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Petition gegen Rettungsdienst-Vergabe in Österreich

08.03.2017, 14:17 Uhr

Foto: H.T. Kellner/ÖRK

ÖRK befürchtet Zerschlagung des Rettungsverbundsystems

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) befürchtet, dass durch ein neues Bundesvergaberecht das sogenannte Rettungsverbundsystem zerschlagen wird und die Katastrophenhilfe gefährdet sein könnte. Um dies zu verhindern, wirbt die Hilfsorganisation jetzt für eine von ihr gestartete Petition. In der Argumentation dafür heißt es, dass das österreichische Rettungswesen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauche. Das Rettungsverbundsystem (notärztliche Notfallrettung, nicht-notärztliche Notfallrettung, Sanitätseinsätze und Ambulanzdienste) sei gemeinnützig und nicht auf Gewinn ausgerichtet. Es werde mit Hilfe von zehntausenden Freiwilligen betrieben und biete „hochqualitative und leistbare rettungsdienstliche Versorgung in allen – auch strukturschwachen – Regionen Österreichs.“

Bleibe es dabei, dass nur die notärztliche Notfallrettung nicht unionsweit ausgeschrieben werde und die anderen Leistungen dementsprechend auch von kommerziellen Firmen erbracht werden könnten, würde damit das „Rettungsverbundsystem aus einem Guss“ zerschlagen werden. Das hätte für die Patienten in Österreich gravierende Nachteile und würde das Rettungswesen außerdem verteuern, so das ÖRK. Denn die von notärztlicher und nicht-notärztlicher Notfallrettung vorgehaltenen Ressourcen – Leit- und Dienststellen, Fahrzeuge, sanitätsdienstlich ausgebildetes Personal und erprobte Alarmierungswege – kämen auch für Sanitätseinsätze und Ambulanztransporte zum Einsatz und seien Teil des Gesundheitssystems. Das Rettungsverbundsystem stelle das volkswirtschaftlich günstigste Rettungssystem dar, wie das ÖRK vorrechnet. Dazu trage auch die hohe Zahl Freiwilliger bei. Bewerte man ihre geleistete Zeit mit 27,-Euro pro Stunde, ergäbe sich für das Jahr 2015 eine Summe von 331 Mio. Euro, die sich die öffentliche Hand erspare. Zudem würden die Ressourcen des Rettungsverbundsystems die Basis für Katastrophenschutz, Katastrophenbewältigung und Gefahrenabwehr bilden.

Direkt zur Petition geht es hier.

Kommentare

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09.03.2017, 14:41 Uhr von Sven
Bei der Summe, die die Freiwilligen einsparen würden also im Gegensatz viele Arbeitsplätze entstehen und somit Beitragszahler resultieren. Das wäre volkswirtschaftlich durch die gestiegene Zufriedenheit und Kaufkraft erst ein richtiger Coup.
Die Argumentation des ÖRK ist absurd.
09.03.2017, 15:35 Uhr von Johannes
Das ÖRK nennt es "Rettungsverbundssystem", das DRK "komplexes Hilfeleistungssystem". Ich denke, dass sich die beiden Marktführer unter dem roten Kreuz abgesprochen haben, um ja keine Marktanteile zu verlieren...

