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Rettungsdienst-Mitarbeiter am häufigsten von Gewalt betroffen

18.10.2017, 10:42 Uhr

Foto: Malteser

NRW präsentiert erste Ergebnisse einer neuen Studie


Im Januar 2018 soll eine Studie zur Gewalt im Rettungsdienst in Nordrhein-Westfalen vorgelegt werden, die durch den Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum mit Unterstützung des Ministeriums des Innern sowie des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, der Unfallkasse NRW und der Komba-Gewerkschaft NRW erstellt wurde. Sie beruht auf einer Umfrage unter 810 Einsatzkräften, die im Mai und Juni dieses Jahres durchgeführt wurde. Dabei gaben rund 13% der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten an, in den letzten 12 Monaten Opfer von körperlicher Gewalt geworden zu sein und 60% haben Erfahrungen mit verbaler Gewalt machen müssen.

Am stärksten betroffen seien mit rund 85% die Mitarbeiter im Rettungseinsatz. Dabei gab die Mehrheit der Helfer an, dass die Übergriffe während der Diagnosestellung oder der Therapie erfolgten. Mehr als die Hälfte der Vorfälle erfolgten in den Abend- und Nachtstunden. Gewalttätige Übergriffe seien selten vorhersehbar und die Täter meistens männlich. In 80% der Fälle seien die körperlichen Übergriffe ohne Vorwarnung und plötzlich erfolgt. Gewaltsame Übergriffe finden der Studie zur Folge häufiger in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern statt. Die Täter seien in rund 90% der Fälle männlich und zwischen 20 und 39 Jahre alt. In 73% der Fälle ging die körperliche Gewalt von den Patienten selbst aus.

Auf der Grundlage der Ergebnisse sollen geeignete Präventionsmaßnahmen. Auch Anpassungen am derzeitigen Aus- und Fortbildungsangebot sollen überprüft werden. Von den Einsatzkräften selbst wünschten sich etwa 70% der Befragten mehr Fortbildungsmaßnahmen im Bereich Deeskalationstraining und Selbstverteidigung.

Lesen Sie hier die vollständige RETTUNGSDIENST-August 2011 zum Thema „Gewalt gegen Rettungskräfte“.

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