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ARD verweigert Spendenaufruf

29.03.2011, 10:28 Uhr

Fotos: D. McCord & U.S. Navy

Hilfsorganisationen zeigen sich empört

Die „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH) zeigt sich empört darüber, dass die ARD sich weigert, Spendenaufrufe ihres Bündnisses für Japan zu senden. Die ADH ist ein Zusammenschluss mehrerer, auch international tätiger Hilfsorganisationen, zu dem unter anderem World Vision, die AWO, der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie die Malteser und Johanniter gehören. Schirmherr des Aktionsbündnisses ist der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Der Bundesvorsitzende der AWO Wolfgang Stadler erklärte, es fehle ihm und seiner Organisation jegliches Verständnis dafür, dass die Sendergemeinschaft ARD die Not leidende Bevölkerung in Japan nicht unterstütze. Selbst die Vorsitzende der ARD-Gremien Ruth Hieronymi zeigte sich überrascht von den offiziellen Verlautbarungen, nach der ein reiches Land wie Japan keine Spenden benötige. Manuela Rossbach, die Geschäftsführerin des Bündnisses ADH kritisierte, man sei schon längst mit japanischen Mitarbeitern vor Ort im Einsatz und die ARD tue so, als würden keine Hilfseinsätze laufen. Frau Rossbach monierte zudem, dass selbst Spendenaufrufe von „höchster Stelle“ durch den Bundespräsidenten und die Bundeskanzlerin an die deutsche Bevölkerung von der ARD nicht mit TV-Beiträgen oder kurzen Hinweisen in der Berichterstattung unterstützt werden.

Hintergrund des Streits ist eine vertragliche Vereinbarung der ARD mit dem zweiten großen Zusammenschluss von Hilfsorganisationen, dem „Bündnis Entwicklung Hilft“. Zu diesem zählen unter anderem die Organisationen Misereor, Welthungerhilfe und Medico international. Dieses Bündnis konzentriert seine Arbeit eher auf Entwicklungsländer und ist daher nicht in Japan aktiv. Ruth Hieronymi, Vorsitzende der ARD-Gremien, kündigte eine Untersuchung der offiziellen ARD-Position zu den Spendenaufrufen der „Aktion Deutschland Hilft“ durch unabhängige Experten an. Von der ARD gab es bisher keine Stellungnahme.

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