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rund um das Thema Rettungsdienst.

Löschfahrzeuge im Rettungsdienst

22.08.2012, 15:31 Uhr

Foto: R. Gärtner

Hamburger CDU kritisiert Einsatzkonzept

Das Einsatzkonzept der Hamburger Berufsfeuerwehr, bei Spitzenauslastungen im Rettungsdienst auch Löschfahrzeuge zu entsenden, hat bei der CDU in der Hansestadt handfeste Kritik ausgelöst. Unter Berufung auf Zahlen der Innenbehörde betonte der Sozialexperte der Union von Hamburg-Altona, dass solche Fälle während der jetzigen Hitzeperiode etwa dreimal am Tag vorkämen: „Da muss dringend etwas geändert werden.“ Die Löschfahrzeuge könnten gerade während dieser Einsätze an anderer Stelle gebraucht werden. Der Politiker forderte deshalb, vermehrt Fahrzeuge der anderen Rettungsorganisationen bzw. -firmen an der Elbe einzusetzen. Eine Empfehlung, die im Zusammenhang mit der Debatte um die Einhaltung der Hilfsfristen im Rettungsdienst auch schon mehrmals von anderer Seite erhoben wurde.

Die Feuerwehr trat der Kritik mit dem Argument entgegen, jedes Löschfahrzeug verfüge über einen Rettungsassistenten und die erforderliche Ausrüstung an Bord. Sei ein Transport notwendig, werde ein Rettungswagen nachgefordert. Mit ihrer Einsatztaktik, Feuerwehrfahrzeuge als First Responder oder Vorausfahrzeuge zu Notfällen einzusetzen, steht die Hamburger Feuerwehr allerdings weder national noch international alleine da. In München und Berlin etwa wird dies schon seit den 90er Jahren praktiziert, in den USA noch wesentlich länger. In Hamburg dürfte sich das Problem wohl eher auf die Frage fokussieren, ob die Feuerwehr überhaupt über genügend Mittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt. RETTUNGSDIENST wird dieses Thema weiter verfolgen. (POG)

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Kommentare

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22.08.2012, 19:10 Uhr von Philip
In München werden HLF als First Responder eingesetzt. Dabei wird aber immer paralell ein Rettungsmittel RTW oder RTW/NEF/NAW mitgeschickt. Scheint in HH anders zu sein (Zitat: "Sei ein Transport notwendig, werde ein Rettungswagen nachgefordert."). Hier scheint das Löschfahrzeug aber alleine geschickt zu werden. Somit unterscheidet sich diese Einsatztaktik massiv von den anderen Städten!
23.08.2012, 07:18 Uhr von doggi
Genau der letzte Satz in diesem Artikel ist der entscheidende. Prinzipiell ist gegen die Voraussendung eines Einsatzmittels, egal welcher Couleur, als First Responder natürlich nichts einzuwenden, wenn ich aber lese, dies käme ca. drei Mal am Tag vor, frage ich mich ebenfalls, ob es nicht an der Zeit ist, den Rettungsdienst-Bedarfsplan den tatsächlichen Erfordernissen anzupassen.
Die in den angesprochenen Großstädten geübte Praxis kann sich nur eine starke BF aus öffentlicher Finanzierung erlauben. Dabei kommt es aber zur Vermischung originärer Aufgaben. In Zeiten klarer Kostenstrukturen wage ich die Behauptung, dass hier nicht eindeutig zwischen den Aufgabengebieten getrennt wird.
Vielleicht wäre in Hamburg eine unabhängige Prüfung der Resourcen angesagt. So was soll es ja geben:-)
23.08.2012, 09:01 Uhr von chris
Auch wenn in München die FW-Fahrzeuge als First Responder bei Norarzteinsätzen eingesetzt werden, wird immer ein Rettungsmittel dazualarmiert (ggf. auch mit längerer Anfahrt), aber nur ein HLF, das dann nachfordert, geht gar nicht! Das dürfte auch das Rettungsdienstgesetz nicht hergeben! In Bayern ersetzt ein First Responder niemals den RTW. Und ein First Responder hält auch die Hilfsfrist nicht!
23.08.2012, 09:41 Uhr von Harald
Es wird künftig immer schwerer werden, ausreichend Rettungswagen zur Verfügung zu stellen. Nicht wegen eines Mangels an Fahrzeugen, sondern an Personal. Wenn das Gehaltsniveau der Rettungsassistenten bzw. künftig Notfallsanitäter immer weiter nach unten gedrückt und die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden, Stichwort "Ausschreibung", dann werden immer weniger Menschen bereit sein, diesen Beruf zu ergreifen. Sicher, es gibt "Heißdüsen", die sogar noch Geld zahlen (!) würden, um mit Alarm fahren und Rettungs- "Abenteuer" erleben zu können. Aber auch deren Anzahl ist begrenzt. Es gibt bereits Rettungsassistenten, die eher arbeitslos sein und von Hartz IV leben würden, als dass sie für noch weniger Geld noch mehr Arbeitszeit und noch mehr Verantwortung als jetzt schon weiterhin im Rettungsdienst arbeiten würden. Als Retter muss man immer öfter darauf hinweisen: Auch wir sind Menschen! Auch unsere Würde ist unantastbar!
23.08.2012, 09:56 Uhr von Rolf
Also … da ist es – das Hamburger Sommerloch.

