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Fachverband Leitstellen e.V. fordert mehr Telefonreanimation und Qualitätssicherung

Wiederbelebung beginne schon beim Notruf

Bis der Rettungsdienst eintrifft, können beim Herz-Kreislauf-Stillstand mehrere Minuten vergehen. Nach Ansicht des Fachverbandes sollen Leitstellen diese Zeit nutzen und Laien per Telefon zur Herzdruckmassage anleiten. Dafür brauche es eine standardisierte Notrufabfrage, geschulte Disponenten und ein weiterentwickeltes Qualitätsmanagement.

Anlässlich der Woche der Wiederbelebung plädiert der Fachverband Leitstellen e. V. für einen weiteren Ausbau der Telefonreanimation und der standardisierten Notrufabfrage. Bis der Rettungsdienst eintreffe, könnten mehrere Minuten vergehen. In dieser Phase müsse die Leitstelle den Kreislaufstillstand erkennen, Einsatzkräfte alarmieren und die Anrufenden zugleich zur Herzdruckmassage anleiten, erklärte der Vorsitzende Marc Gistrichovsky. Da viele Laien Angst hätten, etwas falsch zu machen, könne die Leitstelle ihnen die nötige Sicherheit geben.

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Der Verband beruft sich auf die Leitlinien des European Resuscitation Council, die eine telefonische Anleitung empfehlen und dafür eigene Kriterien und Algorithmen vorsehen. In einer schwedischen Registerstudie mit mehr als 15.000 beobachteten außerklinischen Stillständen lag die 30-Tage-Überlebensrate nach angeleiteter Reanimation bei 13,0%. Ohne Maßnahmen vor Eintreffen des Rettungsdienstes waren es 7,1%, bei eigenständig begonnener Laienreanimation 18,3%.

Damit die Leitstellen die Anrufenden zuverlässig unterstützen können, brauche es eine möglichst frühe Erkennung des Stillstandes, klare Anweisungen, regelmäßiges Training der Disponenten und eine systematische Auswertung der Abläufe. Zudem fordert der Verband, das Reanimations-Qualitätsmanagement weiterzuentwickeln. Prozessdaten wie die Zeit bis zur ersten angeleiteten Thoraxkompression könnten Schwachstellen sichtbar machen.

Außerdem verweist der Verband auf die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 16. September 2026 zu einer EU-Strategie gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der rechtlich nicht bindende Bericht nennt u. a. Reanimationstrainings in Schulen und Betrieben sowie nationale AED-Register, die in die Alarmierung eingebunden werden können. Nach Ansicht des Verbands solle eine solche Strategie die gesamte Versorgungskette berücksichtigen, die bereits mit dem Notruf beginne.

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