Der Nachprüfungsantrag der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. bezüglich der Rettungsdienst-Neuvergabe der Stadt Hildesheim im Los 1 ist ebenfalls zulässig und begründet, dies hat die Vergabekammer Lüneburg nun aktuell bestätigt. Ende Juni hat die Vergabekammer Lüneburg die Stadt Hildesheim dazu verpflichtet, noch einmal in die Angebotswertung zu Los 2 (Wachen: DRK, ASB, MHD, JUH) im Stadtgebiet einzusteigen. Nun hat die Vergabekammer dies auch für das andere Los in der Stadt Hildesheim (Los 1/Rettungswache Cheruskerring) bestätigt.
Des Weiteren hatte die JUH ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer beantragt, weil sie aufgrund angeblich falscher Preisangaben von der Stadt Hildesheim ausgeschlossen wurde. Die Vergabekammer stellt im aktuellen Beschluss fest, dass die Johanniter zu Unrecht ausgeschlossen worden sind. Somit hat die Stadt Hildesheim für das Los 1 jetzt die Pflicht, noch einmal in die Angebotswertung einzutreten, die Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebotes erneut durchzuführen und dabei auch das Angebot der Johanniter zu berücksichtigen.
Nach dem Beschluss Ende Juni hat die Stadt Hildesheim letzte Woche eine Neubewertung für das Los 2 durchgeführt und kam zum gleichen Ergebnis wie zuvor. Demnach soll weiterhin die ASB Rettungsdienst gGmbH aus Hannover das wirtschaftlichste Angebot vorhalten und den Zuschlag erhalten. Nach Auffassung der JUH ist es hier allerdings nicht zu einer den Vorgaben der Vergabekammer entsprechenden Wiederholung der Wertungsentscheidung gekommen. „Aufgrund der nach unserer Auffassung weiterhin bestehenden Vergaberechtsverstöße haben wir heute für das Los 2 erneut ein Vergabenachprüfungsverfahren in Lüneburg eingeleitet“, so Regionalvorstand Steffen Bahr.


Kommentare
Das geht natürlich nur, wenn die Rahmenbedingungen und Vorgaben für alle gleich sind. Wenn das so ist, ist das kein Problem und die JUH muss einsehen, dass sie nicht alleine auf der Welt ist.
Also sparen wir am Personal!
Die Johanniter haben hier verloren, in anderen Gebieten haben vielleicht die eben die Nase vorn. Denn Geld im Rettungsdienst verdienen (für den Unternehmer) - die Zeiten sind vorbei ... Nicht selten kann man hier lesen, dass ein Kreisverband nach dem nächsten Insolvenz anmeldet. Ob HiOrg oder Privat - alle sind gleich „machtgeil“ mehr ist es doch nicht.
bei Dachdeckern gibt es die Querelen zum Teil auch, aber in weitaus anderer, abgeschwächter Form. Warum? Weil es bei Dachdeckern seit Jahrzehnten normal ist, dass öffentliche Auftrage nach Qualität und (!) Preis im Wettbewerb (böses Wort!) vergeben werden.
Und wenn die einen Dachdecker insolvent gehen, weil sie nicht "wirtschaften" können, und die anderen Dachdecker Erträge erwirtschaften, dann ist das so. Und sollte dennoch eines Tages kein Dachdecker mehr bereit sein, öffentliche Aufträge anzunehmen, dann steigt der Preis, bis es wieder Dachdecker gibt. Das nennt sich das Prinzip der Marktwirtschaft, mit dem (auch) dieses Land (trotz aller Unkenrufe) in den letzten 60 Jahren gut gefahren ist.
Aber natürlich gilt das alles nicht im Rettungsdient, denn hier geht's ja nicht um Dächer, sondern um Menschenleben und deren Rettung, blutend im Straßengraben. Ähnlichkeiten zu Kliniken, Nahrungsmittelversorgung, Strom, Fernsehsendern (gehört doch auch zur überlebenswichtigen Grundversorgung, oder?) etc. sind in keinster Weise gegeben, das ist etwas völlig (!) anderes.
@Jan: Kommunal wär's natürlich alles noch viel besser.
@Sepp: Tod allen HiOrg, dann wäre auch alles viel besser.
@Udo: Alles privatisieren, dann wäre alles noch viel besser.
@Ver.di: Ja, wir treten alle bei Euch ein! Dann wird alles besser.
@DBRD: Ein neues RettAssGesetz muss her! Dann wird alles besser.
@Hildesheimer Kollegen: Fahrt weiter auf Euren Rettungswagen, die Welt wird sich schon weiter drehen. Im BGB steht was von Betriebsübergang.
Mit ironischen Grüßen,
der dumme Hannes
Der RD ist halt regional nunmal ein Monopol und wenn die Firma xy die Ausschreibung nicht mehr bekommt, kann sie sich net für nen anderen Auftrag bewerben.
D.h. die Mitarbeiter bekommen, wenn sie Glück haben, alle paar Jahre nen neuen Arbeitgeber (wofür soll ich mich dann mit meiner Firma noch identifizieren), wenn sie noch mehr Glück haben für ein Jahr dieselben Bedingungen (Betriebsübergang). Wenn se Pech haben, werden se halt nicht übernommen oder dürfen sich in irgendner Tochterfirma zu natürlich nicht unbedingt besseren Bedingungen bewerben... Nennt mich pessimistisch, aber Qualität fördert das meines Erachtens nicht (höchstens über die "Angst-um-die-Existenz-Schiene" und das motiviert auch nur kurzzeitig).
Mit der Ausschreibungskiste und deren möglichen Folgen, den Job zu verlieren bzw. den Arbeitgeber bzw. einen anderen Arbeitgeber zu bekommen oder sich Monitär zu verschlechtern, müssen die Müllwerker, Hausmeister usw. auch rechnen. Jetzt sag nicht, weil wir mit Menschen arbeiten und über Leben und Tod "entscheiden". Das ist bei den Jungs im Krankenhaus oder Altenheim oder, oder, oder auch so?!