S+K Verlag
Der einzige Fachverlag für
Notfallmedizin in Deutschland.
Bücher, Zeitschriften und Nachrichten
rund um das Thema Rettungsdienst.

Perspektiven für ältere Mitarbeiter im Rettungsdienst

20.12.2016, 11:01 Uhr

Foto: K. von Frieling

Umfrage zum Thema Altersmanagement

Immer noch verlassen die meisten Mitarbeiter den Rettungsdienst weit vor Eintritt ihres Rentenalters. Daher beträgt der Altersdurchschnitt auch nur 28,5 Jahre. Trotz zahlreicher Initiativen, Ideen und Aktivitäten ist es bisher leider nicht gelungen, älteren oder nicht mehr so leistungsfähigen Mitarbeitern eine echte Perspektive im oder außerhalb des Rettungsdienstes anzubieten.

Das Projekt „AMiR – Alter(n)smanagement im Rettungsdienst“, das im Rahmen des Programms „Rückenwind – Für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert wurde und an dem sich bundesweit 15 DRK-Rettungsdienste beteiligten, konnte einige strukturelle Möglichkeiten und Potenziale herausarbeiten, die dazu beitragen könnten, Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern im Rettungsdienst zu erhalten. Leider konnte aber auch im Rahmen dieses Projekts keine zufriedenstellende Lösung für den Umgang mit älteren und (physisch sowie psychisch) nicht mehr leistungsfähigen Mitarbeitern aufgezeigt werden.

Eine neue Untersuchung soll daher dazu beitragen, die Gründe für Belastungen sowie das vorzeitige Ausscheiden aus dem Rettungsdienst besser verstehen zu können, um neue Wege und Möglichkeiten zu identifizieren, älteren Kollegen bessere Perspektiven bieten und das Altersmanagement im Rettungsdienst professionalisieren zu können. Profitieren werden von den Ergebnissen dieser Untersuchung vor allem die derzeit noch jungen Mitarbeiter, die daher besonders zur Beteiligung aufgerufen sind. Die Auswertung erfolgt vollständig anonymisiert und unter Beachtung der Datenschutzbestimmungen.

Zur Umfrage geht’s hier.

Bücher zum Thema:

Gefährdungsbeurteilung im Feuerwehr- und Rettungsdienst

16.90(incl. UST, exkl. Versandkosten) Patrick Gerhold 641 978-3-943174-04-5

  • 1. Aufl. 2012
  • 120 Seiten
  • davon 40 Seiten Mustergefährdungsanalysen für verschiedene Arbeitsbereiche
  • 8 Abbildungen und 3 Tabellen
  • Anhang mit Gefahrenkatalogen und Betriebsanweisungen 
  • durchgehend farbig
  • Softcover, DIN A5

Psychische Erste Hilfe: Prävention für Helfer?

16.90(incl. UST, exkl. Versandkosten) Regine Ecker 640 978-3-938179-99-4

  • 1. Aufl. 2012
  • 108 Seiten
  • 14 s/w-Abbildungen
  • 9 Tabellen
  • Softcover, DIN A5
  • mit einem Geleitwort von Prof. Dr. phil. Bernd Gasch
  • umfangreicher Materialteil im Buch sowie online-Zusatzmaterial

Kommentare

« 1 2 3 4 5  »
21.12.2016, 16:00 Uhr von Jochen
Perspektiven für die "Alten" gibt es derzeit nur wenige. Aber das war auch noch nie anders.

1991 begann ich meine Ausbildung zum RA und wir waren motiviert, weil man ja so tolle Perspektiven haben sollte. So wurde es uns jedenfalls erzählt. Aber die Realität sah leider etwas anders aus. Viele meiner damaligen Kollegen verließen den RD und machten ihren Weg in anderen Berufen. Meine Perspektiven waren Mitarbeit im BR über einige Jahre und anschließend viele Jahre Wachleiter.
Heute mit fast 50 bin ich nur noch normaler RA, welches ich mit Zufriedenheit bin.

Die Zufriedenheit ist sicher auch abhängig von der Lebenseinstellung. Viele meiner jungen Kollegen leben ein Leben auf der Überholspur. Die sog. Freizeit ist voll verplant und es kommt zu "Freizeitstress". Zum Dienst kommen viele ausgepowert und hoffen auf einen ruhigen Dienst auf der Couch. Dies wird aber leider immer seltener, da das Einsatzaufkommen (immer mehr ältere Menschen) immer mehr ansteigt.
Die Anwesenheitszeit auf der Wache ist jedoch in den letzten Jahren, bedingt durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit, geringer geworden.

