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Zwei deutsche Segler auf dem Atlantik gerettet

10.07.2017, 16:24 Uhr

Foto: 920. Rescue Wing

Einsatz der United States Air Force 800 km vor dem Festland

In der Nacht zum Samstag, den 8. Juli 2017, wurden zwei deutsche Segler von der United States Air Force (USAF, amerikanische Luftwaffe) aus dem Atlantik gerettet. Auf dem Weg von Jamaika nach Bremerhaven war ihre Segeljacht 800 km vor der Küste in Brand geraten und gesunken. Die beiden Männer hatten sich auf die Rettungsinsel gerettet. Per Satellitentelefon hatten sie Familienangehörige in Bremerhaven angerufen, die dann die Integrierte Regionalleitstelle Unterweser-Elbe (IRLS) der Feuerwehr in Bremerhaven benachrichtigten. Diese wiederum alarmierte am Freitag (7. Juli 2017) kurz nach 15 Uhr die Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die Seenotleitung der DGzRS setzte sich umgehend mit der amerikanischen Küstenwache, dem für das Seerevier zuständigen Siebten Distrikt in Miami, in Verbindung, die den Tanker „Nord Nightingale“ umleitete. Wegen der großen Entfernung zum Festland wurde die United States Air Force um Unterstützung gebeten. Diese schickte ein Flugzeug des 920. Rescue Wing, einer Abteilung, die eigentlich für die Suche und Rettung von Soldaten in Kriegsgebieten zuständig ist, zur Notfallposition.

Als das Flugzeug Stunden nach der Erstalarmierung eintraf, war der Tanker bereits am Unglücksort eingetroffen, konnte die beiden Schiffbrüchigen aber nicht selbst retten. Deshalb sprangen fünf Fallschirmspringer mit Schlauchbooten aus dem Flugzeug ab, aus dem auch medizinische Ausrüstung abgeworfen wurde. Die Schiffbrüchigen wurden ins Boot geholt und vom Rettungsteam zur „Nord Nightingale“ gebracht. Die Segler und Retter wurden dann von zwei Airforce-Hubschraubern nach Florida geflogen. Einer der beiden Männer erlitt schwere Brandverletzungen und wird zurzeit in einem Krankenhaus in Orlando (Florida) behandelt.

Kommentare

10.07.2017, 22:04 Uhr von Achim
Tja wenn wir die Amis und ihre Spezialforces nicht hätten...

https://www.navy.com/careers/special-operations/air-rescue.html#ft-key-responsibilities
11.07.2017, 10:44 Uhr von R-P
Und jetzt stellt sich jeder Einsatzbearbeiter einer Leitstelle (jeglicher Art) mal die Frage, ob er ad hoc wüsste, wen er anrufen muss/kann.
Die aufgeführte Kette (Anruf bei Angehörigen) beweist, dass es jede Leitstelle auch im Binnenland treffen kann.
Spannende Frage, ich wüsste es bei uns nicht, glaube aber, mal im Dokumentenmanagementsystem über so was gestolpert zu sein.
11.07.2017, 21:52 Uhr von Nicole
Was wäre, wenn der Notruf statt von zwei deutschen Seglern im Atlantik, von zwei afrikanischen Schlauchboot Flüchtlinge im Mittelmeer abgesetzt worden wäre??? Traurig und krank unsere westlich-demokratische Gesellschaft....
13.07.2017, 18:37 Uhr von Theodor
Also, hier im Norden, kennen alle Leitstellendisponten das MRCC (Maritime Rescue Coordination Centre) der DGzRS in Bremen (hoffe ich zumindest das ich den Mund nicht zu voll nehme gerade). Das die beiden Eierköpfe auf den Segeler noch nicht mal wissen wen sie im Notfall bei einer Atlaniküberquerung anrufen können ist schon peinlich und hätte das Leben kosten können. Aber der Atlantik ist ja auch nur geringfügig größer als der Baggersee in PuseMuckel. (VerdrehdieAugenSmily)

Nicole: Der Weg von Florida zum Mittelmeer ist schon ein bisschen weit, oder? (zwinker)
14.07.2017, 06:11 Uhr von Flo
@Theodor, also als Eierköpfe würde ich die zwei nicht bezeichnen. In einem anderen Bericht war die Rede davon das die Amis auch "direkt" alarmiert wurden. Und zwar über eine automatische Notboje die die beiden mit hatten.
14.07.2017, 07:28 Uhr von Johannes
@Theodor: Im Mittelmeer fliegen aber Pumas und SeaKings der Deutschen Marine. (zwinker)
14.07.2017, 08:42 Uhr von Theodor
Eine Notboje fängt an zu senden sobald sie Kontakt mit Wasser hat und ist Gesetzlich Vorgeschrieben. Hat also nichts mit Intelligenz oder Vorsorge zu tun. Ist genauso wie eine Bremse im Auto. Die ist einfach da. Ich meine wenn schon über den Atlantik schippert sollte man wissen wo man anrufen / wen man anfunken kann um Hilfe zu bekommen und nicht Glück haben weil die Notboje ins Wasser kugelt. Das ist die gleich Mentalität die hier alle haben. Die Welt dreht sich um mich. Vollkaskobürger eben. Ist ja nochmal gut gegangen.
14.07.2017, 12:21 Uhr von E
Man wählt einfach die 112. Mal sehen wo man raus kommt=).
14.07.2017, 15:05 Uhr von Uwe
@Theodor Unsere Marine rettet Menschen, die Hautfarbe ist ihr egal. Aber sie fliegt keine Pumas zwinker, dass sind die Kollegen der BuPol
14.07.2017, 19:14 Uhr von Uli
Das MRCC ist keine Leitstelle im Sinne des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr. Daher gehört bei ihr die Abarbeitung derartiger Seenotfälle zur Routine.
Ein sehr gutes Beispiel, dass die Systeme international funktionieren.
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