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Mechanische Reanimationshilfe für Bayerns Rettungsdienst

12.05.2017, 10:00 Uhr

Foto: Physio-Control

Lucas 3 auf allen NEF

In Bayern werden gerade alle NEF mit der mechanischen Reanimationshilfe Lucas 3 ausgerüstet. Das Gerät soll die manuelle Herzdruckmassage nicht in allen Fällen ersetzen, sondern dann zum Einsatz kommen, wenn zum einen die manuelle Reanimation an ihre Grenzen stößt wie etwa an Bord von Rettungshubschraubern sowie auf Drehleitern der Feuerwehr oder zum anderen sich das Rettungsdienstpersonal selbst einem Sicherheitsrisiko aussetzen müsste. Auch in besonderen Situationen, die eine Reanimation über einen langen Zeitraum erfordern, soll das Gerät die Thoraxkompression sicherstellen. Der Gebrauch ist als kontraindiziert festgelegt bei Schwangeren, Trauma-Patienten, Patienten mit offensichtlich instabilem oder deformiertem Thorax und bei Kindern sowie Patienten mit Körpermaßen, die außerhalb der Grenzangaben des Herstellers liegen.

Neben der einmaligen Einweisung aller ärztlichen und nicht-ärztlichen Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach dem Medizinproduktegesetz und im Hinblick auf Theorie und praktische Anwendung wird die Benutzung der mechanischen Reanimationshilfe in das jährliche Reanimationstraining eingebaut. Beschlossen wurde die Einführung des Gerätes durch die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst in Bayern, die Kostenübernahme (Anschaffungskosten ca. 2,5 Mio. Euro) haben die Soziallversicherungsträger zugesagt. Vorab wurden vier Gerätetypen umfassend getestet und sich dann für Lucas 3 entschieden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen RETTUNGSDIENST.

Kommentare

12.05.2017, 11:07 Uhr von Guy
" Der Gebrauch ist als kontraindiziert festgelegt bei Schwangeren, Trauma-Patienten, Patienten mit offensichtlich instabilem oder deformiertem Thorax und bei Kindern sowie Patienten mit Körpermaßen, die außerhalb der Grenzangaben des Herstellers liegen."

Wo kommen diese Kontraindikationen her bzw. wo werden die benannt?
Die Gebrauchsanweisung des LUCAS 3 sagt da etwas anderes.
12.05.2017, 12:13 Uhr von D
@ Guy: die endgültige Therapieentscheidung liegt ja am Ende beim Anwender unter Berücksichtigung der Vorgaben des Betreibers und nicht beim Hersteller. Und somit können Kontraindikationen auch großzügiger ausgelegt werden. Die Hersteller werden aus kaufmännischen Gründen immer so wenig, wie sie gerade noch vertreten können als Kontraindikation angeben. Warum sonst preisen die Hersteller der Thoraxkompressionsgeräte diese immer noch als den ultimativen Ersatz zur manuellen HDM an, obwohl die Leitlinien davon schon abgerückt sind?
12.05.2017, 13:00 Uhr von chris
Anschaffungskosten 2,5 Mio nur für Bayern ! Dabei gibt es in den meisten Regionen Bayern schon genug Thoraxkompressionsgeräte, die auf FR Fahrzeugen oder den Rettungsmitteln verlastet sind. Die Gieskanne soll es richten - bei fraglichem Nutzen !
12.05.2017, 13:06 Uhr von T
@Autor*in
Könnten Sie mir bitte die Quelle für die hier als generell genannte Kontraindikation des Lucas 3 bei Traumapatienten nennen. Vielen Dank!

[Anm. Admin: Bayerischer Indikationskatalog, siehe RETTUNGSDIENST 5/2017, S. 41]
12.05.2017, 13:37 Uhr von T
@Admin
In diesem Dokument des ÄLRD Bayern http://www.aelrd-bayern.de/images/stories/pdf/Empfehlung_mCPR.pdf (siehe S.3 unten) sind die möglichen Kontraindikationen deutlich differenzierter beschrieben. Eine generelle Kontraindikation kann ich nicht herauslesen.

[Anm. Admin: Danke. Wir klären das.]
12.05.2017, 13:44 Uhr von Sabine
Wie unterscheidet er sich zu Lucas 2?
12.05.2017, 14:08 Uhr von Peter
Liebe Kollegen,

die Frage von Guy wurde eigentlich schon von D. beantwortet. Als Quelle für die genannten Kontraindikationen darf ich das Papier nennen, das die ÄLRD zum Gebrauch des LUCAS 3 herausgegeben haben. Was auch immer manche aus den Gebrauchsanweisungen herauslesen oder nicht, entscheidend ist noch immer die ärztliche Anweisung. Ich bin überzeugt, die ÄLRD Bayerns haben nichts gegen interessierte Anfragen zum Thema.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
Dr. phil. Peter Poguntke
12.05.2017, 19:44 Uhr von martino
"2,5 Mio. nur für Bayern". Bitte die Folgekosten nicht vergessen, Akkus usw...... Bei med. Gerätschaften spielt Geld keine Rolle. Für leistungsgerechte Vergütung der Kollegen fehlt das Geld.
12.05.2017, 22:38 Uhr von Flo
@martino, das dürfte ein recht simple Rechenaufgabe sein. Was kostet der Lucas inkl Anschaffung und Wartung über seine zu erwartende Nutzungsdauer und was macht das dann umgerechnet an Zusatzkosten pro Einsatz in der Zeit. Das dürfte sich letztlich im Bereich von wenigen Cent abspielen.
Und auf der anderen Seite, was würde eine leistungsgerechte Vergütung umgerechnet pro Einsatz kosten? Die Kosten würden jährlich anfallen und durch Zinseszinseffekte noch verstärken werden. Das dürfte schnell in den Bereich von mehreren € gehen.
15.05.2017, 10:12 Uhr von Klaus
Hallo Martino (12.05.)

Was verstehst Du (und natürlich auch die anderen Leser) unter "leistungsgerecht" und vor allem, wie definierst Du / definiert ihr Leistung im Rettungsdienst?

Grundsätzlich gilt doch das Ergebnis (Eingruppierung, Geldbetrag, ...), das eine Gewerkschaft erzielt, als leistungsgerecht.

LG

Klaus
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