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Nur noch Sauerstoff und Elektrolyte durch Nicht-Ärzte in München

09.07.2012, 11:45 Uhr

Foto: MKT

Treffen von ÄLRD und Rettungsorganisationen in dieser Woche

Kritik für sein Pauschalverbot der Medikamentengabe durch nicht-ärztliches Rettungsdienstpersonal hat der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Münchens, Prof. Dr. Uwe Kreimeier, nun auch aus den Reihen des Stadtrats geerntet. Der Jurist, Stadtrat und Verbandsrat des Rettungszweckverbandes, Michael Kuffer – selbst Rettungsassistent – reagierte in einem Schreiben an den Professor nicht nur ungehalten darüber, nicht über diesen Schritt informiert zu sein, sondern stellte auch dessen Sinn in Frage. Zwar stimme er mit Kreimeier überein, soweit es darum gehe, für die Zukunft ein belastbares und transparentes Modell für die Regelung der Voraussetzungen und des Umfangs der Medikamentengabe durch Rettungsassistenten zu schaffen. Allerdings greife der Mediziner, so heißt es in dem Schreiben Kuffers „völlig überraschend-beschränkend in den Status quo ein“, bevor eine Neuregelung überhaupt getroffen worden sei. Auch aus rechtlicher Sicht bezweifle er das korrekte Vorgehen Kreimeiers: „Da die Voraussetzungen des Art. 12 Abs. 4 BayRDG nicht vorliegen, kann Ihr Rundschreiben keinen Weisungscharakter haben.“ Die Regelung sei weder mit den Rettungsorganisationen noch deren Chefärzten abgestimmt worden. 

Einigung soll nun ein Treffen in dieser Woche bringen, bei dem ÄLRD und Rettungsorganisationen eine Übergangsregelung verabschieden wollen, die an die bisherigen Regelungen anknüpft und sich an die Empfehlungen der Bundesärztekammer anlehnt, im Umfang allerdings gewisse Einschränkungen (in erster Linie bei Analgetika und Sedativa) enthalten soll. In den nächsten Wochen soll dann eine Arbeitsgruppe möglichst rasch eine endgültige und umfassende Regelung aufstellen. Enthalten wird diese Regelung einen Katalog von „RTW-tauglichen“ Medikamenten, deren jeweilige (symptombasierte) Indikationsstellung zur Verabreichung durch Rettungsassistenten und deren Einbettung in den Gesamtzusammenhang der bei den jeweiligen Lagebildern zu treffenden präklinischen Maßnahmen beinhaltet. (POG)

Das Schreiben an Professor Dr. Kreimeier wurde vom Verfasser auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht.

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Kommentare

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09.07.2012, 12:10 Uhr von Jens
Darf der Herr Kuffer in privaten E-Mails das Wappen der Landeshauptstadt München verwenden? In Stuttgart hat so etwas einem Abteilungsleiter im WiMi das Amt gekostet!
09.07.2012, 12:21 Uhr von Sebastian
Mann, Du hast Probleme.
09.07.2012, 12:34 Uhr von Jens
@Sebastian: Ich ja wohl nicht, sondern eher MK. :-l
09.07.2012, 12:42 Uhr von Peter
@Jens: Was bitte soll an dem Schreiben privat sein? Herr Kuffer hat Herrn Kreimeier ja nicht zu seiner Geburtstagsparty eingeladen, sondern ihn offiziell als Stadtrat und in einer Angelegenheit angeschrieben, für die er als Verbandsrat des Rettungszweckverbandes zuständig ist! Dass er aus dem ganzen politischen Betrieb offensichtlich der Einzige ist, der sich um die Sache kümmert, ist traurig, macht aber sein Schreiben nicht weniger offiziell.
09.07.2012, 12:54 Uhr von Hans
Und wir RettungsdienstmitarbeiterInnen erwarten von der Bevölkerung Respekt und Anerkennung, Vertrauen in unser Handeln in Notfallsituationen? Wie denn nur, wenn solche Eskapaden durch fragwürdig verantwortliche Ärzte via Presse nach außen gelangen? Wenn es nicht so schrecklich peinlich wäre, was da von Doc K. abgesondert und verlangt wird, man sollte sich wahrlich fragen, in ein anderes Bundesland zu ziehen, um im Notfall auch optimal durch gut ausgebildetes RD-Personal versorgt zu werden. Es ist nur noch widerlich! Wann nimmt man uns die Tragen weg? Ich frage ja nur.
09.07.2012, 13:02 Uhr von Jan
Moin,

bei dem (eigentlich) in Rede stehenden Thema (Schreiben des ÄLRD München) sollte man eigentlich ganz leicht von selbst auf eine mögliche Zuständigkeit eines Stadtrats der betroffenen Kommune kommen können. Aber natürlich nur eigentlich.

Kommunales Kopfschütteln über solche Beiträge von Jens.

Jan
09.07.2012, 14:15 Uhr von Hagen
@Jens: Hat Herr Kuffer Dir persönlich irgendwas getan? Ansonsten auch hier: Weniger ist manchmal mehr! ;-)

Zum (eigentlichen) Thema: Gut, dass es jetzt auch die Lokalpolitik erreicht hat. Diskussionen in Foren wie diesen sind zwar interessant, bringen aber nix.
09.07.2012, 23:07 Uhr von Christoph
Und ab Morgen nur noch die Glaskugel! Ja, keine Kompetenzen abgeben, es könnte ja Arztmangel entschärft werden, das geht auf keinen Fall. Statistisch gesehen ist der Arzt der gefährlichste Mitarbeiter im Gesundheitssystem, weil durch seine Fehler mehr Menschen sterben. Es heißt ja auch Arztfehler und nicht Assistentenfehler.

@Hagen: Sollen wir alle in die Politik gehen? Dann ist der Plenarsaal aber voll wie ein Amtmann und außerdem wer rettet dann noch Merkel, Gysi, Westerwelle?

@Jens: Ja, darf er auch, wenn es um eine Geburtstagparty geht, solange es sich um eine Feier im Kollegenkreis handelt und das Ansehen der Stadt nicht gefährdet wird. Wir sind ja nicht im italienischen (Bunga-Bunga-)Parlament oder bei einem Betriebsausflug von VW (drei Becken und ein Ständer, für die Noten!).
10.07.2012, 10:21 Uhr von Hagen
@Christoph: Ich sprach von der Lokalpolitik (Stadt-/Gemeinderat bzw. Kreistag). Da gibt's keinen Plenarsaal, nur Schulbänke und Ähnliches.
11.07.2012, 20:22 Uhr von Christoph
@Hagen: Der Plenarsaal ist ein Saal, der über Mikrofone und ein Rednerpult verfügt. Ich weiß ja nicht, wie bei Dir Lokalpolitik gemacht wird, aber da wo ich herkomme, gibt es im Kreistag einen sogenannten Sitzungssaal oder auch Plenarsaal genannt.
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