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Bergwacht testet neues Seilfahrgerät

27.01.2015, 14:07 Uhr

Fotos: BRK BGL

Bahnbetreiber optimiert Rettungskonzept

Steht die Predigtstuhlbahn (Bad Reichenhall) und fährt nicht mehr, stehen Bergwacht und Bahnbetreiber vor einer großen Herausforderung – einem Evakuierungsszenario, das während der letzten 86 Jahre noch nie eingetreten ist. Im Extremfall müssen aber bis zu 25 Passagiere aus großer Höhe aus der Gondel gerettet oder gegebenenfalls in der Gondel medizinisch versorgt werden. Der Bahnbetreiber hat nun sein Sicherheitskonzept weiter optimiert und zwei Einmann-Seilfahrgeräte beschafft, mit denen im Notfall ein Bergretter von der Bergstation aus über das Zugseil zur Gondel hinab fahren kann, um die Fahrgäste dort zu betreuen oder medizinisch zu versorgen.

Nach einem Trockentraining testete der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Nik Burger als Erster das Einmann-Seilfahrgerät. Am Laufwerk der Gondel angekommen, muss das Fahrgerät in Höhe der Laufrollen ausgehängt werden, dann kann man in die Kabine einsteigen. „Wichtig ist, dass unsere Leute Erfahrungen sammeln können, und das geht nur bei realitätsnahen Übungen unter Einsatzbedingungen, nicht im Trockenraum und im Trainingsanzug, bei angenehmen Temperaturen und Windstille“, erklärt Burger.

Die Bergretter Walter Assmann, Hans Lohwieser und Christoph Trübenbacher testeten zusätzlich eine andere Art der Rettung: Mit einer Hilfskabine fuhren sie zusammen mit den Fachleuten der Seilbahn die Strecke der Bahn ab. So besteht die Möglichkeit mit der Hilfsgondel sofort einzugreifen und die Fahrgäste abzuholen, wenn vertretbare Rettungsbedingungen vorliegen, also z.B. kein zu starker Wind weht.

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