Die Malteser und die Johanniter weiten ihre Zusammenarbeit mit der Bundeswehr aus. Dazu haben sie am Freitag im Rahmen der Sanitätsübung „Medic Quadriga 2026“ eine Absichtserklärung zur Feststellung einer privilegierten Partnerschaft unterzeichnet. Die bisherige Einbindung von JUH und MHD in die Unterstützung des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr ist noch nicht ausreichend konkret beschrieben. Doch die sicherheitspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Ressourcen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr im Kontext der Landes- und Bündnisverteidigung stark beansprucht wären und eine dauerhafte Unterstützung durch die Hilfsorganisationen erforderlich sein könnte. Mit der privilegierten Partnerschaft sei daher die Absicht verbunden, entsprechende öffentlich-rechtliche Verträge mit dem Bundesverteidigungsministerium abzuschließen. In diesen sollen die grundlegenden Formen der unterstützenden Mitwirkung festgelegt werden. Der Verwendungsauftrag sowie Verhaltensregeln, die für die Mitarbeiter der Malteser und der Johanniter gelten, werden im Vorfeld definiert und Bestandteil der Verträge.
Die „Quadriga 2026“ gehört zu den größten militärischen Trainingsvorhaben in Europa und ist in vier Bereiche gegliedert: „Northern Quadriga“ konzentriert sich auf maritime Sicherheit und Seetransport. Bei „Grand Quadriga“ steht die schnelle Verlegung von Heereskräften über Land und See im Mittelpunkt. „Medic Quadriga“ wiederum trainiert den Lufttransport Verwundeter aus Litauen nach Deutschland. Der vierte Baustein ist die sogenannte Realunterstützung innerhalb Deutschlands, bei der die Bundeswehr und zivile Einsatzkräfte eng zusammenarbeiten. Beteiligt sind u.a. die Malteser, Johanniter, der Zivilschutz, die ADAC-Luftrettung, das DRK, die DLRG, die DRF-Luftrettung sowie weitere Hilfsorganisationen.
Mit der groß angelegten Übung am Berliner Flughafen „Medic Quadriga 2026“ haben die Malteser mit Patiententransportgruppen den Ablauf unterstützt und waren Teil der Rettungskette, indem sie die „Verletzten“ nach der Ankunft am Flughafen abtransportiert haben. Ebenso wirkten mehrere Johanniter‑Einheiten aus Südbrandenburg mit, darunter Einsatzkräfte der MTF 18 aus Cottbus und Dahme‑Spreewald. Sie unterstützten die medizinische Versorgung und stellten die logistischen Abläufe rund um die Aufnahme, Sichtung und Weiterverlegung von „Verwundeten“ sicher. Ebenfalls Teil des Szenarios war der Rettungswagen Infektion (RTW-Infektion) des Landkreises Dahme-Spreewald, der durch die Johanniter Südbrandenburg besetzt wird. Darüber hinaus war auch die noch junge Verwundetentransportkomponente 100 der Johanniter (VTpK-JUH100) in das Übungsgeschehen eingebunden.