Sicher ist man nach fast 27 Jahren im RD nicht mehr so "helle" wie viele jungen Kollegen und manchmal zwickt auch etwas beim bewegen, aber mit der richtigen Portion Optimismus (für viele Kollegen ein Fremdwort) ist vieles doch nicht so schlecht, wie es einige gerne hätten.
Auch das jammern über den Schichtdienst ist doch jammern auf hohem Niveau. Einige meiner Bekannten arbeiten in der Industrie Schicht und dort herrschen andere Bedingungen (Couch, Ruhen, private Angelegenheiten regeln usw). Ja sie werden besser bezahlt, aber liebe Kollegen, keiner von uns hat seine Arbeit aufgenommen ohne vorher die Bedingungen gekannt zu haben.
Auch gibt es in der Bundesrepublik für jeden die Möglichkeit einen Beruf frei auszuwählen.

So, ich wollte das Thema einmal aus Sicht eines "Alten Mannes" beleuchten der immer noch Freude am Helfen hat und auch den KTW fährt, denn dies war vor vielen Jahren genauso. Ein Drittel Rettung und der Rest ist Krankentransport.

Liebe junge Kollegen, ihr habt es in der Hand Veränderungen herbeizuführen damit ihr später mit Ü50 noch Freude am Retten habt.

Nur durch Mitmachen kann man etwas bewegen.


Allen ein ruhiges und besinnliches Fest, sowie ein entspanntes Jahr 2017
21.12.2016, 20:18 Uhr von ZNA
Was nun das Thema aus dem Artikel angeht: Es gibt Alternativen. Viele Kliniken in Deutschland suchen RD-Mitarbeiter gerade für den Bereich Notaufnahme. Dabei sind Bundesländer wie NRW, Hessen, Niedersachsen und Berlin schon seit längerem aktiv. Und dies durchaus mit Erfolg. Dies ist zum einem durch eine adäquate Eingruppierung sowie ein sozial absolut verträglicheres Dienstplanmodell möglich. Auch Bayern ist aus seinem Dornröschenschlaf aufgewacht. Sogar Ba.-Wü zieht nach. Bei der Vorbereitung zu einem Vortrag bei einem RD-Symposium habe ich die Möglichkeit genutzt, mit RD-Kollegen in Kliniken zu sprechen und keiner hat es bereut. Ich selber arbeite in einer Notaufnahme und möchte auch nicht mehr wechseln.
22.12.2016, 08:35 Uhr von Christian
Ich habe den Rettungsdienst früh- und rechtzeitig den Rücken gekehrt und bin jetzt im öffentlichen Dienst tätig. Warum? Arbeitszeiten, und Gehalt waren die wichtigsten Entscheidungsgründe. Hinzu kamen die stets unterschiedlichen Dienstzeiten, kaum ein vollwertiges Wochenende und auch das Betriebsklima. Auf Dauer kann das keiner mitmachen. Wenn sich was ändern soll dann max. 38,5 Stunden / Wochen und Bezahlung (und sonstige Ansprüche, wie Urlaub…) nach TVöD. Aber solange alles auf den „Rücken“ geschoben wird, wird sich auch nichts ändern - wobei ich die Rückenprobleme nicht verharmlosen möchte. Das wird zwar auch ein Grund sein, aber bestimmt nicht der Hauptgrund!
22.12.2016, 10:55 Uhr von Daniel
@ZNA: die Alternative Klinik ist sicher gut, nur wenn man ehrlich ist, ist das meistens der stressigere Job als der RD (zumindestens meiner Erfahrung nach). Die wenigsten RD-ler sind es gewohnt 8 Stunden durchzuarbeiten und müssen sich da erstmal gehörig umstellen.
Meiner Meinung nach kann es auch nicht DER Ausweg sein, dass man nur Alternativen ausserhalb des RD sucht. Der RD selber müsste Alternativen bieten. Nur als Beispiel würden sich da Schichtleiterstellen anbieten. Was spricht dagegen, dass ein älterer und damit erfahrener Kollege jederzeit als Unterstützung alarmiert werden kann, sonst als Supervisor zur Qualitätssicherung und Einsatzleiter im Dienst ist. 1-2 mal pro Woche eine solche Schicht wäre mMn schon ein Entlastung. Wenn man sich traut auch mal unübliche Wege zu gehen, würden sich sicher noch weitere sinnvolle Alternativen neben dem reinen RTW/KTW Dienst finden. Diese müssten dann nur noch finanziert werden und das stelle ich mir in der aktuellen Situation noch am schwierigsten vor.
22.12.2016, 11:05 Uhr von Freakmean
Das mit dem Wechsel in's KH ist denke ich eher eine Option für jüngere Kollegen, sagen wir mal so bis 40 maximal 45. Danach bringt ein Wechsel auch erhebliche Nachteile und auch Risiken mit sich( Wechsel in ein neues Unternehmen mit Probezeit und evtl auch befristeten Verträgen, möglicherweise auch größere Gehaltseinbußen, das die Dienstjahre im RD im KH was zählen ist nicht sicher.)

