S+K Verlag
Der einzige Fachverlag für
Notfallmedizin in Deutschland.
Bücher, Zeitschriften und Nachrichten
rund um das Thema Rettungsdienst.

Bettenmeldung an das DIVI-Intensivregister ab sofort Pflicht

16.04.2020, 11:54 Uhr

Foto: BRK BGL

Daten sollen helfen, die Auslastung von Intensivstationen vorherzusagen


Ab sofort müssen Kliniken mit Intensivstation jeden Tag bis 9.00 Uhr ihre aktuellen Bettenkapazitäten an das DIVI-Intensivregister melden. Das geht aus der neuen sogenannten „DIVI-Intensivregister-Verordnung“ hervor, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor wenigen Tagen erlassen hat, die Übergangsfrist endet heute. Neben der Registrierung im DIVI-Intensivregister müssen die teilnehmenden Kliniken auch einmal wöchentlich der eigenen Landesbehörde für die Krankenhausplanung nachweisen, dass sie die Daten täglich übermittelt haben. Vorrangiges Ziel des DIVI-Intensivregisters sei es, die Verfügbarkeiten von Beatmungsbetten und von erweiterten Therapiemaßnahmen bei akutem Lungenversagen in Deutschland zu visualisieren.

Aktuell sehen die teilnehmenden Kliniken alle notwendigen Daten in einem geschützten internen Bereich. Laut Professor Christian Karagiannidis, Sprecher der DIVI-Sektion „Lunge –Respiratorisches Versagen“, sollen jedoch immer mehr Daten im Rahmen der technischen Möglichkeiten öffentlich ausgespielt werden. Dazu gehören z.B. die Anzahl der bereits belegten Betten, die Anzahl der insgesamt belegbaren Betten sowie eine Einschätzung dazu, wie viele Neuaufnahmen in den kommenden 24 Stunden möglich wären. Darüber hinaus werden auch die Kapazitäten an nicht-invasiven und invasiven Beatmungsmöglichkeiten abgefragt. Auch vorhandene Plätze zur zusätzlichen extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) werden im DIVI-Intensivregister erfasst. Um ein vollständiges Bild zu erhalten, müssen Krankenhäuser einmalig die Zahl ihrer aufgestellten Intensivbetten zum Stand 1. Januar 2020 melden. Ebenfalls zu übermitteln sind die Anzahl von Patienten mit einer Covid-19-Infektion, die intensivmedizinisch behandelt werden, die beatmet werden oder die seit dem 1. Januar 2020 aus dem Krankenhaus entlassen wurden. „Unser nächstes großes Etappenziel ist das Bereitstellen von validen Prognosemodellen für die gesamte Bundesrepublik. Anhand derer kann die Auslastung von Intensivstationen sowie die Entwicklung von Intensivmedizinischen Covid-19-Behandlungen für einige Wochen vorausgesagt werden“, erklärt Karagiannidis. Ziel sei, diese Prognosemodelle bis Ende April zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus entwickeln die Experten derzeit Kartenmodelle, aus denen sich die exakte Situation in einzelnen Landkreisen ablesen lässt.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
KontaktRSS Datenschutz Impressum