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Rettungsdienst in Rheinland-Pfalz rückt zu langsam aus

31.01.2017, 11:40 Uhr

Foto: S. Drolshagen

Notarzt und RTW wurden in 74,3% der Fälle zeitgleich alarmiert

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Sylvia Groß (AfD) die Ausrückezeiten des Rettungsdienstes vorgelegt (Drucksache 17/1954). Demnach ist „das Zeitintervall zwischen aufgezeichneter Alarmdurchführung und Einsatzübernahme“, das bei Notfalleinsätzen tagsüber (6.00 Uhr bis 22.00 Uhr) weniger als eine Minute betragen soll, in der Zeit vom 1. Januar 2015 bis 16. Dezember 2016 von Rettungswagen und Notfallkrankenwagen in lediglich 39,5% erreicht worden. Nachts wurde mit 62,4% schneller ausgerückt. Laut Landesrettungsdienstplan soll der Einsatz eines Notarztes schnellstmöglich erfolgen. Bei den Notarzt-Einsatzfahrzeugen werden keine Anteile, sondern die durchschnittlichen Ausrückezeiten ausgewiesen. Sie betrugen tagsüber 1:31 Minute und nachts 2:13 Minuten.

Zudem ist der Drucksache auch der Anteil der Fälle im Jahr 2015 zu entnehmen, bei denen das nicht-arztbesetzte Rettungsmittel vor dem Notarzt an der Einsatzstelle eintraf und bei denen der Notarzt nachalarmiert wurde. So betrug die Nachalarmierungsquote in den einzelnen Rettungsdienstbereichen durchschnittlich 25,7% (zwischen Trier mit 15,5% und Rheinhessen mit 38,8%). Zeitgleich mit dem RTW wurde der Notarzt in durchschnittlich 74,3% der Fälle mitalarmiert (wiederum zwischen Trier mit 84,5% und Rheinhessen mit 61,2%).

Kommentare

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31.01.2017, 12:57 Uhr von E
Ausrücken in weniger als 1 Minute? Sportlich. Da darf aber keiner auf dem WC sitzen.
Dann kann man auch keine Nebentätigkeiten wie Medikamentenraum verwalten, etc. machen.
Ist von der Fahrzeughalle vielleicht zu weit weg, oder soll man sich über den Haufen rennen?
Am besten, man wartet im Fahrzeug.

Nicht dass manchmal zu lange ausrücken ist das Problem bei den Hilfsfristen und wenn doch, nur minimal. Das Problem ist die lange Anfahrt, weil es zu wenig Wachen, die vernünftig verteilt sind, gibt.
31.01.2017, 14:40 Uhr von christiane
@E:
Ich beschäftige mich gerade mit der freiwilligen Feuerwehr Weinheim.(Weinheimer Nachrichten"Helfer bilden sich gemeinsam fort--- und--- www.weinheim.de"Die Feuerwehr wird immer wichtiger"(Baden-Württemberg)

Es geht um das Jahr 2016

"Feuerwehr wird immer wichtiger"

"2016 gab es 178 Notfalleinsätze...nach durchschnittlich nur 3,63 Minuten war jeweils das erste Fahrzeug am Einsatzort."

Das sind alles Ehrenamtliche...da hockt keiner auf dem Klo..da wird geklotzt.Das ist alles für "umme".Ich frage mich, warum überhaupt noch teure Hauptamtliche im Rettungsdienst tätig sind.Wir bräuchten uns nicht mehr über nicht eingehaltene Hilfsfristen unterhalten, würden nur noch Helfer vor Ort eingesetzt.

Ich weiß, dass mein Kommentar jetzt wieder zu Wutanfällen führen wird.Aber..wo wollen wir hin?--Wer hat ein Recht auf Hilfe innerhalb von 3.63 Minuten--wer muss weiterhin
30 Minuten warten? -Werden Ehrenamtliche zur Konkurrenz für den Regelrettungsdienst? Wer kontrolliert, ob Helfer vor Ort wirklich nur bei lebensbedrohlichen Fällen eingesetzt werden--oder dazu missbraucht werden Missstände im Regelrettungsdienst--"in ganz Deutschland" auszugleichen? Wer kontrolliert die Qualität" der Helfer vor Ort?