Wie gesagt für jüngere Kollegen bestimmt ne tolle Sache. Aber auch noch nicht das best mögliche da kann sich schon noch was drehen. Schön wäre eben eineOption imRD.
22.12.2016, 12:42 Uhr von E
Noch ein Problem: Immer mehr Krankenhäuser werden geschlossen. Und wenn nicht, wird am Personal oder Gehalt gespart. So toll sind die Chancen in der Klinik also auch nicht.
22.12.2016, 22:13 Uhr von ZNA
@Daniel: Ich kann nur berichten, wie es lt. den Berichten der von mir befragten Kollegen zugeht. Diese sagen, das der Stress in der Klinik bei weitem nicht so extrem wie im RD ist. Typisches Bsp. aus einem RD-Bereich im mittleren Bayern 10 Min. vor Feierabend: " Ich hätte da einen kleinen Notfall gefunden. Leitstelle Ende" Na ja, in der Klinik mache ich meine Übergabe und gehe heim. Das ist der Unterschied. Viele KH-Träger kommen auf den Trichter, das Rett.-Ass in einer ZNA mehr Kompetenz und Fachwissen als ein GUK haben. Entsprechend wird dies durch Eingruppierungen dotiert. Und auch durch geregelte Pausen, Fortbildungen, usw.
24.12.2016, 11:46 Uhr von Johannes
Es wäre interessant zu wissen wer die Umfrage durchführt? Ist das eine Privatperson oder ein Arbeitgeber im Rettungsdienst? Leider finden sich in Artikel keine Angaben aber vielleicht weiß das ja jemand.
25.12.2016, 13:23 Uhr von Daniel
@ZNA: Überstunden wären z.B. ein (grossteils) vermeidbares Problem (z.B. durch überlappende Schichtzeiten). Klar lässt sich's nicht ganz ausschliessen, aber zumindest minimieren.
Ältere Mitarbeiter können sich idR von Nachtschichten befreien lassen, dem ein oder anderen reicht ein Umstieg in den Krankentransport irgendwann (zwar viele Fahrten aber meist stressfrei und mit entsprechenden Hilfsmitteln weniger Tragen). Dies sollte dem MA halt mit möglichst geringem finanziellen Verlust möglich gemacht werden, genauso wie eine Altersteilzeit.
Aber eben, das Problem liegt mMn auch in diesem Bereich darin, dass RD immer noch definiert und betrieben wird wie vor 30 Jahren: Autos und Sanis, bei Bedarf mal mehr oder weniger. Um den Problemen, die jetzt schon langsam auftreten (Fachkräftemangel, steigende Einsatzzahlen, eben die Altersperspektiven etc.) zu begegnen, müsste man (bzw hätte man schon lange) eine Systemreform einleiten müssen. Aber das benötigt politischen Willen, Kompetenz ausserhalb des Tellerrands, Bereitschaft zur Veränderung und zwar länder- und firmenübergreifend und nicht zuletzt Geld. Und da davon kaum was vorhanden ist (zumindestens nicht überall) wird es dabei bleiben, dass immer nur kleine Schritte gemacht werden und das System langfristig an die Wand fährt.
26.12.2016, 08:06 Uhr von Peter
Grundgesetz
I. Die Grundrechte (Art. 1 - 19)
Art. 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.


Warum gehen Beamte der Berufseuerwehren eher in den Ruhestand als Beschäftigte in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst.
Bitte jetzt kein Verweis auf das Beamtenrecht. :-) Kenne ich auch, ungerecht ist es trotzdem.
« 1 2 3 4 5  »
Kommentar hinzufügen
Benachrichtigen Sie mich, wenn es neue Kommentare gibt.
Sicherheitsabfrage: 2 + 1 = 

Felder, die mit einem * gekennzeichnet sind, sind Pflichtfelder.

zum Seitenanfang
KontaktRSS
Stumpf + Kossendey Verlag, 2017
Impressum