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BBK stellt modulares Warnsystem vor

14.09.2012, 09:09 Uhr

Fotos: T. Trütgen

MoWaS Weiterentwicklung von SatWaS

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat ein neues modulares Warnsystem als gemeinsames Projekt von Bund, Ländern und Kommunen vorgestellt. Am 12. September fand in der Zivilschutzverbindungsstelle Kalkar, die sich auf dem NATO-Kasernengelände in Uedem befindet, eine Pressekonferenz statt, auf der das MoWaS vorgestellt wurde. Es gilt als Weiterentwicklung des SatWaS und wird viele weitere Alarmierungsmöglichkeiten und Informationswege enthalten.

Bereits am 15. Oktober 2001, also nur einen Monat nach den Terroranschlägen in New York, nahm der Bund das satellitengestützte Warnsystem SatWaS in Betrieb. SatWaS ermöglicht es, sekundenschnelle Warnmeldungen und Gefahrendurchsagen mit höchster Priorität über Satellit an die angeschlossenen Medien und Multiplikatoren weiterzugeben. Das Prinzip der zeitgleichen Warnung und die Versorgung der Bevölkerung mit Basisinformationen zum bevorstehenden oder eingetretenen Ereignis, etwa die Warnung vor drohendem Hochwasser oder vor einer Giftgaswolke nach einem Chemieunfall, ist gewährleistet. SatWaS soll zu den modernsten Warnsystemen der Welt zählen, hat aber aus Sicht der BBK-Experten eine entscheidende Schwachstelle: SatWaS hat keine Weckfunktion. Deshalb setzen einige Kommunen auf regionale Eigenlösungen, wie etwa die Verwendung des Systems KatWarn vom Fraunhofer Institut.

Seit dem Jahr 2009 sind im Rahmen einer technischen Machbarkeitsstudie die Leitstellen Elmshorn (Schleswig-Holstein), Stade (Niedersachsen) und die Warnzentrale Bonn an MoWaS angeschlossen. NRW prüft derzeit an den Pilotstandorten Köln für Ballungsräume und Steinfurt für ländliche Regionen, wie sich bereits vorhandene kommunale Warnstrukturen in MoWaS einbinden lassen.

In der laufenden Ausbauphase, die nach Angaben des BBK bis Ende 2013 abgeschlossen sein soll, werden in den Bundesländern je ein Redundanz-Standort mit dem neuen System ausgestattet. Ergänzend werden die in den Lagezentren der Innenministerien der Länder bestehenden SatWaS Sende- und Empfangssysteme auf MoWaS umgerüstet. Mit Abschluss der Ausbauphase ist MoWaS dann auf der Ebene der Innenministerien und mindestens einem Redundanzstandort in jedem Bundesland vorhanden. Der Bund rüstet sein bestehendes SatWaS in den Zivilschutzverbindungsstellen und dem Lagezentrum BMI ebenfalls auf MoWaS um. Hiermit hat der Bund sichergestellt, im Falle seiner Zuständigkeit jederzeit eine Warnung der Bevölkerung auslösen zu können. Sämtliche Kosten bis einschließlich der Ausbauphase werden vom Bund getragen. Für die weiteren Ausbauwege sind die Länder und Kommunen verantwortlich. Die detaillierten Warnmöglichkeiten, die in MoWaS integriert werden sollen, wird IM EINSATZ demnächst näher beleuchten.

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