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32-jähriger Sanitätsausbilder nach Betrug festgenommen

26.04.2005, 14:18 Uhr

Foto: BilderBox (steht nicht in Zusammenhang mit dem dargestellten Fall)

Teilnehmerlisten manipuliert und falsche Bescheinigungen ausgestellt

Am Dienstag, den 19. April 2005, ging bei der Staatsanwaltschaft München I eine Strafanzeige gegen einen 32-jährigen Unterschleißheimer ein. Der junge Mann, der als ehrenamtlicher Ausbilder bei einer privaten Firma für Sanitätshilfe Erste-Hilfe-Kurse hält, hatte Teilnehmerlisten manipuliert und falsche Bescheinigungen ausgestellt, um die eingenommenen Lehrgangsgebühren zu unterschlagen.

Die Ausbilder, die bei der Münchner Firma arbeiten, tun dies alle ehrenamtlich. Sie erhalten für die gehaltenen Kurse kein Geld, sondern lediglich eine Aufwandsentschädigung. Die Kursteilnehmer, die überwiegend die Erste-Hilfe-Schulung für die Erlangung einer Fahrerlaubnis absolvieren, mussten sich bei Lehrgangsbeginn in die Teilnehmerliste eintragen. Der 32-jährige Ausbilder erstellte dann die Liste neu und reduzierte die Teilnehmerzahl oder gab gegenüber seinem Arbeitgeber an, dass überhaupt keine Schüler an seinem Lehrgang teilgenommen hatten. Die 25 Euro, die er pro Person für den gehaltenen Kurs abzurechnen hatte, wirtschaftete der Unterschleißheimer in seine eigene Tasche. Der 32-Jährige hatte vor nicht allzu langer Zeit in Augsburg eine eigene Firma zur Schulung von Erste-Hilfe-Kursen eröffnet. Damit die unterrichteten Münchner zu ihrer Bescheinigung kamen, die sie zur Vorlage bei der Führerscheinbehörde benötigten, erhielten diese dann eine Bescheinigung der Augsburger Firma. Diese Firma ist jedoch in ihrer Ausbildungsgenehmigung auf Augsburg räumlich begrenzt, und eine Bescheinigung dieser Firma bei der Unterrichtung in München ist nicht zulässig.

Bekannt wurde der Sachverhalt, als einer der Teilnehmer diese Bescheinigung bei der Führerscheinstelle München vorlegte und ihm diese nicht anerkannt wurde. Der Schüler setzte sich dann mit dem Geschäftsführer der Münchner Sanitäts-Ausbilderfirma in Verbindung. Am vergangenen Sonntag, dem 24. April 2005, hielt der 32-jährige Ausbilder erneut einen Kurs, bei dem er wiederum nur zwei Teilnehmer abrechnete, obwohl 14 Teilnehmer den Kurs besucht hatten. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Unterschleißheim fanden die Beamten des Fachkommissariats die Originalteilnehmerlisten auf und konnten damit beweisen, dass der Ausbilder die Sanitätshilfe in mindestens vier Fällen betrogen hatte. In der Wohnung des 32-Jährigen wurden dann ein Beamer, ein Laptop sowie ein Blutdruckmessgerät aufgefunden. Alle Gegenstände gehören der Bundeswehr, die den 32-Jährigen als Zeitsoldat beschäftigt. In den Geschäftsräumen seiner Firma in Augsburg fanden die Beamten zwei Reanimationspuppen sowie Erste-Hilfe-Schulungsgegenstände der Bundeswehr. Auch diese hatte der 32-Jährige von seiner Arbeitsstelle entwendet. Nach bisherigen Erkenntnissen beläuft sich der durch die falschen Abrechnungen entstandene Schaden auf mindestens 1.000 Euro.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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