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Lohnvergleich in Brandenburgs Rettungsdienst

02.08.2012, 09:43 Uhr

Foto: Promedica

Kaum Bezahlung nach TVöD, Hilfsorganisationen zahlen am wenigsten

Im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark steht die Entscheidung, ob Ende nächsten Jahres der Rettungsdienst ausgeschrieben oder kommunalisiert werden soll, am 27. September 2012 auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung. In der Vorlage für die Sitzung kamen dabei interessante Zahlen auf den Tisch. Demnach werden die Mitarbeiter der Promedica Rettungsdienst GmbH, die die Wachen in Werder (Havel), Groß Kreutz, Lehnin und Päwesin besetzt, ähnlich bezahlt wie ihre Kollegen im öffentlichen Dienst. Das DRK und die Johanniter entlohnen ihre Mitarbeiter hingegen um fast 300 Euro weniger. Dem Vergleich liegen die Grundgehälter ohne Zulagen zugrunde (die entsprechende Datei finden Sie hier).

Das Landratsamt hat zudem Zahlen vorgelegt, die die Kosten einer Rekommunalisierung mit dem derzeitigen Stand vergleichen. Allein bei den Personalkosten würde dafür ein zusätzlicher Finanzaufwand von mehr als 900.000 Euro entstehen (siehe das Dokument hier). Ausbildungskosten und mögliche Rückerstattungskosten der Krankenkassen im Falle einer Rekommunalisierung sind davon sogar noch ausgenommen. Hier rechnet das Landratsamt mit mehreren Millionen Euro, die auf eventuell zu zahlen wären. In einer weiteren Vorlage wurde verglichen, welche brandenburgischen Landkreise ihre Rettungsdienstmitarbeiter nach Tarif bezahlen. Interessantes Ergebnis: nur der Eigenbetrieb des Landkreises Prignitz. In vier kreisfreien Städten in Brandenburg gilt dies zumindest für die Berufsfeuerwehren – in den 13 anderen Landkreisen erfolgt hingegen keine Entlohnung nach TVöD (siehe Datei hier).

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Kommentare

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02.08.2012, 10:19 Uhr von Stefan
Das sieht nach einer schweren Schlappe für die HiOrg aus! Zumindest in den neuen Bundesländern bezogen auf die Vergütung.
02.08.2012, 11:08 Uhr von Jan
Diese Auflistungen sind doch teilweise Quatsch. Die Nennungen der entsprechenden Leistungserbringer in Städten und Kreisen stimmen doch teilweise gar nicht mit der Realität überein. Wenn sollte schon richtig recherchiert werden. Eine Fachzeitung sollte da schon bei der Wahrheit bleiben. Ehrlich gesagt müsste dieser Artikel gelöscht werden, der Verfasser setzt sich noch mal hin und recherchiert diesmal richtig. Dann veröffentlichen und diskutieren-

So wie es jetzt ist, ist es Schade und Bedauerlich weil so wieder eine Diskussion aufgrund falscher Tatsachen entfacht wird. Dazu wird derzeit der Rettungsdienst in einigen Regionen im 24h Dienst erbracht bzw. dementschprechend das Personal eingesetzt. Das wäre im TVÖD nicht möglich. Wie kann man es dann vergleichen?

[Anm. Admin: Wenn Ihnen andere Unterlagen dazu vorliegen, können Sie uns die gerne an service@skverlag.de zuschicken.]
02.08.2012, 11:44 Uhr von Jan
Moin,

an den anderen Jan: Wieso denn die Schelte? Haste den Bericht nicht genau gelesen oder nicht verstanden? Ich finde es im Bericht hier völlig eindeutig formuliert: Das Landratsamt hat zudem Zahlen vorgelegt ...

Einfach mal selbst nachschauen und dann losbollern: https://pm-belzig.more-rubin1.de/vorlagen.php Suchwort Rettungsdienst

Aus meiner Sicht will man so nur den Willen des dortigen LR durchsetzen.

Kommunales Kopfschütteln,
der andere Jan
02.08.2012, 15:43 Uhr von Thomas 1
... mal nicht die bösen "Privaten", sondern die "bösen" HiOrg. ;-)
02.08.2012, 16:21 Uhr von Markus
... und da war doch immer die Argumentation: Kommunalisierung wegen der Tarifverträge, da verdient der RD'ler dann endlich genug.
02.08.2012, 18:45 Uhr von Jochen
Wenns so stimmt, wie es hier steht, müssen alle "Kommunalisierungsfreunde" aufschreien. Denn ein Privater mit eigenem Tarifvertrag zahlt besser als die HiOrg und Kommunen. Das kann doch nicht sein. Sicher ein Druckfehler?! Aber wie ich schon einmal geschrieben habe: Hauptsache kommunal!

