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Promedica schließt Haustarifvertrag mit Ver.di

07.03.2011, 09:21 Uhr

Foto: Promedica

Abschluss nach mehrmonatigen Verhandlungen

Als erstes Privatunternehmen in Deutschland hat die Promedica Rettungsdienst GmbH am vergangenen Freitag einen Haustarifvertrag mit der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) geschlossen. Promedica hatte sich um die Aufnahme der Verhandlungen für seine Beschäftigten aktiv bemüht und konnte jetzt nach mehrmonatigen und zum Teil kontroversen Verhandlungen einen verbindlichen Tarifvertrag für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Unternehmensgruppe abschließen.

Ingo Lender, Geschäftsführer der Promedica Rettungsdienste, zeigt sich erfreut darüber, dass sich Ver.di jetzt dafür geöffnet hat, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter privater Rettungsdienste sich in einem eigenen und anerkannten Tarifwerk wiederfinden können. Die deutschen Privatunternehmen haben erst kürzlich dazu auch grundsätzlich Meinung bezogen und dies in den „Göttinger Positionen“ veröffentlicht. Informationen dazu können über den BKS-Bundesverband angefordert werden.

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Kommentare

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08.03.2011, 11:40 Uhr von Michael
Hallo,

bisher war es meiner Meinung ganz einfach, welche Arbeitgeberform für den Mitarbeiter die beste ist (zumindest, was die Arbeitsplatzsicherheit und Bezahlung angeht - und das ist meiner Meinung das entscheidende...):

1. Kommunaler RD
2. HiOrg
3. Privater RD

Dieses Bild scheint sich zu wandeln, die HiOrg (unterwegs im Zeichen der Menschlichkeit!) untergraben immer häufiger die Tarifverträge und machen Profit auf Kosten der eigenen Mitarbeiter. Ich finde es sehr bezeichnend, dass der bisherige "Feind" (zumindest ein erster) sich besser um die "Menschen" zu kümmern scheint.

Meiner Meinung eine positive Entwicklung, da private und kommunale RD nur den Rettungsdienst als solches im Sinn haben, nicht noch andere verbandspolitische Dinge, die erfahrungsgemäß auf Kosten des RD und seiner MA gehen!

Grüße aus dem sonnigen Südwesten
Anmerkung: Ich bin bei einer HiOrg beschäftigt ...
08.03.2011, 12:16 Uhr von Jörn
@Michael: IM ZEICHEN DER MENSCHLICHKEIT ist seit Ende Oktober 2010 out. Jetzt heißt es beim Roten Kreuz: AUS LIEBE ZUM MENSCHEN :) Der Spruch wurde vom ÖRK übernommen, das vor wenigen Jahren damit eine große Spendenaktion einleiten wollte ... TIMES CHANGE!

Ebenfalls Grüße aus dem sonnigen, nicht-kommunalen Südwesten

PS: Ich bin NICHT bei einer HiOrg beschäftigt ...
08.03.2011, 12:38 Uhr von Gndlfitz
Ach Leute. Die hier geführte Diskussion liefert genau das Bild, dass die Rettungsdienstmitarbeiter in der Öffentlichkeit abgeben. Lamentieren statt organisieren. Warum treten wir nicht alle bei der Ver.di ein, und fordern gemeinsam, über alle Anbietergrenzen hinweg einen einheitlichen Flächentarifvertrag?
08.03.2011, 13:05 Uhr von Eckhard
Was soll man sagen? Natürlich bedeutet der nun abgeschlossene Tarifvertrag eine Verbesserung für die Beschäftigten. Aber wer nun erwartet, dass zukünftig Manna vom Himmel fällt, hat die Realität nicht erkannt. Derzeit gibt es viele Tarifverträge, die den Namen nicht verdienen, da sie quasi unter Ausschluss der Beschäftigten entstanden sind. Gleichzeitig tummeln sich völlig tarifungebundene Anbieter auf einem Markt, so dass es jedem Sozialpolitiker die Tränen in die Augen treiben sollte. Diese Zustände führen zu teilweise menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen.

Und was machen wir? Statt uns gegen solche Machenschaften zusammenzuschließen, bekämpfen wir uns lieber gegenseitig. Das ist unnötig, und Wasser auf die Mühlen derer, die ein Interesse an unserer Uneinigkeit haben. Wettbewerb: Ja, aber nicht auf Kosten der Mitarbeiter!