"Diese Einsätze,geleistet von Helfern vor Ort,die eine medizinische Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungswagens vornehmen,nehmen stetig zu"

"Diese ehrenamtlichen Einsatzkräfte werden tätig,wenn die gesetzliche Hilfsfrist für Notfalleinsätze sonst durch den Regelrettungsdienst nicht eingehalten werden könnte"

Müssten die Hilfsfristen dann nicht generell auf 8 Minuten abgesenkt werden?Laut Weinheimer Nachrichten geht es bei den Helfern vor Ort nicht nur um Atemstillstand sondern auch um Trauma- Polytrauma-ABCDE-Schema...

Wenn Helfer vor Ort damit prahlen, Überflieger zu sein,welche Auswirkungen wird das auf Hauptamtliche haben, die in 10 Minuten noch nicht am Einsatzort sind?

(E, vielleicht sollten wir uns auf "meiner" Seite weiter darüber unterhalten...)
31.01.2017, 17:08 Uhr von Jörg
Außer der Geschwindigkeit der Hauptamtlichen sollte hier die bauliche Situation der Wachen betrachtet werden. An vielen Standorten ist es nicht möglich in 60 Sekunden die Fahrzeughalle zu erreichen. Weiterhin gibt es Wachen die den Funkstatus erst weit außerhalb der Wache senden können.
Derlei Begebenheiten sieht die Statistik nicht vor. Die Ausrückzeit des Nef ist oft unerheblich wenn der NA erst zu Hause geholt werden muss.
Zu dem Vorgänger wir freuen uns über ein qualitativ hochwertiges Ehrenamt, besonders wenn sie eine dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter haben und uns in unserer Arbeit als Helfer vor Ort unterstützen.
31.01.2017, 17:20 Uhr von Theodor
Wir haben das immer so gemacht, schnell zum Auto, 3 drücken, und dann auf das Fax warten, Jacke an, Schuhe an, Handschuhe an. Nach 2 1/2 bis 3 Minuten sind wir dann los gerollt. Wir haben nicht gebummelt oder mit Absicht langsam gemacht aber wenn ich die Treppe runter falle oder mit den Fuß umknicke ist auch keinem gedient. Ja die Feuerwehr schafft dass weil Sie ihre "Wache" um die Ecke hat, der RTW kommt aus dem Nachbardorf oder Stadt. Desweiteren gibt es so einige Kameraden die extra in eine Wohnung in Blick und Rufnähe des Feuerwehrhauses ziehen um schneller da zu sein um bloß mit aufs Auto zu kommen. Das ist nicht negativ gemeint aber es werden hier wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Einfach Lösungen für Komplizierte Probleme - typisch Affen-für-D-Mark....Allerdings trau ich das auch der CDU oder SPD zu so einen Mist anzufragen und sich dann ganz Empört hinzustellen und die Couch-sitzenden-überbezahlten-RDler-die-keiner-braucht anzupöbeln...
31.01.2017, 21:30 Uhr von E
@christiane: Ich kenne Ihre Seite nicht, ist aber kein Problem, können es hier diskutieren.
Ich denke, ich habe schon verstanden wie Sie es meinten.
Und von 50 FW Angehörige wo alarmiert werden, wenn da 30 auf dem Klo sitzen, kommen immer noch 20.
Wenn aber ein RD Mitarbeiter auf dem Klo sitzt, kann der andere schlecht mit dem Rettungswagen alleine ausrücken, oder?

