Mit zwei schwerwiegenden Pannen sieht sich derzeit die Leitstelle Potsdam konfrontiert. So soll sie in einem Fall Feuerwehren in die falsche Richtung geschickt und in einem zweiten die nächstgelegene Wehr gar nicht erst verständigt haben. Nach Presseberichten ereignete sich im ersten Fall ein Verkehrsunfall auf der B 5 zwischen Karstädt und Groß Warnow. Die nächstgelegene Feuerwehr von Karstädt sei jedoch ebenso an den falschen Einsatzort entsandt worden wie die danach alarmierte Wehr aus Perleberg. Mehrere Feuerwehrleute sollen diese Fehlmeldung bestätigt haben.
Im zweiten Fall soll bei einem Unfall an der Abzweigung Schönfeld der B 5 zunächst nicht die Quitzower Feuerwehr verständigt worden sein, obwohl sie die nächstgelegene ist. Der angebliche Grund: Sie sei als nicht einsatzklar gemeldet gewesen – eine Angabe, welcher der zuständige Wehrführer widerspricht. Er selbst habe die Feuerwehr wegen einer Fortbildung an diesem Tag abgemeldet und dann wieder angemeldet. Gespräche aller Beteiligten sollen nun klären, wie es zu diesen Pannen kommen konnte. RETTUNGSDIENST wird weiter darüber berichten. (POG)


Kommentare
das ist schon ein Phänomen ...
Seit der Einführung der Regionalleitstellen wird so getan, als ob solche (möglichen) Fehler zu Zeiten der Kreis- oder Stadtleitstellen nie vorgekommen sind und das alles nur eine schlimme Folge der Regionalisierung sei.
Das ist nach meiner Meinung schlicht falsch. Auch vorher gab es (leider) Fehler, die gelegentlich auch am Disponenten gelegen haben. Ob es seit Einführung der Regionalleitstelle mehr Fehler gibt oder diese nur mehr aufgebauscht werden als vorher, lasse ich mal offen.
In Zeiten, in denen die meisten Menschen ohne Navigationsgerät nicht einmal mehr das Nachbardorf finden, ist die Chance einer falschen Ortsangabe allerdings aus meiner Sicht deutlich gestiegen.
Gruß Jan
Grüße aus den sonnigen Norden
Einmal ist da die Software, zum zweiten ebenfalls die fehlende Ortskenntnis der Disponenten. Musste man früher einige Jahre im Rettungsdienst tätig gewesen sein, so haben viele der heutigen Disponenten weder Erfahrung im Fahrdienst noch die entsprechende Ortskenntnis. Da kommen schlichtweg diverse Versäumnisse der letzten Jahre oder Jahrzehnte zum Vorschein.
Leider werden auch gerade in Bayern und Baden-Württemberg keine Anstalten gemacht, um diese Missstände zu beseitigen.
ja Nico, genau solche Statements wie Deins von 12:45 Uhr meinte ich ...
Nimmt denn die Häufigkeit tatsächlich zu oder nutzt mancher nun nur die günstige Gelegenheit zur öffentlichkeitswirksamen Rache? Schließlich waren in der Regel erst einmal am Anfang einer Diskussion so ziemlich alle Player in einem Kreis gegen eine Regionalisierung der Leitstellen.
Wurde früher z.B. in einer Kreisleitstelle in Meck-Pomm ein neuer Disponent aus dem Ruhrgebiet eingestellt, wunderte man sich nur kurz über die komische Sprache des Neuen in der Leitstelle.
Seine Ortskenntnis im Kreisgebiet bekam er mit Chipkarte eingepflanzt und alle waren zufrieden mit dem Kollegen. Stellt heute eine Regionalleitstelle einen solchen Mitarbeiter aus einer anderen Gegend ein, kennt der sich natürlich (Oh Wunder) nicht gleich überall aus! Was für ein Unsinn. Auch die Mitarbeiter in den Kreisleitstellen haben richtige Böcke geschossen und schießen die auch heute noch in den bestehenden Kreisleitstellen (Leider – passiert aber nunmal bei Menschen). Nur meistens hat man keinen öffentlichen Wind drum gemacht. Man rief dann den Vorgesetzten an, es rauschte mal ordentlich in der Leitstelle und gut war es.
Sobald dann die geliebte Kreisleitstelle (da kannte man ja auch noch die Disponenten mit Vornamen) dann aufgelöst wurde und die gleichen Disponenten nun in Regionalleitstellen arbeiteten, sollen die nun ihre professionelle Arbeit plötzlich nicht mehr können? Wer professionell einen Notruf abfragt, findet den Einsatzort, sofern der Anrufer denn auch selbst den Ort kennt, wo er sich gerade aufhält! Klar, konnten die Disponenten der Kreisleitstellen ja meistens an den Hintergrundgeräuschen hören, wo der Einsatzort war ...
Was machen denn eigentlich Disponenten großer Städte wie Berlin, München oder Hamburg? Glaubt hier jemand, die kennen alle Straßen und Wege in ihrer jeweils kleinen und ja so überschaubaren Stadt?
