Mit der Einrichtung einer trägerübergreifenden Qualitätssicherungsstelle beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung soll das Qualitätsmanagement im Rettungswesen weiter verbessert werden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Landesausschuss für das Rettungswesen – das oberste, durch die Rettungsorganisationen und Krankenkassen paritätisch besetzte Selbstverwaltungsgremium – in Baden-Württemberg bei seiner jüngsten Sitzung in Freiburg gefällt. „Darin wird das zukunftsorientierte Engagement und die hohe Verantwortungsbereitschaft der Krankenkassen und Rettungsdienstorganisationen für die Sicherstellung einer qualifizierten Notfallversorgung deutlich“, betonte Innenminister Reinhold Gall am Montag, 25. Juli 2011, in Stuttgart.
Die Bürger hätten einen Anspruch darauf, dass ihnen im Notfall bestmöglich geholfen werde. Ob Notfallannahme und -disposition durch die Leitstelle, Notfallversorgung durch ärztliches und nichtärztliches Rettungspersonal oder Notfalltransport in ein Krankenhaus – in allen Phasen der Rettungskette sei Qualitätsmanagement wichtig. Mit der Einrichtung der Qualitätssicherungsstelle sollen ergänzend weitere Verbesserungspotentiale sichtbar gemacht werden. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die in Baden-Württemberg gesetzlich geregelten Hilfsfristen, aber auch mit Bezug auf die medizinische Qualität der über eine Million Einsätze, die Jahr für Jahr in Baden-Württemberg erbracht werden.
Innenminister Gall hatte im Mai weitere Fortschritte angemahnt. Denn die Bilanz aus den 37 Rettungsdienstbereichen entwickelte sich 2010 eher ungünstig. Die Hilfsorganisationen führten dies vor allem auf einen erheblichen Anstieg der Einsatzzahlen und die strenge Witterung vor der Jahreswende zurück. Mit der Einrichtung der Qualitätssicherungsstelle noch im Laufe dieses Jahres erwartet Gall, dass sich die Bilanz bei der Einhaltung der Hilfsfristen verbessern wird. Im Südwesten gilt eine Hilfsfrist von 15 Minuten für den Rettungswagen als auch den Notarzt bis zum Eintreffen am Unfallort. Diese soll über ein Jahr hinweg in 95 Prozent der Einsätze eingehalten werden.


Kommentare
Scheint mir eine Politikerlogik zu sein...
Ja natürlich, wenn man immer mehr Kreiskrankenhäuser schließt und der Patient auf dem Land in Baden-Württemberg Ewigkeiten unterwegs ist zur Zielklinik!!!
Der ÄLRD hat wirklich andere Probleme, als sich um Zugriffszeiten zu kümmern, Er hat genug mit der medizinischen Qualität der Notärzte und des nicht-ärztlichen Personals sowie der notwendigen medizinsichen Aussattung der Fahrzeuge zu tun.
Strukturprobleme müssen und können andere lösen! Ansonsten stimme ich Christoph ausdrücklich zu – in Bayern haben wir dasselbe Problem – die Einsätze werden immer länger. Und RD-Fahrzeuge sind sehr lange für Transporte in Spezialeinrichtungen in Ballungszentren unterwegs. KTW den ganzen Tag weg. RTW müssen die kurzen Transporte (KTP) in der Region übernehmen. Und jetzt kommt der Notfall. Da steht die NEF-Besatzung häufig lange ohne RTW da!
Aber der Ruf nach mehr Qualität kostet Geld und daran wird es letztendlich wieder scheitern. Oder die Zeche zahlen die, die es immer tun, die Beschäftigten. Mehr Verantwortung, mehr Arbeit für weniger Geld!
Schon jetzt sind Qualitätsmängel in vielen Bereichen allein darauf begründet, dass die nötigen finanzellen Mittel fehlen.
Die Diskussion um die Ausschreibung von Rettungswachen ist hier sicherlich jedem bekannt. Wenn immer nur das "billigste" Angebot berücksichtigt, soll sich langfristig nicht darüber wundern, wenn die Qualität darunter leidet.
Meine Oma hat immer gesagt: "Wat nix kost, is och nix!"
Alle Forumsteilnehmer schreiben doch, dass wir jede Menge unnötige Einsätze fahren. Wenn dieses auf jedem Einsatzbericht dokumentiert werden würde UND durch eine "Qualitätssicherungsstelle" kontrolliert werden würde UND daraus auch Konsequenzen für die anfordernden und/oder disponierenden Stellen folgen, dann würde eine Menge Rettungsmittel eingespart werden können.
