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Vertragskündigung in Lauenburg?

20.02.2012

Foto: Bilderbox

Zerwürfnis droht zwischen Kreis und DRK

Trotz aller Bemühungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Kreis Herzogtum Lauenburg, die Abrechnungsfehler in seinem Rettungsdienst aus der Welt zu schaffen (RETUNGSDIENST berichtete), zeigt der Kreis offenbar wenig Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit. Zur nächsten Sitzung des Innenausschusses des Kreistages will die Verwaltung den Politikern auf jeden Fall eine Vorlage mit der Empfehlung einer kurzfristigen Kündigung des Rettungsdienstvertrages zwischen Kreis und DRK vorlegen.

Vollziehen Innenausschuss und dann im März der Kreistag diesen Schritt, werden sich die beiden Parteien vermutlich vor Gericht wiedersehen. DRK-Vorstand Klaus Crijns vom Landesverband des Roten Kreuzes und der lauenburgische DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Turowski machten in einem Pressegespräch deutlich, dass sie wegen der Abrechnungspannen aus dem Jahre 2008 keinerlei Gründe für eine außerordentliche Kündigung des Rettungsdienstvertrages sähen. In der Vorlage zur Innenausschusssitzung heißt es: „Um finanzielle Schäden für die öffentliche Hand durch einen auch künftig nicht nachvollziehbaren, nicht verantwortungsbewussten und nicht ordnungsgemäßen Umgang mit öffentlichen Geldern zu vermeiden, müsste eine kurzfristige Kündigung ausgesprochen werden. Ein Festhalten an dem Vertrag wäre unzumutbar.“ Begründet wird dieser Schluss mit drei Punkten: erst die Prüfung des Rechnungsprüfungsamtes habe finanzielle Schäden für den Rettungsdienst und den Kreis verhindert; die beanstandeten Vorfälle seien bisher nur teilweise und nur unter Druck aufgeklärt worden; die Stellungnahmen des Roten Kreuzes ließen eine künftig fundierte Bearbeitung nicht erkennen. (POG)

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Kommentare

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20.02.2012, 15:10 Uhr von Günter
Ich ziehe den Hut vor dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Endlich mal jemand, der durchgreift und die "Abrechnungsfehler" (ich nenne es Betrug) rügt.
Andere Zweckverbände sollten das Gleiche tun. Wer betrügt und andere schädigt, soll seinen Hut nehmen und gehen. Dies gilt für öffentlich-rechtliche Organisationen genauso wie für private Unternehmen.
20.02.2012, 19:55 Uhr von i
@ Günter!

Sehe ich genauso!

Wird auch Zeit ... Hoffe nur, dass das Personal nicht darunter leiden muss!
20.02.2012, 20:57 Uhr von Guido
Ich kann da Günter nur zustimmen. Wer betrügt, muss die Konsequenzen tragen. Mich interessiert jetzt nur noch, wann das aufgeflogen ist, weil die "Abrechnungspannen" ja aus 2008 sind. Kann da einer mehr zu sagen?
21.02.2012, 09:48 Uhr von nordi
@ Guido:
Wenn du es genau wissen willst:
Gehe auf die Seite herzogtum-laubenburg. de, weiter auf Politik, dann auf öffentliches Informationssystem und dort auf den Sitzungskalender ... Schau Dir die Unterlagen zu der Sitzung des Innenausschusses für den 23.02.2012 an ... das ist eine direkte offizielle Quelle ... Manches wird in den Medien, z.B. in der bergedorfer-zeitung. de dann vielleicht doch ein bißchen hochgekocht ... also lies Dich mal durch, wenn Du so interessiert bist ... Quellenarbeit wird immer belohnt.
nordi
21.02.2012, 17:07 Uhr von Henry
Na sowas, hat das DRK in Lauenburg keine Connections in die Politik? Normalerweise ist doch immer irgendein Landrat etc. im DRK Mitglied ...
22.02.2012, 09:30 Uhr von Flo
@Henry: Die wird es sicher geben. Nur dürften in dieser Kombination auch solche "gespaltenen Persönlichkeiten" wenig helfen.

Wenn es "nur" darum geht, mit der einen Hälfte der Persönlichkeit der anderen einen wie auch immer gearteten Vorteil zu schaffen, mag das klappen. Wenn es aber wie hier ans Geld geht, werden auch die Verantwortlichen überlegen, ob sie das mittragen wollen. Sonst steht ruckzuck der Staatsanwalt vor der Tür wegen Veruntreuung. Wir reden hier von einem möglichen Griff in die Kreiskasse.
22.02.2012, 12:53 Uhr von Wikinger
... die Geschichte nimmt ihren Lauf ...
Staatsanwaltschaft hat DRK-Zentrale durchsucht

Anbei ein Link:
http://www.ln-online.de/lokales/lauenburg/3373904/staatsanwaltschaft-hat-drk-zentrale-durchsucht
22.02.2012, 12:58 Uhr von Herzogtum
@ Henry, @ Flo: Nein, im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es derartige Verquickungen nicht. Das Problem liegt in der Kombination aus inkompetentem & kriminellem Geschäftsführer und unfähigem Kreisverbandsvorstand.
22.02.2012, 17:09 Uhr von von
Interessant ist doch die Frage, ob es sich hier um einen traurigen bedauerlichen menschlichen einzelnen Fehltritt handelt oder ob soeben jemand die Spitze einer, schlimmstenfalls überregionalen, Normalität ins Rampenlicht der Wirklichkeit gerückt hat. Das wäre schade für alle, die im Namen des DRK, oftmals ehrenamtlich, tagtäglich ihr volles Engagement geben. Landräte und DRK'ler werden sich in Zukunft wohl leider etwas kritischer in die Augen schauen müssen. Das wird schon der Wähler fordern. Hoffentlich zeigt sich schnell, das Lauenburg ein große Missverständnis, eine Ausnahme war. DRK ist nicht gleich DRK und DRK ist nicht ASB, MHD oder JUH. Bitte schmeiße es keiner in einen gemeinsamen Topf.
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