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Notfallsanitätergesetz am 10. Oktober im Kabinett

01.10.2012, 15:02 Uhr

Änderungswünsche seien „weitgehend berücksichtigt“ worden

Am 10. Oktober 2012 soll das neue Notfallsanitätergesetz dem Bundeskabinett zur Beratung vorgelegt werden. Wie aus einem Schreiben des Bundesgesundheitsministers hervorgeht, sind die Kernpunkte die Verlängerung der Berufsausbildung von zwei auf drei Jahre, die inhaltliche „Modernisierung“ des Berufsbildes, die sich in der Ausbildungszielbeschreibung niederschlage, sowie die Festlegung von Qualitätsanforderungen an die Schulen und Einrichtungen der praktischen Ausbildung. Im Ausbildungsziel werde beschrieben, über welche Kompetenzen Notfallsanitäter verfügen müssen, um „kritischen Einsatzsituationen“ gerecht zu werden. Die Beschreibung soll bei der Beurteilung der so genannten Notkompetenz als „Auslegungshilfe“ dienen. Neu ist ebenfalls die Einführung einer Ausbildungsvergütung.

Die beteiligten Bundesministerien hätten dem Entwurf bereits zugestimmt. Länder, kommunale Spitzenverbände, Fachorganisationen und Verbände seien angehört, ihre Änderungswünsche „weitgehend berücksichtigt“ worden. Beobachter in Berlin gehen aus diesem Grund davon aus, dass das neue Notfallsanitätergesetz das Kabinett problemlos passieren wird. In Kraft treten kann es aber noch nicht. Dazu ist die Zustimmung des Bundesrates notwendig. Das Notfallsanitätergesetz, dessen Verabschiedung in Kombination mit der Reform des Hebammengesetzes erfolgt, wird jährlich rund 42 Mio. Euro Mehrkosten verursachen, von denen 90% auf die Gesetzliche Krankenversicherung entfallen. Aufgefangen werden sollen diese Mehrkosten durch Einsparpotenziale bei Krankenhausbehandlungen und die Vermeidung von Notarzteinsätzen, die sich aus der Höherqualifizierung des Rettungsdienstpersonals ergeben. (POG)

Den Gesetzentwurf finden Sie hier.

Kommentare

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01.10.2012, 16:55 Uhr von Stefan
Endlich gehts weiter!
01.10.2012, 17:04 Uhr von RD
Ich hoffe das Blatt findet schnell seinen Weg zum Gesetz, trotz all der Kritik ist es im Kern eine gute und logische Verbesserung. (Etwas neidische) Grüße aus dem RD Entwicklungsland Österreich, in der ein 260h Kurs im Großteil des Landes zur Versorgung von Notfallpatienten berechtigt..
01.10.2012, 18:11 Uhr von Olaf
Wir werden sehen. Die nächste Hürde sind dann die sechzehn "Ausführungsbestimmungen"/Landesrettungsdienstgesetze. Dort entscheidet sich dann, wie gruselig der Flickenteppich dann wirklich wird. Da finden die Sparfüchse sicher genug Spielraum, um Kosten für das neue Personal zu senken. Und die akademischen Standesvertretungen mischen dann sicher ordentlich mit.

Gruß
01.10.2012, 19:56 Uhr von R
Ich finde es einfach eine Frechheit zu behaupten, die Mehrkosten können durch kürzere Krankenhausaufenthalte sowie durch weniger Notarzteinsätze reingeholt werden. Auch ein Jahr längere Ausbildung ersetzt kein jahrelanges Medizinstudium. Und wie soll bitte schön auch noch so gut ausgebildetes Rettungsdienstpersonal über die Krankenhausaufenthaltsdauer bestimmen? Die Leidtragenden sind ja doch wieder die Kliniken, die noch weniger Geld je Fall bekommen werden. Und somit werden die Rezidivraten noch höher steigen.
01.10.2012, 22:12 Uhr von Flo
@R: So wie ich das lese, werden die Sparpotenziale im Krankenhaus nicht unbedingt durch kürzere Behandlungszeiten gesehen, sondern durch die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte. Wobei das sicher auch davon abhängen wird, ob und wie weit man bereit ist den Notfallsanitätern dann auch die Kompetenz zuzusprechen, zu entscheiden: "Nein, das ist jetzt nix fürs KH, sondern für den KV-Notdienst oder den Haus-/Facharzt zu dessen regulären Sprechzeiten."
01.10.2012, 22:41 Uhr von Hans
@R: Ich glaube, Du verstehst da was falsch. Nicht das "noch so gut ausgebildete Rettungsdienstpersonal" entscheidet über die Krankenhausaufenthaltsdauer, sondern, wenn es wirklich so ist, der bessere Zustand des Patienten. Wenn ich Deiner Argumentationsreihe folge, dann sollte jeder Patient schlecht versorgt werden, damit die Kliniken nicht die Leidtragenden sind. Passt irgendwie nicht zu Hippokrates.
02.10.2012, 07:17 Uhr von F
Ja bezogen auf die kürzeren Krankenhausaufenthalte konnte mir auch noch keiner plausibel erklären und belegen das es stimmig ist ... Der Rest aber ist Bull...
02.10.2012, 10:13 Uhr von Johann
@RD: Was ist so schlecht an der österreichischen Ausbildung? Man muss sich rezertifizieren lassen bei der Defi-Ausbildung, man muss sich rezertifizieren lassen, damit man seine Notkompetenzen nicht verliert. Dafür hat Österreich vieleicht ein dichteres Notarztnetz als Deutschland.
02.10.2012, 15:27 Uhr von RD
@Johann:
Das östereichische SanG (2002) ist im Grunde nix schlechtes, allerdings lässt es sehr viel Freiraum nach unten zu und dieser wird von den HilfsOrgs (RK, Samariterbund, ect) maximal ausgenutzt. So ist es die Regel, dass 2 Zivildiener alleine zu einem Herzinfarkt fahren. Ich kämpfe hier mit Leuten, die nach jahrelangem Dienst nicht wissen, wie man den Blutdruck manuell misst.

Desweiteren sind wir meilenweit von richtigen RTWs entfernt. Bei uns (OÖ) fahren Krankentransportwagen (Typ A2 nach EN1789) alle Notfalleinsätze, andere Fahrzeuge gibts nicht..
02.10.2012, 18:54 Uhr von Johann
@RD: Wenn habt Ihr dies in OÖ zu verdanken, das der KTW für Notfälle verwendet werden? Euren EX Präsidenten die Worte aus seinem Munde der VW T 5 ist einem RTW gleichzustellen oder Aussage ex RK Präsident: Die aufwändigere Erstversorgung der Notfallpatienten findet in der Regel am Auffindungsort bzw. der Unfallstelle und nicht im Fahrzeug statt.
Ich kenne das System in OÖ zu gute und muss sagen es gibt überall schwarze Schaf aber auch gute Zivildiener können einen Infarkt versorgen.Es gehören einfach die Anweisungen der Ärztlichen Leiter überarbeitet die sich über das ÖSang Hinwegsetzen.
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