ergebnisse wurden die Gestaltung und Umsetzung des BGM durch Führungskräfte und Betriebsräte der beteiligten Institutionen diskutiert. Möglichkeiten liegen beispielsweise in der Teamentwicklung, einem betrieblichen BGM-Steuerkreis und auch in der persönlichen Kompetenzentwicklung. Als nächste Etappe steht die stärkere Einbeziehung der Belegschaft an. Der Bildungsträger Arbeit & Leben Rheinland-Pfalz gGmbH ist für die Durchführung zuständig.

Kommentare

06.02.2017, 00:15 Uhr von Freidenker
Hoert auf die Belegschaften zu "verheizen", erkennt die Talente und Kompetenzen der Mitarbeiter an, behandelt diese nicht mehr wie naive und dumme Kinder, dann ist schon eine Menge erreicht.
06.02.2017, 08:48 Uhr von Jonas
Warum ver.di und DRK Rheinland-Pfalz Schritt 2 (Betriebsräte und Führungskräfte reden miteinander) vor Schritt 1 (Einbeziehung der Mitarbeiter) machen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Beim DRK Rheinland-Pfalz scheint ein paternalistisches Denken nach dem Motto "Ich weiß, was gut für meine Mitarbeiter ist" vorzuherrschen...
06.02.2017, 09:09 Uhr von A.
Das betriebliche Gesundheitsmanagement ( BGM ) als Projekt zu bezeichnen finde ich schon abstrakt. Es geht hier um gesetzlich seit Jahren geregelte und vorgegebene Arbeitgeberpflichten zu diesen auch das betriebliche Eingliederungsmanagement ( BEM ) gehört.
Warum BGM, weil es sich auszahlt: Nachweisliche Senkung der krankheitsbedingten Fehlzeiten, Unterstützung durch die Kostenträger im Gesundheitswesen und letztendlich die Inanspruchnahme des Steuerfreibetrags für Arbeitgeber zur Finanzierung vielzähliger Präventionskurse. Hinzu kommt aktuell die psychische Gefährdungsbeurteilung, die gerade im Bereich des Rettungsdienstes eine Elementare Stellung einnimmt.
09.02.2017, 13:20 Uhr von Thomas
Das nur 1,5 % aller Mitarbeiter/innen im Rettungsdienst über 60 Jahre alt sind spricht für sich. 24 Stunden Dienste mit weniger als 2 Stunden zusammenhängender Ruhezeit (Schlaf) sind doch mittlerweile auf einer mittleren Landwache nichts Ungewöhnliches mehr. Wenn man es ernst mit dem Gesundheitsschutz meinen würde, dann wären diese Zustände längst beseitigt worden. Daher ist der Rettungsdienst ein Tätigkeitsfeld welches bis zum Alter von 50 geeignet ist. Darüber hinaus wegen der extremen Belastungen absolut nicht mehr. Wer eine Tätigkeit im Rettungsdienst bis ins Rentenalter anstrebt, dem sollte klar sein, das dieses nur 1% aller Retter schaffen. Daher unter den jetzigen Arbeitsbedingungen besser die Finger vom Rettungsdienst lassen. Auch das werden die total motivierten Retter/innen nach 30 Jahren Rettungsdienst noch bemerken. Aber dann ist es zu spät. Frührente oder Hilfshausmeister, wenn es gut läuft.
So lange die Verantwortlichen nur über Gesundheitsschutz reden und Papier produzieren wird sich nichts ändern. Allein der sich abzeichnende Mitarbeitermangel im Rettungsdienst könnte hier Abhilfe schaffen.
09.02.2017, 15:32 Uhr von Frank
Hallo Jonas,

das Projekt ist nur deswegen zustande gekommen, weil sich die Kollegen in Verdi über die Aktion "Schluss mit 60!" soviel Gehör verschafft haben, das man im Sozialministrium über praktische Unterstützungsmöglichkeiten nachgedacht hat.
Das Ergebnis ist das BGM und die Arbeitnehmerseite hat über ihre gewählten Vertreter von Verdi und Betriebsrat von Anfang an mitgestaltet. Dabei wurden verschiedene Umsetzungswege beraten und der jetzt gewählte wurde von allen Beteiligten befürwortet.
11.02.2017, 23:23 Uhr von armin
Der AG kommt hier nur seiner gesetzlichen Verpflichtung nach. Nicht mehr und nicht weniger. Was man davon halten soll zeigt die Zeit .
12.02.2017, 13:25 Uhr von Jonas
@Frank: Danke für die Erläuterungen.
13.02.2017, 10:49 Uhr von Freidenker
Wenn ich mir die Zahl der Kommentare zu diesem Thema ansehe, spricht die Zahl ganz offen Bände für die Wichtigkeit aka Bedeutung des Thema bei den Beschäftigten des RD ;-)
Kommentar hinzufügen
Benachrichtigen Sie mich, wenn es neue Kommentare gibt.
Sicherheitsabfrage: 1 + 6 = 

Felder, die mit einem * gekennzeichnet sind, sind Pflichtfelder.

zum Seitenanfang
KontaktRSS
Stumpf + Kossendey Verlag, 2017
Impressum