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Nordrhein-Westfalen will Frist für Notfallsanitäter-Ergänzungsprüfung verlängern

08.03.2017, 17:08 Uhr

Foto: J. Dommel

Landtag fordert Initiative der Landesregierung

In einem Entschließungsantrag hat der Landtag NRW die Landesregierung aufgefordert, die gesetzlichen Vorgaben bei der NotSan-Ausbildung umzusetzen (Drucksache 16/144407). Er fordert, dass die Regierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Zuständigkeit auf die beteiligten Akteure einwirkt, damit diese die Finanzierung und die Ausbildungsplanung endlich so umsetzt, wie sie in den entsprechenden Regelungen festgeschrieben sind. Außerdem soll sich die Landesregierung auf Bundesebene für eine Verlängerung der Frist zur Abnahme der Ergänzungsprüfungen (derzeit 31. Dezember 2020) einsetzen.

Anlass für den Antrag seien die zögerlichen Umsetzungen der Aus- und Fortbildung in einigen nordrhein-westfälischen Kommunen. Für sie erweise sich die konkrete Umsetzung der Planung und die Finanzierung der Ausbildung als Herausforderung. Grund dafür sei die unsichere Finanzierungslage, da sich die Krankenkassen vor Ort teilweise nicht die Regelungen halten würden. Sollten die Krankenkassen klagen, müssten die Kommunen mit Rückzahlungsverpflichtungen rechnen. Aufgrund des Finanzierungs- und Planungsproblems würde auch die Fortschreibung der Rettungsdienstbedarfspläne verzögert. Eine Verlängerung der Fristen würde hier weiterhelfen.

Die Schwierigkeiten bei der Umsetzung hätten auch Auswirkungen auf die Ausbildungsschulen. Durch die zurückhaltende Umgestaltung des Berufsbildes RettAss zu NotSan bei den Kommunen könnten die Ausbildungsträger Lehrgänge nicht planen und auch ihre Existenz komme mangels Auslastung ins Wanken. Ein weiteres Problem sei die Abnahme der Prüfungen. Hier fordert der Landtag eine interkommunale Zusammenarbeit zu fördern, um Engstellen zu vermeiden.

Kommentare

08.03.2017, 17:41 Uhr von chris
sorry , ich hab gepennt - ich brauch mehr Zeit !
es ist nur noch peinlich !
Ich hoffe, daß die Bundesländer die ihre Hausaufgaben gemacht haben, da nicht mit spielen !
08.03.2017, 17:51 Uhr von Frank
Schlaf Kindchen , schlaf...
08.03.2017, 18:14 Uhr von R.
Drei Jahre hinhaltetaktik der Krankenkassen und mangelndes Durchsetzungsvermögen der Regierung.
Welch eine Überraschung das jetzt nach der Stichtagregelung, die nächsten Pläne aus den Hut gezaubert werden um das kränkelnde Rettungsdienst System irgendwie am Leben zu halten.
Die Schulen werden auch so weniger werden, da es nicht annähernd so viele Auszubilde gibt, wie noch zu Zeiten des RettAss- Gesetzes.
Wäre interessant da mal genauere Zahlen zu erfahren.
09.03.2017, 00:59 Uhr von Karsten
Da hat ein ganzes Bundesland geschlafen und 3 Jahre verpennt. Nicht nur das Land ist verpflichtet die Mitarbeiter auf Notfallsanitäter zu umzuschulen, sondern auch die Arbeitgeber sind in der Pflicht. Diese müssen erstmal in Vorleistung gehen und sich später das Geld von den entsprechenden Stellen holen. Ist die Frist erstmal abgelaufen wird es richtig teuer, denn dann müssen einige Rettungsassistenten noch einmal 3 Jahre die Schulbank drücken. Eine Verlängerung der Frist sehe ich hier als Unbegründet. In anderen Bundesländern klappt es doch auch mit der Weiterbildung zum Notfallsanitäter, wo es bereits sehr viele geschafft haben. Ich möchte nicht wissen wie viele RA die Ergänzungsprüfung selbst bezahlt haben weil die Arbeitgeber nicht in die Pötte kommen. Wahrscheinlich mussten einige sogar Urlaub und Überstunden opfern weil sie auch nicht freigestellt wurden.
09.03.2017, 10:04 Uhr von Freidenker
Zugegeben , NRW sitzt die Angelegenheit offensichtlich aus, das ist für mich objektiv betrachtet nicht nachzuvollziehen und peinlich.

Allerdings war für mich objektiv betrachtet auch nicht nachvollziehbar, das mit Geltung des NotSanG den Ergänzungsprüfungen mit dem 31.12.20 ein (willkürliches) Ende verordnet wahr.

Diese Frist macht keinen erkennbaren , keinen nachhaltigen und keine die Angelegenheit verbessernden Sinn.

Was hilft es, wenn prüfungswillige RettAss KEINEN Prüfungstermin bekommen und gleichzeitig die Landesrettungsdienstgesetze RettAss ausschliessen? Das ist nicht nur in NRW ein Aspekt.

Die ersten ausgebildeten NotSan dürften bundesweit theoretisch dieses Jahr in Erscheinung. Bis Ende 2020 sind dann insgesamt bestenfalls 4 Jahrgänge verfügbar. Und wo kommt der Rest an NotSan her.?

Wir sehen in Folge dadurch dann die Auswirkungen des Auschlusses und der Abwertung des Berufsbildes RettAss. Gleichzeitig werden Qualifikationssufen Retthelf und RettSan unangetastet gelassen . Ein RettAss mit Staatsexamen ist in Zukunft defacto raus , ein RettSan mit einer Prüfung , welche NICHT das Niveau eines Staatsexamens hat , bleibt erhalten. Schilda lässt grüssen.

Leider lässt sich feststellen , daß das NotSanG nebst Ausführungsbestimmungen und angerenzender Gesetze überwiegend als genauso unzureichend anzusehen ist wie das RettAssG von 1989.
09.03.2017, 19:44 Uhr von E
@Freidenker: Genauso ist es.
10.03.2017, 11:51 Uhr von E
Zum NotsanG: Es gibt Regionen, da wird den NFS untersagt, mehr zu tun als ein RettAss.
Mit welchem Recht, darf dann der RettAss das Fahrzeug nicht mehr als erster Mann besetzen, wenn der NFS auch nichts anderes macht?
15.03.2017, 02:22 Uhr von Jürgen
Alter Wein in neuen Schläuchen sagt der Volksmund. Wieder hängt alles vom guten Willen eines Standesvertreters ab. Wenn sich schon die gesetzgebende Ebene eines Staates nicht rantraut, warum sollte ein einzelner NFS sich "aus dem Fenster lehnen"? Es bleibt alles wie es ist. Allein der Fortschritt eine dreijährige Ausbildung zu absolvieren war zwar überfällig, das allein reicht jedoch nicht!
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