Gestern hat Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner in Schweinfurt den Startschuss für die Ausweitung des Einsatzes von Distanzelektroimpulsgeräten (DEIG; auch Taser genannt) im Wach- und Streifendienst der Bayerischen Polizei gegeben. Bislang wird das Gerät in geschlossenen Einheiten und den Unterstützungskommandos (USK) der Bayerischen Polizei eingesetzt. Laut Kirchener solle in der sechsmonatigen Pilotphase geprüft werden, wie sich der Einsatz von DEIG bei größeren Polizeiinspektionen auch für den Wach- und Streifendienst bewähre. Gerade bei unübersichtlichen und dynamischen Einsatzlagen könne der Taser einen entscheidenden Beitrag zur Deeskalation leisten. Außerdem sollen die Einsatzfähigkeit und Sicherheit der Einsatzkräfte gestärkt werden. Pilotbehörden sind die Polizeiinspektionen Augsburg Mitte, Regensburg Süd und Schweinfurt. Die Ergebnisse der Pilotierung werden anschließend von einer Arbeitsgruppe umfassend evaluiert.
Die Wirksamkeit des Einsatzmittels werde durch Zahlen belegt. Im vergangenen Jahr sei der Taser in 158 Einsatzlagen zur Anwendung gekommen. In 119 Fällen habe bereits die Androhung ausgereicht, um die Situation zu entschärfen. Laut Bayerns Innenstaatssekretär habe sich das DEIG in den letzten Jahren in mehreren hundert Fällen als wirkungsvoll erwiesen und leiste damit einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Einsatzkräfte und aller Beteiligten. In den allermeisten Fällen seien die Angreifer durch den Taser-Einsatz unverletzt geblieben.