Werdet endlich wach, denn auch die Bezahlung ist wichtig, denn sie sorgt dafür, dass wir "Leben" können.

Viele Grüße von einem "Privaten" (mit Tarifvertrag)
02.08.2012, 18:49 Uhr von Theodor
Es ist gediegen. Egal wie ein Bericht über ein kommunales Thema ist, unser Jan weiß bescheid. Klappt in der Kommune was nicht, ist der Leiter des Ordnungsamtes schuld oder die Kommune macht es falsch oder die EU sorgt dafür, dass es falsch gemacht werden muss oder wie in diesem Fall, ist der Landrat Schuld, der wahrscheinlich von einer privaten RD-Firma gekauft worden ist.

Jetzt kommen gleich die HiOrg-Lobbyisten aus der Ecke und erklären was von Gemeinschützigkeit und Hilforganisation und "Aus Lieben zum Menschen" und deswegen verdienen die HiOrg-MA 300 Euro weniger als die Privat-MA. Außerdem werden die 300 Euro durch schönere Praktikantinnen und tolle RTW und, last but not least, durch ein kostenloses Mittagessen von Essen auf Rädern ausgeglichen.

Vielleicht kann man einfach mal die Zahlen akzeptieren und die Sache sehen, wie sie ist und nicht, wie man die gerne hätte.
02.08.2012, 19:21 Uhr von Jan
@Redaktion/Admin: bitte einfach in das eigene Archiv schauen!

In SPN "rettet" (noch) das DRK keine Privater wie in der Auflistung: http://www.skverlag.de/rettungsdienst/meldung/newsartikel/falck-gewinnt-rettungsdienst-im-landkreis-spree-neisse.html

In CB "rettet" die Stadt allein, keine HiOrg wie in der Auflistung: http://www.skverlag.de/rettungsdienst/meldung/newsartikel/cottbus-plant-rekommunalisierung.html

Dies nur zwei Beispiele. Weiter will ich jetzt nicht das Archiv "wälzen".
03.08.2012, 15:18 Uhr von Bernd
"...In vier kreisfreien Städten in Brandenburg gilt dies zumindest für die Berufsfeuerwehren – in den 13 anderen Landkreisen erfolgt hingegen keine Entlohnung nach TVöD ..."

Wie soll es auch!? Beim DRK wird z.B. immer nach DRK-Tarifvertrag gezahlt!
Nehmt doch mal die Scheuklappen ab! Unterm Strich zählt das, was unten am Monatsende raus kommt.

Und mal ganz ehrlich: Für das Geld, was die jungen Kollegen heute als Gehalt nach TVöD bekommen (von Verdienen kann ja keine Rede sein), nachdem sie ihre Ausbildung selbst bezahlt haben, würde ich mir 10 Mal überlegen, den Job zu machen.

Bin mal gespannt, wie die Gehaltseinstufungen für die Notfallsanitäter laufen ;-)

In diesem Sinne: Allen ein ruhiges Wochenende!
03.08.2012, 17:20 Uhr von Jan
Moin,

Theodor, wo ist das Problem? Der eher lustige und gleichzeitig sehr lückenhafte Vergleich von Gehältern ohne Zulagen ist doch durchsichtig genug.

Doggi könnte hier ja mal mitteilen, ob es zwischenzeitlich Wechselschichtzulagen und Wechselschichturlaub bei seinem Betrieb gibt. Im Februar 2011 gab es jedenfalls keine entsprechenden Leistungen ...

In der mir vorliegenden Präambel des TV vom Februar 2011 steht:

[…] ABC und XYZ wollen mit diesem Tarifvertrag erstmalig eine Tarifbindung für die Beschäftigten von ABC herstellen. Ihnen ist klar, dass eine sofortige Heranführung an das Branchenniveau nicht sofort realisierbar ist. Deshalb verpflichten sich die Tarifvertragsparteien, sukzessive dieses Niveau zu erreichen.

Also: Zu Beginn einer Ausschreibung billiger sein und dann sukzessive teurer werden? Da bin ich aber mal gespannt ...

Vielleicht kann man mal andere Meinungen hinnehmen und nicht gleich wieder losbollern. Sich ein wenig in der Szene auskennen ist keine Schande, Theodor.

Mir ist es zusätzlich auch noch wurscht, ob HiOrg, Private oder Kommunen mit geringen Löhnen versuchen, Leute zu locken.

Ich bin weiterhin für Beschäftigung auf mindestens TVöD-Niveau. Das ist schon gering genug und wird in naher Zukunft Menschen eher von der Arbeit im Rettungsdienst abhalten statt zu motivieren.

Theodor, ab ins Fußballtor ...

Gediegenes kommunales Wochenende, Jan
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