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9. Malteser Fachkongress in Bonn

20.10.2008, 15:45 Uhr

Foto: Kai Vogelmann

Schnittstellen im Rettungsdienst aufgezeigt

Mit über 150 Teilnehmern, darunter mehreren Ärzten, konnte der 9. Malteser Fachkongress im Haus der Geschichte in Bonn nahtlos an seine Vorgängerkongresse anknüpfen. „Wir sind absolut mit dem Verlauf des Kongresses zufrieden“, bilanziert Malteser-Diözesanarzt und Kongressleiter Dr. med. Michael Schaal dieses Forum, zu dem die Malteser alle zwei Jahre einladen.

In diesem Jahr standen die Schnittstellen im Rettungsdienst und Entscheidungshilfen für Rettungsfachpersonal bei besonderen Rettungsdienstlagen auf dem Kongressprogramm.

So trat unter anderem der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Rhein-Sieg-Kreises, Frank Riebandt, vor das Fachpublikum, um Einsätze bei der Deutsche Bahn AG zu beschreiben. Spätestens seit dem ICE-Unglück von Eschede vor 10 Jahren oder dem Zugunglück von Brühl vor acht Jahren gehörten solche Einsatzszenarien für den Rettungsdienst mit vielen unterschiedlichen Partnern am Einsatzort zum Alltag. Das gelte auch für die Flughäfen in NRW, betonte der Leiter der Flughafenfeuerwehr des Flughafens Köln-Bonn, Reinhard Vosswinkel: „Das Spanair-Unglück in Madrid vor wenigen Wochen hat uns das noch einmal drastisch vor Augen geführt.“ Auch die vielen Fernsehberichte über die Flugschaukatastrophe von Ramstein, die sich in diesem Jahr zum 20. Mal jährte, hätten solche Szenarien in den Köpfen der Verantwortlichen geschärft.

Spezielle Entscheidungshilfen für die Rettungsdienstler boten im zweiten Kongressblock unter anderem Dr. med. Jost Kaufmann von der RWTH Aachen, der speziell auf Kindernotfälle im Rettungsdienstalltag einging. Der Allgemeinmediziner Joachim Berg aus Zülpich beschrieb Möglichkeiten der Optimierung in der Zusammenarbeit des Rettungsdienstes mit dem hausärztlichen Notdienst. „Auch hier müssen die Schnittstellen deutlicher herausgearbeitet werden, um das Rettungsdienstsystem weiter optimieren zu können“, ist sich Berg sicher.

„Nach wie vor ist es für Rettungsfachpersonal schwierig, selbst externe Hilfe an den Einsatzort hinzuzurufen“, weiß Dr. Schaal aus langjähriger Erfahrung. Deshalb informierte auch Bonns Erster Polizeihauptkommissar Siegfried Vogel das Fachpublikum, ab wann es sinnvoll sein kann, Polizei einzubinden. Dr. Jutta Helmerichs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe aus Bonn beschrieb schließlich den Einsatz für die Psychosoziale Unterstützung – sowohl für das Rettungsfachpersonal als auch für Opfer und Angehörige.

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