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Luftrettung in strukturschwachen Gebieten

09.07.2012, 15:53 Uhr

Fotos: Archiv und C. Belibasakis/FH Köln

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PrimAIR untersucht Alternative zum bodengebundenen Rettungsdienst

Lösungsansätze für die primäre Luftrettung in flächengroßen, dünn besiedelten und schwach strukturierten Gebieten werden in dem Forschungsprojekt PrimAIR entwickelt. Die Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojektes sollen dazu beitragen, die rettungsdienstliche Versorgung in einem an den notfallmedizinischen Erfordernissen orientierten Zeitrahmen zu gewährleisten und gleichzeitig die Effektivität und Effizienz zu optimieren. Zum ersten Kickoff-Treffen des Forschungsprojektes PrimAIR hat sich das interdisziplinäre Forschungskonsortium bestehend aus Wissenschaftlern, Praktikern und Endanwendern vom 4. bis 5. Juli in der Fachhochschule Köln getroffen. Das Konsortium setzt sich zusammen aus der AntwortING Ingenieurbüro Partnerschaftsgesellschaft, dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI), dem Institut für Notfallmedizin der Asklepios-Gruppe (IfN), dem Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) am Klinikum der Universität München und dem Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Fachhochschule Köln (IRG). Begleitet wird das Projekt von der ADAC Luftrettung, der AOK Nordost, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bundespolizei-Fliegergruppe, der DRF Luftrettung und dem Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern. Das Sicherheitsforschungsprogramm ist ein Programm der Bundesregierung. Das Projekt wird vom BMBF im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert. Projektträger ist das VDI Technologiezentrum (VDI TZ); Verbundkoordinator des Projektes ist das AntwortING Ingenieurbüro in Köln. 

Aufgrund des demographischen und strukturellen Wandels und dem damit einhergehenden weiteren Besiedlungsrückgang wird eine angemessene und gleichzeitig ökonomische medizinische Versorgung der Bevölkerung gering besiedelter ländlicher Gebiete immer schwieriger. Der Kostendruck auf die Krankenkassen und das gesamte Gesundheitswesen führt zur Zentralisierung von Krankenhäusern und der Planung von spezialisiert-versorgenden Einrichtungen. Diese Veränderung der Krankenhausinfrastruktur stellt ebenfalls eine Herausforderung für die präklinische Notfallversorgung dar, da die Krankenhäuser das letzte Glied der Rettungskette bilden. Als neuer Ansatz hierzu soll untersucht werden, ob eine luftgestützte Primärrettung auch als Alternative zum bodengebundenen Rettungsdienst implementiert werden kann. Luftrettungsmittel könnten dann größere Gebiete abdecken und Patienten vom Notfallort auf direktem Weg in die für sie geeigneten Kliniken transportieren. Die Potenziale, Grenzen und Anforderungen an solch ein luftgestütztes Primärrettungssystem werden in dem Forschungsprojekt PrimAIR erforscht.

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Kommentare

09.07.2012, 20:42 Uhr von Arnold
Luftgestütztes Primärrettungssystem - da bin ich mal gespannt. Soll nun in jedem Dorf ein Landeplatz oder eine Rollbahn gebaut werden? Oder ich seile mich als Flight-Paramedic taktisch über dem Einsatzobjekt ab? Dann brauche ich aber zumindest wieder einen KTW, um den Patienten zum nächstmöglichen Landeplatz des Luftfahrzeuges zu verbringen. In manchen Regionen (meiner z.B.) können da zwischen Einsatzort und Landeplatz schon mal einige km liegen.

Die fehlende Ellenbogenfreiheit bei der Patientenversorgung während des Transportes wäre auch noch nachteilig, außer ich setze Maschinen vom Typ Super-Stallion, Chinook o.Ä. ein - die brauchen dann aber wiederum noch mehr Grundfläche zur Landung.

Und müsste man dann wegen der Landeplatzproblematik vielleicht vermehrt komplett ausgestattetes First-Responder-Personal in die Fläche bringen, um zeitliche Lücken zu schliessen? Ach ja, das sind ja dann keine Ärzte, ups.

Ob ich die Luftfahrzeuge nun primär, sekundär oder wie auch immer einsetze, die technischen und organisatorischen Probleme bleiben nun mal die gleichen. Aber dafür gibt es ja Untersuchungen, um hier mögliche Lösungen zu finden. Warten wir's ab.
10.07.2012, 09:22 Uhr von Martin
Nur mal 'ne Frage: Ist das erste Foto wirklich keine Fotomontage? [Admin: Das ist echt. Warum?]
10.07.2012, 11:00 Uhr von Martin
@Admin: Mir war, als sei das Archivfoto zu farbintensiv. Und auch die Schatten der beiden Maschinen (beide Maschinen aus Hamburg?) sind wohl nicht ganz identisch - quasi eine neue Variante des "Mondlandung"-Fakes.. Vielleicht mal den Link zum erstmaligen Gebrauch auf skverlag.de setzen?

[Admin: Das Foto haben wir zum ersten Mal hier verwendet und es ist lediglich etwas farboptimiert worden. Sonst ist es unverändert und in keiner Weise manipuliert worden.]
23.07.2012, 16:55 Uhr von Christoph
@Arnold: Gibt es in Australien überall eine Landebahn oder in Österreich? Nö, wozu? Lange Steppe reicht auch aus. Nee, mal im Ernst. Nach meinen Erfahrungen aus Australien bin ich der Meinung, dass es auch in Deutschland möglich ist. Mit einem Heli und nicht mit einem Flugzeug.
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