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Nach Herz-Kreislauf-Stillstand verlassen nur 12% lebend das Krankenhaus

09.05.2017, 13:17 Uhr

Foto: S. Hutt

Deutsches Reanimationsregister legte ersten Jahresbericht vor

Beim Treffen des Deutschen Reanimationsregisters am 26. April 2017 in Frankfurt wurde erstmals auch der Jahresbericht „Außerklinische Reanimation“ vorgelegt. Grundlage des Berichts sind 5.467 Datensätze aus 167 Rettungsdiensten des vergangenen Jahres. In der öffentlich zugänglichen Zusammenfassung wird nur ein Teil der erfassten Datenfelder dargestellt. Die Teilnehmer des Reanimationsregisters erhalten einen umfassenden Bericht, der die eigenen Standortdaten detailliert präsentiert und in den Kontext der bundesweiten Ergebnisse setzt. Die Darstellung orientiert sich dabei am sogenannten Utstein-Report, dem international standardisierten Berichtsformat für außerklinische Reanimationen. Darunter werden rettungsdienstliche Reanimationsversuche bei Herz-Kreislauf-Stillständen unterschiedlicher vermuteter oder bestätigter Ursache verstanden.

Der weit überwiegende Teil der Reanimationen fand auch im vergangenen Jahr im häuslichen Umfeld statt (72,9%). In der geringen Zahl der in der Öffentlichkeit stattgefundenen Reanimationen (901 = 16,5%) sehen die Verfasser des Berichts den Grund für den enttäuschenden Effekt der Public Access Defibrillation. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug im vergangenen Jahr 68,6 Jahre, Kinder und sehr junge Patienten seien eine Ausnahme. Nur wenige Herz-Kreislauf-Stillstände fanden unter Monitoring des Rettungsdienstes statt. Ein hoher Anteil von 56% werde allerdings bezeugt und biete damit die Möglichkeit eines sofortigen Notrufes mit unmittelbarem Beginn der Reanimation durch Notfallzeugen. In 40,8% der Ereignisse fanden Reanimationsmaßnahmen statt, bevor der Rettungsdienst eintraf. In einem Teil der Fälle erfolgte dies durch First Responder.

In 63,1% der Fälle wurde eine kardiale Ursache des Herz-Kreislauf-Stillstandes angenommen (Trauma 3,2%, Ertrinken 0,4%, respiratorisch/hypoxisch 12,1%, Sonst. nicht-kardial 8,9%, unbekannt 12,5%). In 33,9% der Reanimationen erfolgte aufgrund von Kammerflimmern oder -tachykadie eine Defibrillation. Bei 36,2 % wurde eine supraglottische Atemwegshilfe verwendet. 37,6% der Patienten erreichten das Krankenhaus mit wiedereinsetzendem Spontankreislauf (Return of spontaneous Circulation, ROSC), 23,1% überlebten die nächsten 24 Stunden. Nur 12% verließen lebend das Krankenhaus.

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