In Bischofswerda und Bautzen ist es zu Suiziden von zwei Rettungsdienst-Mitarbeitern in den vergangenen Wochen gekommen. Kollegen machen dafür laut einem Artikel der „Sächsischen Zeitung“ die Arbeitsbedingungen verantwortlich. „Im Rettungsdienst und im Krankentransportwesen gibt es erhebliche Missstände“, sagt ein Rettungsassistent, der anonym bleiben möchte. Es seien oft Überstunden zu leisten, die Bezahlung häufig schlecht. Unter den Kollegen gebe es viele, die alkohol- und medikamentenabhängig seien, um die Belastungen im Job auszuhalten. Zudem seien die Rettungswachen oft viel zu eng für die Belegschaft und „die Sanitäranlagen eine Katastrophe“, heißt es in dem Artikel.
Verantwortliche beim DRK und ASB, bei denen die beiden Rettungsdienstler gearbeitet haben, räumen ein, dass die Arbeit im Rettungsdienst nicht immer leicht sei und die gesetzlich geregelte Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche regelmäßig überschritten werde. Dies soll vor allem dann der Fall sein, wenn kurz vor Feierabend noch ein Einsatz gefahren werden müsse. Zu wenig psychologische Betreuung gebe es aber bei beiden Verbänden nicht. Das Angebot werde allerdings nur sehr selten angenommen. Der ASB-Kreisvorsitzende Rainer Scholze sagt, dass sich im Rettungswesen etwas ändern muss. Deshalb wolle man nun „Druck auf die Krankenkassen ausüben, um mehr Geld für Personal und Ausrüstung zu bekommen.“


Kommentare
Wenn ich meinen Stundenlohn ausrechne, komme ich sogar weit unterhalb der vom DGB geforderten 8,50 € die Stunde. Und das als Rettungsassistent. Aber das interressiert niemanden, da es nur ums Geld geht ... die gesundheitlichen Leiden mancher Kollegen waren auch irrelevant für den Chef ... Nein, auf "Außenwachen" werden die geschickt, die der Chef nicht leiden kann und die sonst Paroli bieten. Soviel mal dazu.
Das kann ich auf dem Parkplatz auch haben, kosten 30 Cent und die Parkuhr hört einem dann eine ganze Stunde zu.
Ich musste mir selbst jemanden Suchen mit dem ich sprechen konnte.
Die Arbeitsbedingungen kann ich auch bestätigen, zumindest die Stunden. Die Wachen gingen, bzw. einfache Schaumstoffmateratzen (Schaum aus Sitzpolstern, niedrigste Qualität), Sofa und sonstige Einrichtung von 1985 oder so, geht ja noch. Wenn ich nicht 50 und mehr Stunden die Woche dort verbringen würde, würde es auch noch gehen.
Ich hoffe die Kollegen haben keine Frau oder Kinder gehabt. Das ist auch unwahrscheinlich weil von dem miesen Gehalt kann man Kinder eigentlich nicht bezahlen.
Ich kann gar nicht soviel essen wie ich kotzen möchte.
Und dann lassen es Tarifverträge auch noch zu, dass über opt-out-Regelungen bis zu 60 Std. in der Woche zulässig sein sollen? Da braucht man sich nicht wundern, wenn erst das System krankt und dann die einzelnen Mitarbeiter. Die Kassen sollten zudem in ihren Buchhaltungsunterlagen mal nachschauen, was sie ihren eignen Reinigungskräften monatlich bezahlen. Da würde manch ein Berufseinsteiger im RD neidisch werden, wenn er das mit seinem Lohnzettel vergleicht!
R.I.P. den Kollegen, die nicht stark genug waren, die Belastung durch zu halten!
Aber das was bei Euch so schlimm erscheint, ist bei fast allen HiOrg Gang und Gebe, und es soll mal einer hier behaupten, dass das nicht der Fall sei und dem Artikel nach nur eine evtl. Ausnahme wäre, das wäre schlichtweg gelogen und/oder es ist ein Versuch, die Sachlage schön zu schreiben ... Ich habe bei allen HiOrg schon gearbeitet, auch in unterschiedlichen Bundesländern, aber wir haben uns den Job ausgesucht ... (heißt es dann fast immer)!
Wenn ich mal die Zeit revue passieren lasse, so vor ca. 8-10 Jahren, da habe ich für eine 48 Std. Woche noch so um die 2.800.- Brutto inkl. Zulagen etc.. im RD gehabt und wenn ich dies mit der jetzigen Zeit vergleiche , wo man in der Regel 52 und viel mehr Std. die Woche leistet bzw. leisten MUSS und nicht mal mehr über 2.200.- Brutto oder erheblich weniger kommt , dann kann ich die Kollegen schon verstehen das sie völlig ausgebrannt und fertig sind...
Es ist aber auch richtig , das kaum einer die Möglichkeit nutzt zum Psych Dr. oder internen Betriebsarzt oder Vertrauensarzt zu gehen , da man denkt das kommt raus und man steht dann als Schlapschw.... da oder das man nicht mehr in der Lage sei den Job zu machen...
Und dann hat man evtl. noch Familie , dann fällt man in ein Loch in dem man so leicht nicht wieder raus kommt...
Ich gebe nur den TIP und haltet dort zusammen , anstatt jemanden zu diskreditieren,
( Holt Euch Hilfe wenn es nicht mehr geht und habt keine Hemmungen, denn ich war auch mal so weit , Hilfe in Anschspruch nehmen zu müssen und das war sehr hilfreich und hat mir sehr geholfen ), sonst hätte ich den Job wohl nicht mehr ausüben können...
In diesem Sinne, haltet zusammen und gebt nicht auf !!!
Lg. aus dem Norden
Sepp, dieses Thema ist viel zu traurig um es mit Deinen altbekannten Phrasen zu belasten. Schweig doch einfach mal.
Die dort angedeuteten Umstände gibt es auch bei genügend Privaten. Solche Bedingungen sind in der Tat unanständig. Das sind sie allerdings, egal wo sie vorkommen und wer sie zu vertreten hat.
Kommunales Beleid nach Bautzen und Mitleid für Sepp, lass Dich doch bitte endlich mal behandeln.
Jan
Mitarbeiter im Rettungsdienst bringen wie selbstverständilich viele, viele persönliche Opfer zur Erfüllung ihrer Aufgabe, aber soweit darf es nicht kommen. Die Gründe dafür möchte ich nicht weiter bewerten, aber hier ist die Spitze des Eisberges in einer endlosen Diskussion zu sehen! :-(
Wer als Hauptamtlicher zusätzlich ehrenamtliche Dienste macht, egal ob es Sanitätsdienst oder First Responder oder sonst was ist, der MACHT SICH UND DEN BERUF KAPUTT!