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BAND sieht keinen Notarztmangel in Deutschland

04.12.2013, 10:04 Uhr

Foto: Archiv

Notfallsanitäter seien kein Ersatz für Notärzte

Die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften Notärzte Deutschlands (BAND) hat eine Stellungnahme zum „Notarztmangel“ veröffentlicht. Darin widerspricht sie „dem generellen Vorwurf, dass es in Deutschland nicht genügend Notärzte gibt.“ Über die Zusatzqualifikation Notfallmedizin verfügen nach Angabe der BAND bundesweit ca. 80.000 Ärzte. Lege man einen Bedarf von ca. 20 Notärzten pro Standort zugrunde, sollten bei derzeit etwa 2.000 Notarztstandorten rund 40.000 Notärzte vorhanden sein. „Damit kann nicht von einem Mangel an Notärzten gesprochen werden.“

Als mögliche Lösung des Verteilungsproblems schlägt die BAND vor, notfallmedizinisch qualifizierte Ärzte aus Kompetenzzentren in Ballungsgebieten gegen entsprechende Vergütung zeitlich begrenzt an Standorte in ländlichen Regionen zu entsenden. „Eine weitere Möglichkeit den Notarztdienst attraktiver zu gestalten, wäre die Finanzierung abzukoppeln von der Einsatzzahl und auf eine Bereitschaftsdienstvergütung umzustellen.“ Keine Lösung sei hingegen der Ersatz des Notarztes durch den zukünftigen Notfallsanitäter, „auch wenn dessen Befugnisse durch ein neues Gesetz ausgeweitet werden.“

Die BAND geht mit der Stellungnahme auf die Forderung der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) nach Schaffung eines Facharztes für Notfallmedizin ein. Aufgrund dieser Forderung ist die DGINA von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) als förderndes Mitglied ausgeschlossen worden (mehr dazu hier). Auch die BAND lehnt eine weitere Spezialisierung ab: „Der Schwerpunkt einer Facharzttätigkeit im Bereich Notfallmedizin wird im klinischen Bereich in den Zentralen Notaufnahmen liegen und nicht im Notarztdienst. Für die Tätigkeit als Notarzt ist eine über die derzeitige Qualifikation hinausgehende zusätzliche Qualifikation als Facharzt nicht erforderlich.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch im Artikel „Gute Zeiten, schlechte Zeiten? Ärztemangel und die Folgen für den Rettungsdienst“ von Dr. Hartwig Marung in der aktuellen RETTUNGSDIENST. Den Artikel können Sie sich hier herunterladen.

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