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Notfallsanitätergesetz gefährdet Rettungsdienst bei den Feuerwehren

25.06.2012, 14:05 Uhr

Foto: K. von Frieling

Stellungnahme des DFV und der AGBF zum Referentenentwurf

Wenn der Referentenentwurf des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG-E) in unveränderter Form übernommen werde, könnte dies den Fortbestand des Rettungsdienstes bei den Feuerwehren gefährden. Dies schreiben der die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF-Bund) und der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) in einer gemeinsamen Stellungnahme. 

Zwar begrüßten die deutschen Feuerwehren die langersehnten Grundaussagen zu den Aufgaben des Notfallsanitäters und das Ziel der höheren Qualifizierung des Berufsbildes. Sie sehen aber mit großer Sorge dem Entwurf einer systematik-geprägten schulischen Ausbildung entgegen, die praxisfern und nicht sachgerecht wirken könne. Die Feuerwehren vermissen im Experten-Beirat den angemessenen kommunalen Anteil. Im Gesetzentwurf seien zwar besondere Regelungen für Hochschulen, nicht aber für die technischen Beamten der Kommunen enthalten. Zudem kritisieren die Feuerwehr-Verbände, dass Auszubildende nicht mehr an Stelle von Rettungssanitätern eingesetzt werden sollten. Die Kommunen und ihre Feuerwehren halten diesen Ausschluss weder für sachgerecht in der Ausbildung noch für ökonomisch nachvollziehbar. 

Die Stellungnahme können Sie sich hier herunterladen.

Weitersagen:

Kommentare

25.06.2012, 16:21 Uhr von E.
Dass sich die Feuerwehr Sorgen macht, ist klar. Kein Brandmeister wird die neue Ausbildung machen und das ist gut so. Keiner mehr, der den RettAss (NotSan) die Arbeitsplätze wegnimmt. Brandmeister, bleib bei deinen Leisten und lass die Rettung den Rettern. Es sitzen genug RettAss ohne Job auf der Straße.
25.06.2012, 16:28 Uhr von retter
War ja klar, aber es soll ja Bundesländer geben, wo die Feuerwehr Feuer löscht und der Rettungsdienst von Rettern betrieben wird. Jeder soll halt das machen, was er am besten kann. Da viele Kameraden den Dienst in Weiß eh nicht lieben und gerne machen, dann sollen doch lieber die motivierten Retter - von wem auch immer sie kommen - den Rettungsdienst betreiben. Für den Patienten bestimmt ein Gewinn.

Also, es bleibt spannend.
25.06.2012, 17:18 Uhr von udo x
Hatten die Feuerwehren nicht erst mit den Potsdamer Thesen die Behauptung aufgestellt: "Wir können alles!" Und jetzt wird zurückgerudert. Es dürfte doch jedem klar sein, dass der allzeit bereite, für alles qualifizierte Feuerwehrmann nie existiert hat und auch nie existieren wird. Dieses
ist eine schöne Geschichte für die unbedarften Kommunalpolitiker. Vieleicht wird sich dann in naher Zukunft der eine oder andere Rettungsdienst durch die eine oder andere Feuerwehr erübrigen. Wie das die hauptberuflichen freiwilligen Feuerwehren in NRW machen wollen, ist mir nicht klar. Aber die Zukunft wird es zeigen.
25.06.2012, 19:11 Uhr von Dirk
@von E.
@von retter
Also Feuerwehr RettAss und RettSan sind schlechte Retter? Bin RettAss einer BF und kenne genug schlechte HiOrg/Private RettAss. Also immer schön sachlich bleiben.
25.06.2012, 19:40 Uhr von Bernd
Na, da wird man mal sehen, wieviel Einfluss der DFV als Lobbyverband hat, um hier dann noch das Schlimmste für die Berufsfeuerwehren abzuwenden.
26.06.2012, 20:27 Uhr von Olaf
Ver.di hat doch in ihrer Stellungnahme bereits einen gangbaren Weg aufgezeigt: Teilzeitausbildung während eines 5-Jahres-Zeitraumes an externen und zertifizierten Schulen mit Dozenten, die selbst eine Hochschulausbildung vorweisen können. Wie sich das allerdings mit 24-h-Stunden-Diensten bei machen BF vereinbaren lässt, muss wohl irgendwann einmal (wie so oft) der EuGH entscheiden, da es sich bei dienstlicher "Anordnung" der Ausbildung zweifelsfrei um Arbeitszeit handelt. Andernfalls wäre die Ausbildung von den Brandmeistern aus eigener Tasche zu zahlen und in die eigene Freizeit zu verlagern.

