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20 Jahre First Responder

27.10.2014, 13:42 Uhr

Fotos: G. Bauer/Kreisbrandinspektion München

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Pioniere im Landkreis München geehrt

Anfangs wurden sie noch vielerorts skeptisch beäugt – nach 20 Jahren sind sie „aus dem Rettungswesen nicht mehr wegzudenken“, betonte der Münchener Landrat Christoph Göbel. Die Rede ist von den ersten First Respondern der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis München. Ermutigt durch positive Erfahrungen aus den USA mit solchen Modellen und die Entwicklung der ersten halbautomatischen Defibrillatoren (AED), die eine effektive Hilfe beim plötzlichen Herztod garantierten, beschloss die Münchener Landkreis-Feuerwehr Anfang 1994 ein Pilotprojekt, an dem sich zunächst die Wehren Oberschleißheim, Unterschleißheim und Aschheim beteiligten. Das Ergebnis des Projekts sprach für sich: Im Durchschnitt trafen die First Responder 4,7 min vor dem zeitgleich alarmierten Rettungsdienst ein. Dank der AED, an denen alle First Responder ausgebildet waren, stieg die Erfolgsquote bei Reanimationen von 2 auf 37%. Dieses Konzept überzeugte auch die Berufsfeuerwehr München, die daraufhin alle ihre Fahrzeuge mit AED-Geräten ausrüstete. 2014, 20 Jahre später, betreiben 15 Landkreisfeuerwehren First-Responder-Gruppen. Drei weitere Gruppen stellen Hilfsorganisationen im Landkreis. In ganz Bayern gibt es derzeit 80 auf Basis von Freiwilligen Feuerwehren und mehrere Dutzend auf der Grundlage von Rettungsorganisationen.

Nun ehrte die Landkreisfeuerwehr die drei Pioniere und Motoren des Pilotprojekts von 1994, Max Eichner, Hans Hüfner und Hans Kronacher. „Mittlerweile haben sich First-Responder-Systeme bundesweit etabliert“, sagte die 3. Bürgermeisterin Unterschleißheims, Brigitte Huber, „wir gehörten zu den ersten, die es hatten und darauf sind wir stolz.“ Insgesamt absolvierten die Feuerwehr-First-Responder im vergangenen Jahr rund 3.000 Einsätze und versorgten dabei etwa 2.200 Patienten. (POG)

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