Jeder kennt die Anordungspraxis der Hausärzte, die "Sorge" von Pflegekräften in Pflegeheimen und die Selbstbedienungsmentaltät einiger Kunden - dazu Leitstellen, die alles bedienen und zu wenig disponieren - hier könnten Maßnahmen ansetzen, die eben Geld sparen, das dann in wirkliche Versorgungsqualiät in den verbleibenden Rettungsdienst gesteckt werden kann (z.B. Fort- und Ausbildung und Übertragung von mehr Kompetenzen).
Viele UNDs und WENNs - also bleibt alles beim Alten?!
Mal ein paar Vorschläge für den qualitätssichernden Minister:
1. Outcome from acute ST-elevation myocardial infarction (STEMI)
2. Outcome from cardiac arrest - return of spontaneous circulation
3. Outcome from cardiac arrest - survival to discharge
4. Outcome following stroke for ambulance patients
5. Proportion of calls closed with telephone advice or managed without transport to A&E (where clinically appropriate)
6. Re-contact rate following discharge of care (ie. closure with telephone advice or following treatment at the scene)
7. Call abandonment rate
8. Time to answer calls
9. Service experience
10. Category A 8-minute response time
11. Time to treatment by an ambulance-dispatched health professional
Source: Department of Health /UK
Bevor wieder jemand auf die Idee kommt, das Rad neu zu erfinden!
Darüber hinaus könnte man in diesem Zusammenhang noch über eine leistungbezogene Bonuslösung für Rettungsfachpersonal nachdenken.
Derjenige Provider (nicht-ärztlich und ärztlich) der neben seinem erfüllten Fortbildungssoll auch noch in der Praxis die entsprechenden Key Performance Inikatoren, wie z.B. die Reduktion des Schmerzlevels, Anzahl, Durchführungs- und Ergebnisqualität bestimmter Massnahmen, Behandlung entsprechend der Richtlinien, Verbesserung des Patientenzustands (z.B. nach MEES), etc. erreicht, erhält z.B. vieteljährlich einen vernünftigen Bonus zum hoffentlich tariflich geregelten Grundgehalt.
Es ist immer ein Geben und Nehmen - auch bei der Qualität.
Alles schön, was dort geschrieben steht!
Kann man das auch auf Deutsch schreiben?
Und was soll das heissen?
Ich bin noch Rettungsassistent der alten Generation und habe kein Englisch gelernt.
Bitte darauf achten, dass mehr Deutsch geschrieben wird!
Nicht jeder kann Englisch.
Danke
Weil Du es bist, hier gerne die übersetzte Version... ;-)
Schlüsselfaktoren zur Leistungsanalyse:
1. Ergebnisqualität der Behandlung von akuten ST-Hebungs Myocard Infarkten (STEMI)
2. Ergebnisqualität der Behandlung von Herz-Kreislaufstillständen - Rückkehr eines Spontankreislauf (ROSC)
3. Ergebnisqualität der Behandlung von Herz-Kreislaufstillständen - Überleben bis Krankenhausentlassung
4. Ergebnisqualität der rettungsdienstlichen Behandlung von Schlaganfallpatienten
5. Anteil der Anrufe die mit einer telefonischen Beratung oder ohne Kliniktransport (sofern klinisch angemessen) abgeschlossen werden
6. Rate der erneuten Kontaktaufnahme bzw. eines erneuten Einsatz nach erfolgter Beratung/Behandlung durch RD (z.B. Einsatzabschluss durch telefonische Beratung oder Behandlung am Einsatzort)
7. Abbruchrate von eingehenden Anrufen
8. Zeit bis zu Annahme eines Anrufs
9. Patientenzufriedenheit (Zufriedenheit des Patienten mit der Dienstleistung)
10. Kategorie A (mögliche Lebensbedrohung) - Eintreffzeit (ab Anrufeingang) in 8 Minuten (in 75% der Fälle) - landesweit!
11. Zeit bis zur Behandlung durch Rettungsfachpersonal ab Anrufeingang
Quelle: Gesundheitsministerium Vereinigtes Königreich
Schönes WE = Wochenende!
Mathias
der glaubt auch, die Erde ist eine Scheibe.
Wenn die Politik und die Krankenkassen beschliessen, das Kliniken wegen des Bettenplan,
dicht machen müssen. Der darf sich jetzt nicht wundern, das Fahrzeuge des Rettungsdienstes, ihre Hilfsfristen nicht mehr einhalten können.
Polikliniken will man nicht, Ärzte kann man in die Pampas nicht locken und Rettungsdienstbezirke machen vor Landkreisgrenzen halt.
Jeder Kreis will seine Rettungsleitstelle haben und arbeitet deswegen sehr unefizent.
Schon mal daran gedacht, das eine Daseinsfürsorge auch Geld kostet.
Wir bilden ÜBER den Bedarf, ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen und RettungsassistentInnen aus.
Die Politik verschliesst sich der richtigen Antwort:
Warum viele nach ihrer Ausbildung diese obigen Berufe nicht ergreifen?
Verdummung des Bürgers nennt man so etwas!