Ich finde, es wird vielfach einfach nur unfair mit den (möglichen) Fehlern der Regionalleitstellen umgegangen. Das öffentliche Bohei ist nicht in Ordnung. Das bedeutet nicht, die Fehler hinzunehmen. Selbstverständlich sind Fehler aufzuarbeiten und abzustellen.
Wenn man sich z.T. mal den Datenschrott ansieht, den einzelne Städte und Gemeinden den Leitstellen liefern, dann kann keine ordentliche Dispo dabei heraus kommen. Wenn dann auch noch eine TSF Feuerwehrhäuptling festlegt, im Gemeindegebiet auch alles zuerst alleine abzuarbeiten, dann hat in den meisten Bundesländern der Disponent sich an den örtlich vorgegeben AAO-Unsinn sogar noch zu halten.
Was teilweise angebliche Kameraden oder angebliche Kollegen verschiedenster Dienste so gelegentlich gegen Regionalleitstellen raushauen, ist aus meiner Sicht nur fieses Wichtigtun.
Es kannten ja immer alle Disponenten eines Kreises alle Straßen und Wege in ihrem Kreis (natürlich auch die in den Neubaugebieten) –
Nico, das stimmt aber einfach nicht!
Jan
Wenn ich mir überlege, dass die Disponenten bei uns das Gebiet in zwei Bereiche aufgeteilt haben ... Hat man dann den "Falschen" am Funk, dann bist verlassen ... Gut, jeden Briefkasten und Schleichweg können die Kollegen dort einfach nicht mehr kennen, denn diese "Groß-Leid(!)stellen" sollen ja auch Personal sparen ...
Daher wäre mal zu prüfen, ob es nicht auch vermehrte Arbeitsbelastung sein kann ... Doch für die Landkreise "Gott sei Dank" gibt es ja keine Vergleichswerte aus den 80ern oder 90ern ... Erfreulicherweise könnte man es durch die Flächen-Neustrukturierung ja auch nicht "messen" und schliesslich hätten Krankenkassen und der Landkreis/ die Region auch was dagegen ...
Was ich nicht verstehe ... Feuerwehr abmelden ist ja das eine, aber kann man die Fahrzeuge nicht auch mit FMS der Leitstelle visualisieren?! Dachte dafür haben wir ne Extra-"Ziffer"... Also Anruf und selbständig von der Wache aus nochmal auf "auf Wache" setzen ...
In diesem Sinne ... Ich wünsche den Kollegen in der Leitstelle, dass kein Fehler nachweisbar ist ...
Und hier gilt ... "Wer keinen Fehler macht, der werfe den ersten Stein ...", denn wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit ....
Besten Gruß
Die Häufung kann Zufall sein oder auch nicht. Die Verantwortlichen sind gefordert, mögliche Mängel aufzudecken und abzustellen.
Das klärte man in einen persönlichen Gespräch, ließ etwas Dampf ab und vertraute darauf, dass der Fehler nicht mehr vorkommt.
Ich hatte schon mal vor Monaten geschrieben, dass in meinen Rettungsbezirk, ca. 550.000 EW,
bei 9 Kreisangehörigen Groß,- Kleinstädten und Flächenmäßig großen Gebieten es sehr schnell zu einer Überschneidung und Vermittlungsfehler kommen kann.
Zb. gibt es in unseren Kreisgebiet 6 x die Kölner Straße, in der einen Kommune fangen die Ungeraden Hausnr. links an, in der anderen sind diese Hintereinander, in der anderen Zusammengewürfelt. Noch schlimmer wird es bei Gemarkungsnamen. Eine kann in Stadt a,- ein Gebiet sein, in der Stadt b,- ist dieses ein Kneipennamen.
Nebenbei sind wir noch von anderen Städte und Landkreise umringt, die die gleichen Probleme haben. Deshalb ist das Abfragen das A und O in einer Leitstelle.
Mir ist selbst schon passiert, dass die 112 von meinen Mobilgerät in einer Großstadt,
50km vom Standort aufgelaufen ist. Auch dort gibt es die gleichen Straßennamen, wie die, auf der ich mich gerade befand!
Zu meinen Anfangszeiten als NA oder als RA, sind wir 14 Tage mit Dienstfahrzeuge,
nebst zuständigen Straßenmeistereien der Kreisgemeinden,
durch die verschiedenen Ortsschaften gefahren.
Ich habe Ecken kennenlernen dürfen, wo ich nie vermutet hätte, dass dort jemand wohnt.
Heute nimmt alleine das Einloggen ins Navi mehr Zeit, wie die Hilfsfrist hergibt.
Egal was für eine Leitstelle es ist, ob groß ob klein, das Problem ist, wenn zu wenig Personal
aus Kostengründen eingesetzt wird.
Oder wenn das Personal nicht richtig ausgebildet wird.
Hier sind die Verantwortlichen gefragt.