Das mit der FW Weinheim: Waren das alles Einsätze für den RD oder waren da auch z.B. Brandeinsätze dabei? Ist ja auch egal. Die guten Eintreffzeiten liegen vermutlich daran, dass man es nicht weit hatte. Und wenn im Jahr von den 178 Einsätzen, 150 neben dem FW-Haus, oder im Ort, so groß ist Weinheim jetzt auch nicht, waren, kommen solche Zeiten zu Stande, wo überhaupt nicht aussage kräftig sind.
Nur als Beispiel,würde die FW Weinheim ständig in Heidelberg oder Mannheim aushelfen müssen, wären die Zeiten wesentlich schlechter.

@Theodor hat Recht, Äpfel mit Birnen vergleich. Hier wird das Versagen der Verantwortlichen auf den Köpfen der RD Mitarbeiter versucht auszutragen.
01.02.2017, 09:36 Uhr von Kurt
@Christiane "Ich weiß, dass mein Kommentar jetzt wieder zu Wutanfällen führen wird"
Bei mir führ er eher zu der Frage: Worauf wollen Sie eigentlich hinaus?

Ich sehe in dem Artikel keine prahlenden Helfer, niemand greift da andere an, die nicht so schnell sind, kein Ehrenamtlicher beschwert sich über Hauptamtliche. Ich verstehe ehrlichgesagt nicht, wo Ihr Problem liegt.
01.02.2017, 11:03 Uhr von christiane
@Kurt.Ich weiß schon gar nicht mehr, was bzw. wie ich schreiben soll, damit hier irgend jemand etwas kapiert.

Oben im Beitrag wirft man den "professionellen" vor, nicht schnell genug auszurücken.

Gleichzeitig "prahlen" Helfer vor Ort" durchschnittlich innerhalb von 3,63 Minuten bereits am "Einsatzort" zu sein.Wie lange dauert die" Ausrückphase" bei den Freizeit-Rettern, die oft von zu Hause aus losfahren?

Wie sieht es bei den FreizeitÜberfliegern mit der Hygiene aus?Kommen die direkt vom Kuhstall zu einem Patienten mit blutenden offenen Wunden?--Wie hygienisch ist deren Kleidung?--Wer überwacht das?
Die Uniklinik Mannheim hatte Hygieneprobleme.Wie viele Patienten kommen evtl. schon "verkeimt"in der Klinik an, wenn beim Thema Hygiene evtl. nicht aufgepasst wird?

Warum sollen RA ihre Fahrzeuge desinfizieren,wenn ein Ehrenretter evt. im versüfften Auto zum Einsatz fährt?

Wer mit Schnelligkeit prahlt,achtet evtl. nicht auf andere Dinge.
Und wenn, wie in Heilbronn, 195 Reanimationen im Jaht 2015 dokumentiert wurden, warum mussten die Helfer vor Ort dann 5000 Mal ausrücken.--Weil sie schneller ausrücken als die "professionellen"?--
01.02.2017, 12:16 Uhr von Olaf
@ Christaine

Ich kann nicht folgen.....

Ich kenne "First-Responder" nur in ländlichen Regionen, mit dem Ziel strukturelle Versorgungslücken abzufangen(und teilweise zum gesetzteswidrigen Schönrechnen von Hilfsfristen). Selbige sind u.a. in den z.T. veralteten Entscheidungsfindungen Kostenträger/Träger begründet, sprich Dislozierung von Standorten und Fahrzeugzahlen begründet. Ich kenne die angeführten Bereiche nicht, allerdings deutet ein starker Einsatz von HvO-Systemen auf Mängel in Organisation und Struktur der lokalen Rettungsdienste hin. Die sind dann u.a. bei den Trägern zu suchen.
Schnelligkeit ist keine Hexerei wenn die Helfer kurze Weg zum Einsatzfahrzeug und dann zur EST haben. Das ist ja der taktische Vorteil der "Helfer vor Ort". Sicherheit und Hygiene müssen nicht pauschal darunter leiden, das ist wie vieles eine Sache von Aus- und Weiterbildung

@ Theodor
So oder ähnlich, selbst bei optimaler Raumgestalltung, geht es wohl an vielen Wachen zu. Die im Artikel geforderten Minute ist eine Planungsgröße. Vermutlich wird vom Sofasitzer ausgegangen, andere Tätigkeiten gibt es ja nicht an den Wachen.....
01.02.2017, 13:28 Uhr von christiane
@Olaf:

Sie können sehr gut folgen!