Möge die Hamburger CDU sich mal an den Kopf fassen.
Zehn Jahre wahren die an der Macht in Hamburg und die "HLF als First-Responder"-Methode lief auch da schon sehr gut. Hatte öfter das Vergnügen eines Löschfahrzeugs vor Ort. Was spricht dagegen?
Jetzt, wo wir einen Machtwechsel hatten, geht es plötzlich nicht mehr? Schon sehr komisch! Liebe CDU, wer wollte die Überstunde nicht zahlen, wer wollte unbedingt die Arbeitszeiten verlängern, wer hat jahrelang die Kollegen der Hamburger Feuerwehr alleine gelassen. Hauptsache die Elbphilharmonie läuft …
Andere Fahrzeuge der anderen Organisationen … auch ein kleines Lächeln kann ich mir nicht verkneifen. Ja, da stehen sicher ein paar RTW der HiOrg rum, sicher einige Privat-KTW – aber dann kommen wir wieder auf den Faktor Zeit. Stellen wir uns vor: Florian Hamburg fragt erstmal die Privaten ab, wo der nächste KTW günstig steht. Zeit vergeht … nach einigen Min. hat man ein Fahrzeug gefunden und es fährt … das HLF könnte aber schon lange vor Ort sein – Patient ist nun, nur zum Beispiel, die Mutter des Sozialexperten der CDU aus Hamburg-Altona … Wir wissen doch alle, was am folgenden Tag durch die Presse geht.

Also, liebe CDU in Hamburg … was sollte an dem System jetzt falsch sein – lief zehn Jahre zuvor, unter CDU-Führung, doch auch. Und mir ist kein Nachteil hierdurch bekannt.
23.08.2012, 10:51 Uhr von Oliver
Die beschriebene Tatik der BF ist alternativlos. Akademische Kenntnisse von Tatik und Strategie der Führungskräfte auf höchstem Niveau sind nicht für jeden im einfachen Einsatzdienst nachvollziehbar. Es ist eine Zumutung lesen zu müssen, wie das zweifelsfrei fehlerfrei durchdachte Vorgehen einer der besten Rettungsdienste und Feuerwehren unseres Staates im Misskredit gebracht wird. Ironie gefunden ? Behaltet sie einfach! ;-)
23.08.2012, 10:56 Uhr von Flo
@ Rolf wie wahr. Zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass diese ~3 Einsätze am Tag in Gebieten liegen, die sonst allein von RTW abgedeckt werden können wo nun halt das HLF vorfährt. Und die Aussage der Feuerwehr mit dem Nachalarmieren vom RTW, da fehlt mir irgendwie ein Bezug zur Pressestelle der BF. Zumal es ja in den Randgebieten normal ist, dass ein Löschfahrzeug kommt. Dann aber eins der FF zur Erstversorgung, weil sich die nötige(n) RTW-Wache(n) am Rand einfach nicht rechnen.
@chris, mag ja sein, dass in Bayern anders gerechnet wird. Aber Hamburg ist nicht Bayern und was ist wohl für den Patienten besser. Nach 5 Minuten ein Löschfahrzeug mit entsprechend geschultem Personal + und einer Ausstattung zwischen Verbandskasten und DIN-RTW oder nach 12 Minuten der DIN-RTW? Zumal Hamburg das ganz elegant gelöst hat, indem einfach keine Hilfsfrist definiert ist, es werden die nächsten Fahrzeuge geschickt.
23.08.2012, 11:01 Uhr von Uwe
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Florian Hamburg bei einem entsprechenden Meldebild nur ein HLF alarmiert. Mit Sicherheit wird ein RTW mitalarmiert.
23.08.2012, 11:06 Uhr von Tobias
In Köln ist es auch gelebte Praxis, wenn ein Rettungsmittel aus einem anderen Stadtteil kommt und ein Intern 2, also mit Notarzt alarmiert wird, fährt das zuständige LF von der Wache aus. Es kann aber vorkommen, dass das LF günstig steht und fährt als First Responder zur Einsatzstelle; es ist ein gutes Verfahren, wie ich finde. Denke, Herr Maurer wird das schon machen.
23.08.2012, 11:30 Uhr von doggi
@ oliver: gehobener Dienst, nehme ich an :-). Die Leistungen der Feuerwehr kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir die Kompetenz, aber der Rettungsdienst der Hansestadt ist, um es vorsichtig auszudrücken, reformbedürftig. Hier gibt es genügend Poster, die genau diese Thematik behandeln, sodass ich darauf verizichte.
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