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Malteser SEG mit Tourniquets

13.08.2012, 09:08 Uhr

Die Sanitäter M. Reuter und C. Lehmann präsentieren das neue Rettungssystem C-A-T (Foto: Malteser Obertshausen)

Obertshausener Einheit erste im Rhein-Main-Gebiet

Die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Sanität der Malteser Obertshausen sieht sich als Vorreiter in Sachen moderner Patientenbehandlung. In den letzten Monaten bildete sie sich nach der deutschen S3-Leitlinie Polytrauma/ Schwerverletzten-Behandlung fort. Im Zuge dessen wurden auch 20 sogenannte Tourniquet-Systeme, „Combat Application Tourniquet“, kurz C-A-T, in Eigenleistung beschafft. Die SEG aus Obertshausen ist damit die erste Einheit im gesamten Rhein-Main-Gebiet, die über dieses moderne Rettungsgerät verfügt.

Es dient zur Stillung schwerer Blutungen an den Extremitäten, die durch einen Druckverband nicht mehr gestillt werden können. Bereits seit einigen Jahren wird das C-A-T durch die Streitkräfte der NATO-Staaten erfolgreich eingesetzt. Auch im Rettungsdienst-Alltag kann es bei schweren Unfällen Leben retten. Die ehrenamtlichen Helfer der Malteser SEG sind damit sogar dem Rettungsdienst einen Sprung voraus. Auf ihrem Gerätewagen Sanität wurden 15 Tourniquets und auf ihrem Rettungswagen fünf dieser modernen Rettungsgeräte verlastet.

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Kommentare

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13.08.2012, 11:48 Uhr von Peter
Ha, die gute alte Abbindung ist wieder da, jetzt nur mit einem neuen Namen. Was hat man versucht, die Abbindung in den 80er und 90er zu unterbinden (kleine Wortspielerei).
13.08.2012, 14:06 Uhr von Flo
Man beachte vor allem den Namen, Combat verrät doch schon die Herkunft. Das so ein System unter den Bedingungen bei der militärischen Nutzung durchaus Sinn macht, keine Frage.
Aber ob das auch hier in D so ist? Wie oft trifft man hier auf eine Blutung, die man nicht durch einen Druckverband gestoppt bzw. so weit reduziert bekommt, als dass man nicht bis zur Klinik mit Infusionen den Kreislauf erhalten kann?
13.08.2012, 14:19 Uhr von chris
Ich bin der Auffassung, dass der Einsatz eines Tourniquets bei einem MANV mit zahlreichen Amputations- und oder Splitterverletzungen durchaus großen Sinn macht. Gerade SEG-Helfer werden diesen leichter in der ersten Versorgungsphase anlegen können, als Infusionen bei einem kreislaufinstabilen Patienten zu legen. Insofern ein guter Vorstoß.
13.08.2012, 18:33 Uhr von E.
Die ehrenamtlichen Helfer sind dem Rettungsdienst einen Sprung voraus? Abbinden einer Extremität ist meines Wissens nicht erlaubt, Gefahr des Absterbens. Zumindest wird das seit Jahren so gelehrt.
Wir haben ja in Deutschland jeden Tag mehrere Amputationen?!
Sind wir jetzt im Krieg, oder was? Nichts für ungut, aber für mich ist das alles sehr übertrieben.
13.08.2012, 18:49 Uhr von Guido
Ohne Gabe von starken Schmerzmitteln (BTM) wird kein Pat., der bei Bewußtsein ist, das C-A-T tolerieren. Dewegen tragen BW-Soldaten im Auslandeinsatz wenn sie "raus"gehen auch BTM-Autoinjektionsspritzen oder Fental-Lolis mit sich.
Kann ja mal jeder ausprobieren eine Blutdruckmanschette auf 200 aufpumpen und nicht ablassen. Aua! Also ohne gleichzeitige Gabe von BTM sinnlos.
13.08.2012, 19:17 Uhr von Uwe
Es macht Sinn, auch in der Individualversorgung. Massiver Blutverlust bei Amputationsverletzung nach Bahnunfall.
13.08.2012, 21:39 Uhr von Christian
Man beachte, dass die meisten medizinischen Fortschritte in der Traumaversorgung aus den Erkenntnissen der Versorgung von Verletzten Soldaten oder Zivilisten in Kriegs- und Krisengebieten stammen. Auch für das Tourniquet gibt es eine Art Algorithmus: Akute Blutung, die durch direkten Druck auf die Wunde oder durch einen Druckverband nicht zum Stillstand zu bringen ist.
Somit ist das Tourniquet als Ultima Ratio anzusehen und nicht als primäres Einsatzdevice. Für diese sog. Druckpunkte gibt es meines Wissens bis heute noch keine Evidenz.
14.08.2012, 09:10 Uhr von Flo
@Chris, ja es kann durchaus Situationen geben, in denen ein Einsatz sinnvoll erscheinen mag. Aber MANV mit Amputations- /Splitterverletzungen dürfte eher die Ausnahme in D sein. Und auch dann muss die Frage erlaubt sein, ob nicht ein sofortiger Transport dieser Patienten zielführender ist als abbinden und Transport verschieben.
14.08.2012, 11:00 Uhr von Christoph
Obertshausen ist im Landkreis Offenbach am Main.
Also das hessische Krisengebiet, wenn man die Nachrichten so beobachtet.
Da ist Combat auch nicht weit.
Man kann auch mit einer Binde oder einem Gürtel abbinden, was man nachweislich ja nicht soll. Aber?
14.08.2012, 11:37 Uhr von Sepp
Deutschland rüstet sich für kommende Problemfelder, siehe Reserveabteilungen der Bundeswehr.
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