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Bewältigung des Schneechaos: Großeinsatz für den Katastrophenschutz

28.11.2005, 09:56 Uhr

Foto: Holger Scholl

Nach schweren Schneefällen und Vereisungen sind am vergangenen Freitag, dem 25. November, in Westfalen und im südwestlichen Niedersachsen der Straßen-, Bahn- und Flugverkehr und die Stromversorgung nahezu völlig zusammengebrochen. Auf den Autobahnen entstanden in der Nacht zum Samstag erhebliche Staus mit einer Länge bis zu 50 km. Selbst Fahrzeuge des Winterdienstes kamen oftmals nicht mehr weiter. In der betroffenen Krisenregion waren 250.000 Menschen ohne Strom, derzeit warten immer noch 120.000 Einwohner darauf.

Die Katastrophenschutzorganisationen befinden sich seit Freitagabend mit 4.000 ehrenamtlichen Helfern ununterbrochen im Großeinsatz. Neben der Versorgung von eingeschlossenen Autofahrern müssen Kliniken, Altenheime und öffentliche Einrichtungen mit Strom versorgt werden. Unterstützung kam auch durch die Bundeswehr, die sich ebenfalls mit schwerem Gerät und Spezialisten am Katastropheneinsatz beteiligte. Neben Instandsetzungsarbeiten wurden Stadthallen und der Luftschutzbunker des Hauptbahnhofs Münster zu Notunterkünften umfunktioniert, um die Bevölkerung mit warmen Mahlzeiten zu versorgen und den Betroffenen eine warme Unterkunft zu bieten.

Am Samstag setzten sich unter extremen Wetterbedingungen Einheiten des Katastrophenschutzes in Konvois aus allen Teilen der betroffenen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in Marsch, um in der Katastrophenregion die größte Not lindern zu helfen. Auch das Nachbarbundesland Hessen schickte in der Nacht von Samstag auf Sonntag 300 Angehörige von Feuerwehr, THW, Rettungs- und Sanitätsdienst mit 75 Einsatzfahrzeugen und 180 Notstromaggregaten in den Raum Münster/Westfalen, wo die überörtliche Hilfe dringend gebraucht wurde. Auch der Energieversorger RWE hat bundesweit 400 Spezialisten in die Katastrophenregion entsandt. Am Sonntagabend hat sich die Lage zwar leicht entspannt, dennoch blieb der Katastrophenalarm in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt weiter bestehen. (Scholl)

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