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ASB München sucht den Neuanfang

16.07.2014, 09:54 Uhr

Foto: A. Königstein/ASB

Ende der „Spezlwirtschaft“ nach jahrelangem Streit

Seit Jahren steht der Münchener Arbeiter-Samariter-Bund in der Kritik. Ein interner Prüfbericht wirft dem ASB einen fragwürdigen Umgang mit Geld und dubiose Geschäfte vor. Ein neuer Vorstand um den Rechtsanwalt Christian Wolf soll nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ die jahrelangen Querelen nun aufarbeiten. Die vorangegangenen acht Jahre stand Eduard Höcherl, Chefarzt am Klinikum München-Schwabing und früherer CSU-Stadtrat, an der Spitze des Verbandes. In ihrem Prüfbericht skizziert die Landeskontrollkommission das Zusammenwirken einer haupt- und ehrenamtlichen Vereinsspitze, das Insider mit Worten wie „Filz“ und „Spezlwirtschaft“ bezeichnen.

Etwa 140 Hauptamtliche und 230 geringfügig Beschäftigte tun Dienst beim Münchener ASB-Regionalverband und seiner Rettungsdienst-GmbH. Mit 55.000 Mitgliedern ist die Gliederung bundesweit der größte Regionalverband. Verfasst hat den Prüfbericht die Landeskontrollkommission des ASB, und das schon im Juli 2013. Seither galt er als Verschlusssache. Skandale um den ASB in der bayerischen Landeshauptstadt gab es in den vergangenen Jahren genügend: Niedrigstlöhne für Rettungsassistenten in Ausbildung, Vorwürfe wegen Sozialbetrugs, Kündigung eines Betriebsrates – die Liste war lang. Zum Beispiel erhielt der Geschäftsführer 2011 ein Darlehen im hohen fünfstelligen Bereich. Ein für den ASB ohnehin ungewöhnliches Verfahren, bei dem die Prüfer zudem monierten, dass der Vertrag von Seiten des Verbandes nicht rechtswirksam unterzeichnet worden sei. Darüber hinaus unterhielt Höcherl über eine ihm privat gehörende Werkstatt Geschäftsbeziehungen zu dem von ihm ehrenamtlich geführten ASB. Der Verband ließ dort seine Autos reparieren. (POG)

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