Fragt sich auch, wer sich nach Gesellenbrief und BF-Ausbildung noch fünf Jahre Teilzeit NotSan-Ausbildung antun will - nur um dann in die (unbeliebten) weißen Klamotten gesteckt zu werde.
26.06.2012, 21:54 Uhr von E
Dirk: Ich habe nie behauptet, dass bei der BF nur schlechte Retter arbeiten. Fakt ist aber, dass bei der Feuerwehr immer noch der Brandschutz ,die Technische Hilfeleistung etc. im Vordergrund stehen. Die Rettung, so mein Eindruck, wird so nebenbei gemacht, und das kann es ja wohl nicht sein.

Die Ausbildung zum Brandmeister geht, wenn ich richtig informiert bin, zwei Jahre, genauso wie bei dem jetzigen RettAss. Was würdest Du sagen, wenn ich nebenher noch die verkürzte Ausbildung zum Brandmeister (wenn es das geben würde) machen würde und Du keinen Job finden würdest? Erkennst Du dass Problem? Ich hoffe, das war sachlich genug.
27.06.2012, 16:59 Uhr von Dirk
@E
@Olaf
Wie lange eine Ausbildung bei der Feuerwehr geht, ist von F zu F unterschiedlich. Wie die RD Ausbildung integriert ist auch.
Wenn ich dich richtig interpretiere, gibst Du den RD bei einer Feuerwehr die Schuld, dass man keinen Job in RD findet? Wie kommst Du darauf? In HH wurden bei der BF RettAss als Angestellte (mit Übernahmeoption in den F-Dienst) gesucht. Und, hast Du dich beworben?
Und wer sich bei einer BF bewirbt, die RD fährt, weiß was auf ihn zukommt. Wer keine lust auf RD hat muss sich halt eine andere BF suchen, die keinen RD hat.
28.06.2012, 18:41 Uhr von J.
@Dirk, @E: Ihr habt beide ein bisschen recht. Ich habe in meiner nunmehr mehrjährigen Berufslaufbahn als Rettungsassistent immer als Angestellter bei Feuerwehren gearbeitet, auf den Fahrzeugen waren immer ein Angestellter und ein BM. Seit kurzem arbeite ich bei einer namhaften HiOrg in einem RD-Bereich, der zum größten Teil von der FW bestritten wird, und wenn ich beides vergleiche, muss ich sagen, dass in diesem und auch in den andern besagten Bereichen ich lieber nicht von der FW gerettet werden möchte.

Wenn man als Brandmeister bei der für uns zuständigen Feuerwache sagt, dass man als BM Spaß am RD hat und man das gerne macht und die Chefetage das mitbekommt, war es das, EdKa (Ende der Karriere) und auch qualitativ, muss ich sagen, war der RD bei den FW um Längen nicht so gut wie jetzt. Ich kann das sogar verstehen, wenn ich Feuerwehrmann werde, will ich Feuer ausmachen und nicht nachts um drei irgendwelche Besoffenen vom Hauptbahnhof kratzen. Sicherlich sind da nicht alle so, sonst würde z.B. die BF Münster nicht laut Umfragen einen der drei besten RD in Deutschland betreiben.

Was sicherlich nicht zutrifft, das Brandmeister, die auch als RettAss eingesetzt werden, (nur) RettAss die Arbeitsplätze wegnehmen. Als Ergebnis dieser Diskusion erkennt man jedoch, dass einige doch die Meinung vertreten, dass der von Beamten gefahrene RD stellenweisen nicht so klasse ist und diese Gründe und Aussagen müssen ja irgendwoher stammen, das saugt sich ja keiner aus den Fingern.

Spannend, spannend, vielleicht klinken sich ja noch einige (auch Brandmeister) noch in die Diskusion ein, würde mich freuen.

MfG

J.
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