Bis heute erschließt sich mir nicht, wieso eine Trennung von Rettungsdienst, Krankentransport und Bevölkerungsschutz/Katastrophenschutz schädlich sein soll. In den norddeutschen Bundesländern Deutschlands funktioniert diese Trennung bislang auch einwandfrei!!!!
09.03.2017, 20:54 Uhr von pa.
@Johannes
Als erstes ist es in den norddeutschen Bundesländern bei weitem nicht in jedem Landkreis der Fall und zweitens gibt es genug Beispiele wo Hiorg. nicht mehr im Regel RD vertreten sind, die Zahl der Helfer im Kat. etc. drastisch zurückgegangen ist, z.B Neumünster.
09.03.2017, 22:39 Uhr von Kurt
@Sven Und wie würden Sie diese Logik denjenigen erklären, aus deren Geldbeuteln die Gehälter all dieser neuen Beitragszahler finanziert werden? Das heißt, wenn es diese Stellen denn überhaupt gäbe - es geht ja größtenteils um KatS und SEGen, die werden eher abgeschafft als ha besetzt.
10.03.2017, 10:37 Uhr von Johannes
@pa.: Neumünster ist eine kreisfreie Stadt in Schleswig-Holstein, nicht wahr? Und dort rettet die dortige Berufsfeuerwehr, ja? Und nach deiner Auffassung ist dort "die Zahl der Helfer im Kat. drastisch zurückgegangen", ja? Heißt das nun, dass das örtliche Rote Kreuz weniger "Helfer im Kat." als zuvor hat, oder heißt das, dass der KatS der Stadt [!] Neumünster insgesamt zu wenig Personal habe? Letzteres vermag ich nicht zu glauben! Aber ich bin lernfähig und deshalb bitte ich dich, deine These zu untermauern. Danke & schönes WE.
10.03.2017, 12:30 Uhr von pa.
@Johannes
Ich könnte Dir noch weitere Beispiele nennen. In Neumünster war neben der BF auch der MHD im RD tätig. Seit die Malteser nicht mehr im Regel RD vertreten ist., ist die Zahl der EA Helfer schon sprunghaft zurückgegangen.
10.03.2017, 12:38 Uhr von pa.
@Johannes
Außerdem funktioniert einwandfrei. Dem kan ich nicht eben so zustimmen. Dort wo eine Hiorg. Rettungsdienst, SEG, KAT etc. betreibt und die EA Helfer die Möglichkeit haben im RD ihrer Hiorg. zu hospitieren und dieses mit relativer Regelmäßigkeit tun, sind schon um einiges geübter und fitter und besser vorbereitet für den ManV.
10.03.2017, 12:57 Uhr von Sven
@Kurt
Diejenigen die die entstehenden Stellen finanzieren sind die Kassen, die Kommunen und das Land. Von was leben die wohl..... von Beiträgen und Steuern. Infolge dessen müssten auch Beitrags- und Steuerzahler Vorrang haben!

Ab der KatSchutzSchwelle müssen die Kommunen und Länder halt etwas erfinderischer sein und potentiellen Helfern und deren Vereinigungen Chancen bieten.

Es ist doch nicht gesagt, dass es freiwillige Hilfswillige nur bei den Hilfsorganisationen gibt, oder dass diese sich zwangsläufig diesen anschließen müssen. Ein großes Rettungsdienstunternehmen hat genau aus diesem Grund einen Verein gegründet. Und schau dir mal die Seite vom MHW an. Alles Unternehmer!
10.03.2017, 16:51 Uhr von pa.
@Sven
Mir ist das bekannt. Diejenigen haben die SEG, KAT machen haben auch meist angeschlossene Vereine. Die meisten Hiorg.verbände sind was die Zahl der ea Helfer betrifft in diesem Bereich breiter aufgestellt. Auch sollte eine SEG , KAT Einheit von Berufsgruppen gut durchmischt sein.. Es sollte auch ein Teil Helfer gegen die beim ManV notfalls vom Arbeitsplatz weg können.

Der RD ist eine absolute innere Angelegenheit eines jeden Landes, zudem in D der kommunalen Selbstverwaltung. Hier hat sich die EU in keinster Weise und Form etwas zu suchen. Dadurch das die Eu immer meint sich stärker in die inneren Angelegenheiten eines Mitgliedslandes einmische zu müssen, zu immer mehr Ablehnung in der Bevölkerung jeden Mitgliedslandes. Uch ich lehne die Eu wie sie derzeit ist ab.

Das Medizinische sollte im RD im Vordergrund stehen. Wenn eine Organisation Ihre Arbeit hier im Wesentlichen vernünftig macht, sollte sie es auch in Zukunft dürfen und nicht durch jemanden anderes verdrängt werden, nur weil billiger.
Denn jemanden aus dem RD zu drängen kommt einer Totalenteignung gleich, wie am Ende des 2. Weltkriegs in den Ostgebieten.
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