Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat der Regionalverband München-Oberbayern des ASB Besuch von Staatsanwaltschaft und Beamten des Zolls erhalten. Ging es im Frühjahr um die möglicherweise zu geringe Bezahlung von Praktikanten, standen diesmal nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ mögliche illegale Beschäftigungsverhältnisse im Fokus. Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte, habe sich beim ASB der Verdacht ergeben, RTW-Besatzungen hätten nach Dienstschluss ihre Arbeit als Mini-Jobber fortgesetzt und ihr Entgelt sei über eine ausgelagerte Firma abgerechnet worden. Zudem seien im Transportbereich des ASB Mitarbeiter eingesetzt worden, die als selbstständig deklariert wurden, obwohl es angesichts fester Dienstpläne und Schichtvorgaben hier keine Selbstständigen geben könne. (POG)
Rettungsdienst-Mitarbeiter als Mini-Jobber abgerechnet?
29.10.2012, 12:53 Uhr
Erneut Zoll-Durchsuchung beim ASB München-Oberbayern


Kommentare
Das Thema „Praktikanten“ wurde bei den anderen Organisationen auch noch nicht untersucht, obwohl Herr Deinert (BRK) in der „Süddeutschen“ mitgeteilt hat, dass beim BRK Praktikanten als Fahrer eingesetzt werden.
Mir scheint, dass jemand ausschließlich gegen den ASB München arbeitet und bei den anderen die fälligen Ermittlungen unterlässt. Da hat der ASB wohl keine gute Lobby! Enttäuscht bin ich von der Staatsanwaltschaft und von den Journalisten (Herr Kastner von der SZ und Herr Poguntke von S+K), die zu diesen Themen überhaupt nicht kritisch bei den anderen Durchführenden nachfragen.
Ich hoffe, dass die Ermittlungen gegen den ASB weitere Ermittlungen gegen „alle“ Durchführenden des „Öffentlichen Rettungsdienstes“ in Bayern nach sich ziehen wird, wo doch die ehemalige Abteilung des BRK und jetzige „selbständige“ Abrechnungsfirma ZAST bereits gegenüber den Ermittlungsbehörden zugegeben hat, zu wissen, dass im bayerischen öffentlichen Rettungsdienst betrogen wird.
Dies wäre ja nichts Neues, da bereits Dutzende Geschäftsführer des BRK im Zuge der „Hiedl-Affäre“ 1999/2000 Strafbefehle erhalten haben, wegen „Zweckentfremdung“ von Rettungsdienstgeldern.
Was jetzt interessant wäre, hat das Bayerische Innenministerium, das ja auch die Rechtsaufsicht über das BRK hat, von diesen Betrügereien gewusst?
So wie ich das „Amigo-Land“ Bayern kenne, wird man versuchen, diesen „Skandal“ bestmöglich mit dem „Mantel des Schweigens“ zu versehen.
Jetzt wäre die Presse gefragt, ob die aber auf den Zug aufspringt und diese dauerhaften Betrügereien an die Öffentlichkeit bringt, ist bei dem Einfluss der CSU fraglich!
Jedenfalls ist der ASB Bayern von zukünftigen Vergaben von Konzessionen auszuschließen und seine Zuverlässigkeit ist nicht mehr gegeben.
Wie ich vom bayerischen Innenministerium bereits gefordert habe, ist dringend eine Änderung in Bayern erforderlich, nämlich weg vom Konzessionsmodell, hin zum Submissionsmodell: Die ZRF schreiben aus, bezahlen und kontrollieren die Durchführenden des Rettungsdienstes!
Beim jetzigen Konzessionsmodell mit dem Geldfluss
– Krankenkassen – ZAST – Landesverbände der HiOrg – Durchführende des RD –
ist die Angelegenheit zu undurchsichtig und bietet zu viele Möglichkeiten zum Betrug, was ja 2001 mit der „Ausgliederung“ der ZAST aus dem BRK ja bereits bestätigt wurde!
Deshalb sollte sich der bayerische Gesetzgeber bei der anstehenden Novelle des RDG genau überlegen, was er tut, aber leider stehen die Zeichen wieder auf keine Änderung, sondern auf eine Zementierung des jetzigen Zustandes, was auch mit einer gewissen Unwissenheit und/oder Dummheit der zuständigen Politiker zu tun hat, oder vielleicht ganz banal dem allseits bekannten Korruptionssystem, auch „Amigo-System“ genannt, geschuldet ist!
Das bayerische Innenministerium schafft es nicht mal in vier Jahren, Klarheit in Sachen Liegemietwagen zu schaffen und schon diese Betrügereien des BRK (Krankentransporte nach BayRDG mit Liegemietwagen)abzustellen, was soll man von diesem Ministerium halten?
Liest hier einer aus der Politik mit? Oder einer der gewählt werden möchte? Vielleicht erbarmt sich eine Partei und nimmt den Rettungsdienst als Einheit mit in ihr Wahlprogramm. Zu verbessern bzw. zu versprechen würde es hier viel geben.
Wir müssen mit Infos bei den eigentlichen Trägern des RD, nämlich den Kommunen anfangen. Die Bürgermeister müssen informiert werden, was hier abläuft, insbesondere auch wegen der täglich immer mehr werdenden Notfalleinsätze, in denen der RTW mehr als 20 Minuten braucht, siehe aktuell Simbach, Bayrischer Wald, Aschaffenburg usw.
Der Freistaat mit seiner Amigo-Partei hat nichts mehr im Griff bzw. noch nie gehabt. Da hat der Christoph recht. Die Bürgermeister und Kommunen wissen nichts, weil ja die Zweckverbände mit dem meistens "unwissenden" Geschäftsführer, den Verbandsräten und den Landräten als Verbands- und/oder BRK-Vorsitzenden meistens Lobbyarbeit betrieben wird.
Es muss weiterermittelt werden und ein "Großreinemachen" im bayerischen Rettungsdienst erfolgen, was auch mit einem Ausschluss von künftigen Vergaben und einem Konzessionsentzug einhergehen muss. Wer Rettungsdienstgelder veruntreut, hat in diesem Geschäft nichts verloren, deshalb bitte alle an der Aufklärung mitmachen. Wer etwa weiß über Missstände und wer Verbesserungsvorschläge hat, bitte bei mir melden. (E-Mail bekommt Ihr über die Redaktion.)
Gruß aus Bayern,
Sepp