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Probleme mit dem Baby-NAW „Felix“

17.07.2012, 09:03 Uhr

Fotos: Björn-Steiger-Stiftung

„Der Wagen ist in der Praxis nicht einsetzbar“

Wie die „Stimberg Zeitung“ berichtet, gibt es im Kreis Recklinghausen erhebliche Probleme mit „Felix“, dem neuen Baby-NAW der Björn-Steiger-Stiftung. So sei offensichtlich das Untergestell, auf dem sich der Transportinkubator befindet, viel zu hoch. Kinderkrankenschwestern, die im Wagen mitfahren würden, müssten sich strecken, um das Baby darin zu versorgen. Zudem gebe es in vielen Kliniken Schwierigkeiten beim Ausladen des Inkubators. Dies erfolgt beim „Felix“ auf der Beifahrerseite. Dafür seien etliche Notaufnahme-Einfahrten in den regionalen Krankenhäusern aber nicht eingerichtet und zu schmal.

Die Björn-Steiger-Stiftung hat bereits bestätigt, dass das Untergestell des Inkubators zu hoch ist. Dies sei ein Konstruktionsfehler. Von dem Problem in den Krankenhaus-Einfahrten habe man hingegen noch nichts gehört. Prof. Dr. Claudia Roll, Chefärztin im Dattelner Perinatalzentrum ist jedenfalls laut „Stimberg Zeitung“ enttäuscht von dem Fahrzeug: „Der Wagen ist in der Praxis nicht einsetzbar.“ Im Kreis Recklinghausen hat „Felix“ noch kein Baby transportiert.

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Kommentare

17.07.2012, 09:19 Uhr von Philip
Also das mit der Breite (bzw. mit dem seitlichen Ausladen) wurde auch in anderen Foren, wo der "Felix" vorgestellt wurde, als mögliches Problem von Seiten der "Praktiker", die ihre Anfahrten kennen, genannt. Die Kommentare wurden aber dann gleich abgewiegelt. Nun hier so überrascht zu tun, ist ja wohl merkwürdig. Auch das mit der Höhe hätte man bei den "Planungskosten" vorher feststellen müssen/können.
17.07.2012, 13:34 Uhr von Christoph
Ich denke mal, jedes neue System hat seine Tücken und Kinderkrankheiten. Fakt ist - und das ist seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten erwiesen - gehört ein Transportinkubator quer zur Fahrtrichtung, um mögliche Folgeschäden durch den Transport zu vermindern bzw. -hindern. In einem T5 hat man deutlich weniger Platz und Gewichtsreserven als in einem Sprinter. Und auch mit einem T5 wird man in einer "normalen" Liegendanfahrt Probleme haben, einen Inkubator quer zur Fahrtrichtung auszuladen, oder? Wenn ich daran denke, als damals die Umstellung von den 310er-RTW auf die Sprinter kam bzw. von Kastenaufbau auf Koffersystem umgestellt wurde, da gab es auch das ein oder andere Problem in Hinsicht auf Höhe und Breite. Und ich glaube in die wenigsten "normalen" Liegendanfahrten passt ein Intensivtransporter, außer er ist auf einem "normalen" RTW-Fahrgestell aufgebaut.
17.07.2012, 14:06 Uhr von Theodor
@Christoph: Grundsätzlich hast Du ja Recht. Jedoch bei der BSS, Mercedes, Strobel usw. ist das schon was anderes. Das sind alles angeblich Leute "vom Fach". Es ist ja auch nicht das erste Fahrzeug dieser Art. Einen Baby-NAW gibt es schon länger. Nun liegt das Kind zu hoch und die Kinderkrankenschwester kommt nicht dran. Es gibt sowas wie Perzentile, gibt's für Kinder, für Männer und Frauen, für Bekleidungsgrößen, Drehstühle und und und. Hätte man mal auf die Liste geschaut, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgefallen, dass die Trage mit InKu für Frauen zu hoch eingebaut ist.

Wenn man dann noch den Umfang des Projektes mit 59 Fahrzeugen berücksichtigt und dann kommt so ein "Anfänger-Fehler", das ist schon peinlich.
17.07.2012, 15:03 Uhr von Johannes
@Christoph: Wo bitte ist erwiesen, dass ein Transport quer zur Fahrtrichtung besser ist als in Fahrtrichtung? Mir ist keine Studie bekannt, die sich jemals mit diesem Thema beschäftigt oder gar belastbare Beweise geliefert hat.
17.07.2012, 16:17 Uhr von Volker
Welche Schmach: Erst das viel zu teure Auto mit völlig überzogener Technisierung. Dann die überzahlte Finanzierung über Spenden (!) und jetzt noch solche Anfängerfehler. Diese Stifung hilft dem RD wohl nicht mehr weiter. Spätestes jetzt sollten alle Beteiligten im RD und in der Politik bemerken, wie der Hase läuft.
17.07.2012, 18:17 Uhr von Markus
Der Kassler Baby-NAW, gekauft, besetzt und finanziert vom ASB ohne Hilfe von der Björn-Steiger-Stiftung, wird auch auf der Beifahrerseite entladen, und dies ist kein Hindernis, ihn einzusetzen (schätze mal zwischen 200 und 300 Einsätze im Jahr). Wenn Einfahrten von Notaufnahmen zu schmal sind, dann hält man seitlich, davor, dahinter, am Haupteingang usw. Das Kind liegt ja geschützt im Inkubator auf dem Weg in den Baby-NAW. Dies also als Begründung für den "Nicht-Einsatz" zu verwenden, ist lächerlich.
17.07.2012, 22:25 Uhr von Johannes
@Hagen: Drohst du mir gerade? Wieso soll ich vorsichtig sein, wenn ich sage, dass ich nie irgendwelche Ergebnisse gesehen hab? Fülle doch meine Wissenslücke, statt noch mehr Fragen zu sähen. Und hast du dir mal den "Muck" angeschaut? Trage/Inkubator in Fahrtrichtung.
18.07.2012, 07:29 Uhr von Klaus
Ich kann dem Kommentar von Markus nur beipflichten. In Kassel betreibt der ASB bereits seit den 70er Jahren Baby-NAW, dieses System ist praktisch eine Erfindung des ASB Kassel. Der aktuelle, ein Mercedes Sprinter (davor VW Transporter), ist bereits der 4., mit dem ich zu tun habe, und bei allen wurde der Inkubator auf der Beifahrerseite entladen. Vielleicht sollten alle Organisationen im Bund, die die Absicht haben, Baby-NAW anzuschaffen, sich das höchst etablierte und bewährte System beim ASB Kassel-Nordhessen anschauen.
19.07.2012, 17:02 Uhr von von
Über diese "ehrenwerte" Stiftung hat doch schon 1999 der "Spiegel" berichtet:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13395388.html
26.07.2012, 16:08 Uhr von Martin
Da kann man nur den Kopf schütteln, wenn man bedenkt, dass hier Leute am Werk waren, die eigentlich wissen sollten, was sie tun. So etwas darf nicht passieren! Zeit, Geld, Image von den beteiligten Firmen beschädigt. Ich empfehle Gelbe Seiten! Fragen Sie jemanden, der etwas davon versteht. Es gibt doch gut funktionierende Systeme, darum kann ich diesen Fehlschlag nicht nachvollziehen.
Gruß
Martin
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