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Notfallsanitäter sollen Gros der Einsätze eigenständig abarbeiten

19.12.2016, 11:06 Uhr

Foto: J. Dommel/Johanniter

Diskussionspapier aus Hessen zur Zukunft des Rettungsdienstes

In Hessen hat eine Arbeitsgruppe der DRK-Kreisverbandsärzte ein Diskussionspapier zur Zukunft des Rettungsdienstes und zum Potenzial des Notfallsanitäters erarbeitet. Als selbstgesteckte Ziele wurden darin eine angemessen (notfall-)medizinische Versorgung der Bevölkerung, die Entlastung von Notärzten (im besten Fall mit einem Rückbau von NEF- und Notarzt-Standorten) sowie ein rechtssicheres Arbeiten der Notfallsanitäter formuliert.

In dem Papier wird u.a. gefordert, einen ärztlichen Supervisor in den Leitstellen zu installieren. Dafür würden zwei bis drei Ärzte in ganz Hessen ausreichen. Auch der Indikationskatalog müsse kritisch überarbeitet werden, „das regelhafte Mitalarmieren eines NEF muss minimiert werden.“ Die Ausbildung und Befugnisse eines Notfallsanitäters müssten diesen in die Lage versetzen, das Gros der Einsätze eigenständig abzuarbeiten. Die Ausbildungsstruktur für den Notfallsanitäter ermögliche auch eine Hochschulausbildung (duales Studium), aus der ein Masterstudiengang mit dem Ziel des Kompetenzerwerbs für die eigenständige Behandlung gängiger Notfallszenarien entwickelt werden könnte (M.Sc. Notfallmedizin). „Konsequenterweise wäre hier eine Teilapprobation mit Anbindung an die Ärztekammern zu schaffen.“ Für Szenarien außerhalb der Routine gäbe es dann den Rückgriff auf den Notarzt.

RETTUNGSDIENST sprach mit dem hessischen DRK-Landesarzt Dr. med. Matthias Bollinger über das Diskussionspapier. Das Interview lesen Sie in der Januar-Ausgabe.

Kommentare

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19.12.2016, 15:05 Uhr von Patrick
Welche bedeuten würde, das einige NotSan ihren Hochschulabschluss erwerben müssten!
Ohne hin war eine Umstrukturierung zum Notsan in vielen Bundesländern eine personelle Katastrophe. Jetzt noch mit dem Hochschulabschluss ?
Ich behaupte, mindestens 50prozent der RD'ler weißen keinen Hochschulabschluss vor.

Eine erweiterte Kompetenz ist zwar sehr gut, jedoch gibt es hier meiner Meinung nach andere Möglichkeiten wie zB einen Spritzenschein, der jährlich mit einer Schrift. Und mündlichen Prüfung erworben werden kann. In manchen Bundesländern wird dieser schon jetzt ohne NotSan erfolgreich angewendet.
19.12.2016, 15:07 Uhr von Hans
Das Notfallsanitäter in Zukunft mehr Aufgaben übernehmen sollen war zu erwarten. Leider steht das bisher für Notfallsanitäter geplante Entgelt hierzu in keinem Verhältnis. Neues Personal zu gewinnen dürfte daher zunehmend schwerer werden.
19.12.2016, 15:37 Uhr von Florian
Mir erschließt sich zu dem (als Studierter) nicht, wie erst ein Hochschulabschluss dazu in die Lage versetzen soll. Da habe ich noch nicht EIN vernünftiges Argument für gehört.
19.12.2016, 16:17 Uhr von Lars
Ich würde gern das ganze Papier lesen bevor ich mich dazu äußere.
@Patrick, Hans & Florian: Könnt ihr mal den Link zum vollständigen Papier posten?
@SKVerlag: Oder könntet ihr das übernehmen?
19.12.2016, 17:35 Uhr von Dieter
@Florian: Das habe ich auch nie begriffen! Aber jeder Berufsstand hat halt "seine Ehre"...
Ansonsten hört sich das mit dem Supervisor in den Leitstellen gut an und das Vorhaben, NEF-Alarmierungen - also Notarztalarmierungen auf das Minimum zu beschränken auch!
@Hans: Stimme zu! Arbeitsplatzbedingungen sind heute das A und O und von morgen sowieso - ordentliche Bezahlung gehört dazu. Nur - den Krankenkassen wird das nicht schmecken. Sind die doch der Meinung, durch das NotFSanG und der Etablierung von NotFSan könnten auf der Notarztseite Einsparungen generiert werden. Außer dem bissle Finanzierung der Ausbildung zum NotFSan zahlen sie ja nix. Also von wegen mehr Gehalt und so...Pustekuchen.
19.12.2016, 18:49 Uhr von Mathias
@Hans: Woher nimmst Du die Erkenntnis, wie die Vergütung in 15 bis 30 Jahren aussieht? Über diesen Zeitraum sprechen wir nämlich, wenn es um die Umsetzung der zur Diskussion stehenden Ideen geht.