Wir promedica-Mitarbeiter haben durch unseren hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad gemeinsam mit Ver.di die Arbeitsbedingungen unserer Kolleginnen und Kollegen verbesssert und haben eine Perspektive geschaffen. Dies ist der erste von Ver.di mit einem Privatanbieter geschlossene Tarifvertrag. Diese Tatsache allein sollte schon jedem deutlich machen, dass sich in der Rettungsdienstlandschaft der Bundesrepublik etwas tut.

Zukünftig kann es doch nur Ziel aller Rettungsdienstler sein, gleiche Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen. Genau in diese Richtung zielt unser derzeitiger Tarifabschluss. Ver.di ist zur Durchsetzung eines solchen Zieles aufgrund der Größe, der Verbreitung und der öffentlichen Wahrnehmung der einzige geeignete Partner. Dies zeigt doch schon das derzeitig extrem hohe Interesse an unserem Tarifabschluss.

Beste Grüße
Eckhard Abel
08.03.2011, 14:01 Uhr von Peter
Endlich sagt mal jemand wie es ist! Danke Eckart! Egal bei welcher Orga, alle sind gleich.
08.03.2011, 14:03 Uhr von Rainer
Ich hol mir mal n Mitgliedsantrag. Was ihr bei promedica könnt, können wir auch! Auf eine gemeinsame Zukunft.
Rainer
08.03.2011, 14:03 Uhr von Tscho
Naja, mit Tarifvertrag kann es für die Beschäftigten besser sein wie zuvor, muß es aber nicht.

Welche Gewerkschaft hat denn die, bislang oft gescholtenen, Tarifverträge z.B. mit dem DRK geschlossen? War das nicht auch Ver.di?

Bislang ist von Promedica (Mitarbeitern?) nur zu lesen, daß sich die Vergütung verbessert habe. Das allein sagt noch nichts darüber aus ob die Bezahlung denn nun tatsächlich leistungsgerechter ist.

Woher sollten die zusätzlichen Gelder für eine (wesentlich) bessere Vergütung denn kommen? Sicherlich nicht von den Kostenträgern.

Also erst den hier gelobten TV lesen, dann mit bestehenden TV anderer Anbieter vergleichen und dann ggf. in Jubel bzw. Tränen ausbrechen.
08.03.2011, 14:29 Uhr von Tim
Auszug aus Wikipedia:

"Tarifregister:
Alle Tarifverträge werden in Tarifregistern registriert. Tarifregister sind öffentlich, jeder kann sie einsehen. Sie werden beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und bei allen Bundesländern geführt. In den Bundesländern sind in der Regel die Arbeits- oder Sozialministerien zuständig."
___

Nicht lange reden ... nachsehen! Das Ergebnis dürfte wie von Eckhard benannt zwischen Jubel und Tränen, dafür aber in der Realität liegen.

@von Tscho: Der DRK-Reformtarifvertrag wurde mit Ver.di geschlossen. Dieser findet aber in vielen ausgelagerten gGmbH des DRK keine volle Anwendung, obwohl dies den Mitarbeitern so verkauft wird. Ver.di ist daran unschuldig, Euer Ehren. :-)

Tim
08.03.2011, 14:35 Uhr von Sorgenfrei
Zugegeben, Ver.di ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Aber es ist im Gegensatz zu Pseudo-Gewerkschaften und Pseudo-Berufsverbänden eine echte Arbeitnehmervertretung. Mit einer dementsprechenden Mitgliederzahl kann man da viel erreichen.

Harald, der Sorgenfreie
08.03.2011, 15:41 Uhr von Hans
@all: Wie sieht es bei diesem hochgelobten TV mit der wöchentlichen Arbeitszeit aus? Ab wann und in welchem Zeitraum bildet sich die Bereitschaftszeit? Wie viel müssen wohl gehen, um die Mehrkosten abzufangen, die nun anfallen? Wie sieht es mit Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld aus? Wie sieht es mit der Zusatzrente aus? Wie lange läuft dieser Tarifvertrag? Welche und wie viele Zusatzdienste wurden vereibart?

Es sind Fragen, die im Raum stehen. Ich hoffe, dass dieser TV wirklich das ist was ihr vermutet. Niemand erzählt mir nun, dass es "nur" Positives bei diesem TV gibt, wir alle wissen, dass es nicht klappen kann "ohne" Zugeständnisse! Und derzeit fühle ich mich bei meinem Berufsverband (DBRD) echt gut aufgehoben.

Hans (Mitarbeiter einer Hilfsorganisation und ich wäre bestimmt nicht schon 25 Jahre hauptamtlich, wenn unser TV schlecht wäre.)
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