Stand:
Zahl der Stichverletzungen steigt, Anteil bleibt gering
Neue Auswertung aus dem TraumaRegister DGU
Eine 12-jährige Auswertung des TraumaRegister DGU der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zeigt einen deutlichen Anstieg von Schwerverletzten nach Stichverletzungen im Rahmen gewalttätiger Auseinandersetzungen. Die Fallzahlen seien von 212 im Jahr 2013 auf 336 im Jahr 2024 gestiegen, ein Zuwachs von 58,8%. Am Gesamtaufkommen aller Schwerverletzten mache diese Verletzungsart mit aktuell 1,26% jedoch weiterhin nur einen geringen Anteil aus. Die im Deutschen Ärzteblatt, Ausgabe 17, veröffentlichte Studie beruhe auf Daten von 3.664 Stichverletzungen aus über 600 beteiligten Kliniken. Erfasst wurden ausschließlich Fälle mit einem AIS-Wert von mindestens 3, also lebensbedrohliche oder intensivpflichtige Verletzungen.
Die Betroffenen seien im Schnitt 31,1 Jahre alt und zu 85,5% männlich und damit deutlich jünger als der Durchschnitt aller Schwerverletzten. Häufig seien Brust- und Bauchraum betroffen; in 72% der Fälle sei eine dringliche Operation notwendig gewesen. 8,2% der Patientinnen und Patienten seien im Krankenhaus gestorben. Zudem gebe es regionale Unterschiede mit höheren Fallzahlen in dicht besiedelten Gebieten. Angaben zu Täter- und Opferkreis, Motivation oder sozialem Hintergrund der Beteiligten enthalte das Register nicht.