Genau darum geht es.Der Rettungsdienstbereich Heilbronn ist der schlechteste in BW, was die Einhaltung der Hilfsfristen betrifft.

5000 Einsätze der Helfer vor Ort innerhalb von durchschnittlich 4 Minuten am Einsatzort--während von 11ooo Notärzten nur 84% innerhalb von 15 Minuten(2015)vor Ort sind.--Und das DRK will seine Helfer vor Ort ausbauen.

Muss man jetzt dankbar sein, dass es Helfer vor Ort gibt, während der Staat seit Jahren versagt?--Darf ich keine Kritik mehr äußern, weil das DRK ja anscheinend alles tut um mich zu befriedigen?
Würde man die im Gesetz ebenfalls vorhandene 10-Minuten Hilfsfrist einhalten, bräuchte man viel weniger Helfer vor Ort.Und man hätte einen Notarzt und keinen evtl. 3 Monate alten gerade frisch ausgebildeten Rettungshelfer.Man darf nicht immer nur auf Reanimationen in Verbindung mit Helfern vor Ort blicken, bei 5000 Einsätzen sind da jede Menge andere Einsätze dabei.

Und wenn eine 4 Minuten Hilfsfrist dringend nötig ist, dann....
01.02.2017, 14:00 Uhr von christiane
Olaf--ein Beispiel:

Offizielles Schreiben DRK-Bereitschaft Neckargemünd/Wiesenbach---Datum weiß ich nicht!

Helfer vor Ort--Wie läuft das in Deutschland?

...Auf der Rettungswache Bammental ist ein RTW stationiert.Doch was wenn dieser im Einsatz ist?Die nächsten verfügbaren Fahrzeuge sind dann in Sinsheim,Heidelberg oder Eberbach.Das bedeutet deutlich längere Anfahrtsstrecken.Hier kommt das sogenannte Helfer-vor-Ort System ins Spiel.Dieses stellt eine Möglichkeit dar, die Anfahrtszeiten zu überbrücken und mir Erweiterter Erster-Hilfe die Erstversorgung der Patienten vorzunehmen.Diese ersten Minuten können über Leben und Tod entscheiden"

Olaf:Knallen in Wiesenbach 2 Autos aufeinander, sagt mir mein Menschenverstand, dass evtl.--mindestens--2 RTW nötig sind, weil es sein kann, dass beide Fahrer verletzt wurden. Sitzen in beiden Autos Beifahrer--auch auf der Rückbank...kann sich die Anzahl der Verletzten ruck-zuck-potenzieren.

Da bedeutet, jedes Mal, wenn in Wiesenbach, vielleicht auch in Eberbach..ein Unfall passiert müssen auf jeden Fall die "Helfer vor Ort" Leben retten.Und evtl. müssen auch noch RTW aus anderen Rettungsdienstbereichen oder sogar Bundesländern aushelfen.--Und das, obwohl man gerade in dem Rettungsbereich (Rhein-Neckar-Kreis) seit Jahren die Hilfsfrist noch nicht einmal zu 90% einhalten kann.Zusätzlich dürfen "im Notfall" noch RTW-Klinikverlegungen oder dringende Krankentransporte übernehmen..weil auch KTW fehlen.

Anstatt das DRK, das auch Träger der Leitstelle ist, Druck machen würde, damit der Regelrettungsdienst endlich gesetzeskonform zum Laufen kommt, kümmert man sich leidenschaftlich darum, flächendeckend einen Helfer-vor Ort Freiwilligenverein aufzustellen.

Und darür erwartet man auch noch Dank und Lob!
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