@Florian: Hast Du schon einmal mit Fachkräften gearbeitet, welche ein dreijähriges duales Studium mit dem Fokus Notfall- und Rettungsmedizin absolviert haben?

@Dieter: Den Krankenkassen fliegt gerade das aktuelle System der Grundversorgung um die Ohren und die Kosten explodieren. Du darfst davon ausgehen, dass die Kostenträger für unkonventionelle Denkansätze offen sind. Es gibt aktuell Projekte im Bereich der integrierten ausserklinischen Versorgung (gemeinsam mit den Kassen), die bis vor 10 Jahren gar nicht denkbar gewesen wären und welche für die Weiterentwicklung der Berufsbilder im RD noch nie dagewesene Chancen bieten.
20.12.2016, 00:22 Uhr von Theodor
Studium? Soso. Warum sollte ich Notfallsanitäter studieren wenn ich doch gleich Medizin studieren könnte? Oder Architektur? Elektrotechnik? Maschinenbau? Oder den Tampon BWL oder Jura? Für die paar Kröten im RD? Wenn man die besten will muss man auch am besten Bezahlen!!! Alle 5 Jahre Ausschreibungen? Ständig das gezicke mit irgendwelchen pseudo Führungskräften? Keine aber auch überhaupt keine Anerkennung seitens des "Kunden" oder der KK oder LK? L Ä C H E R L I C H ! Aber ich wiederhole mich.
20.12.2016, 03:25 Uhr von Florian
@Mathias:
meinen Sie einen von diesen selbstgestrickten Rescue Hero Studiengängen? Nein, da verzichte ich auch gerne drauf. Der Staat hat eine mit einem Examen abschließende Berufsausbildung geschaffen. Diese Personengruppe stellt zusammen mit Notärzten die notfallmedizinische Versorgung in Deutschland sicher.

Mir ist der akademische Mehrwert für einen Beruf, der MACHEN muss/soll, nicht im geringsten ersichtlich. Sollte es erweiterte Inhalte während des dualen Studiums geben, die in der Berufsausbildung nicht vorkommen, so sollte man diesen Umstand ausräumen und die Ausbildung um diese Inhalte ergänzen. Warum ein NFS in ausführender Position einen akademsichen Abschluss haben muss, ist mir nicht verständlich. Es wird fälschlicher Weise angenommen, ein Studium würde für eine höhere Versorgungsqualität sprechen. Das einzige was ein Bolognapapier von der normalen Ausbildung unterscheidet, ist die wissenschaftliche Arbeit. In vielen Zügen ist die Ausbildung sogar zu bevorzugen, weil das Lernziel fokussierter und zielgerichteter erreicht wird. Aus gutem Grund gibt es die "dualen Studiengänge". Was hat denn ein NFS vom Abfassen einer Bachelor/Masterarbeit? Welche Relevanz hat dies Nachts um 3 bei einem Pat. mit Nierenkoliken?
20.12.2016, 09:29 Uhr von Flo
@Patrick, warum nur 50%? Ich wüsste so spontan keinen Studiengang der mich befähigt auf einem Rettungsmittel zu arbeiten. Das mag sicher im Bereich der Führung anders aussehen, aber wenn die draussen auf dem Auto sitzen, dann nicht mir ihrem Hochschulabschluss.
Problem an der angedachten Akademisierung des RD dürfte eher sein das kaum einer über die nötigen Zugangsvorraussetzungen für ein Studium verfügt.
20.12.2016, 10:29 Uhr von Philip
ob die Notärzte wirklich entlastet werden, wenn im gleichen Atemzug die Standorte verringert werden?
Bezüglich Studium. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Hochschulzugangs. Entweder Abitur oder BOS oder die Länder ermöglichen den NotSan den Zugang zu einem entspreechenden Bachelorstudiiengang. Problem ist nur, was mit den Bachelorabsolventen passiert, die keinen Masterstudienplatz bekommen? Dies ist nicht nur ein theoretisches Problem, sondern heute schon gelebte Praxis. Besonders die Psycholgen haben dies. Ohne Masterabschluss kannst Du nicht als Psychologe arbeiten. Ohne M.Sc. Notfallmedizin keine erweiterten Maßnahmen. Bedeutet für viele ein Weiterarbeiten als NotSan mit einem Bachelorabschluss, der nicht finanziell honoriert wird, warum auch.
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