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Bundesweites Register zur Analyse von MANV-Lagen eingeführt

10.06.2026, 13:11 Uhr

Foto: DGKM

Datenbasis zur Bewältigung künftiger Einsätze


Das bundesweite MANV-Register ist kürzlich offiziell an den Start gegangen. Mit dieser neuen Plattform schafft die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM) erstmals eine strukturierte Grundlage zur Erfassung und wissenschaftlichen Analyse von Massenanfällen von Verletzten und Erkrankten (MANV). Ziel ist es, Erkenntnisse aus realen Einsatzlagen zu gewinnen und die medizinisch-organisatorische Bewältigung zukünftiger Ereignisse kontinuierlich zu optimieren. Das Register versteht sich als Instrument für Forschung, Qualitätssicherung und den interdisziplinären Wissenstransfer. Langfristig soll es dazu beitragen, evidenzbasierte Empfehlungen für die Katastrophenmedizin und den Bevölkerungsschutz abzuleiten. Im Fokus sollen dabei nicht personenbezogene Patientendaten stehen, sondern ausschließlich medizinisch-organisatorische Einsatzdaten. Auf Basis umfangreicher Vorarbeiten wurden zunächst 498 potenzielle Datenelemente identifiziert und in einem mehrstufigen Konsensverfahren bewertet.

Am Aufbau des Registers wirkten insgesamt 115 Experten mit, die aus 34 Organisationen und Verbänden sowie aus zahlreichen weiteren Einzelinitiativen aus Rettungsdienst, Medizin, Wissenschaft und Bevölkerungsschutz kamen. Zusätzlich brachten sich weitere Fachleute nach einem öffentlichen Aufruf der DGKM und über soziale Medien ein. Die gesamte Entwicklung wurde vollständig ehrenamtlich getragen. Nach drei Konsensrunden sowie einer bundesweiten Online-Konsensuskonferenz wurde ein Kerndatensatz mit 97 Items definiert. Ergänzend fließen automatisch generierte Informationen wie Summenwerte oder Wetterdaten ein. Die erfassten Inhalte umfassen ein breites Spektrum – von Stammdaten und Einsatzgrunddaten über Schadenslage und Sichtungsprozess bis hin zu Einsatzmitteln und zeitlichen Abläufen.

Von Beginn an wurde das Register so konzipiert, dass es sich nahtlos mit bestehenden Systemen verknüpfen lässt. Über eine einheitliche MANV-ID können in Zukunft Schnittstellen zu etablierten Registern wie dem TraumaRegister DGU®, dem Deutschen Reanimationsregister oder AKTIN geschaffen werden. Auf diesem Wege sollen wissenschaftliche Auswertungen vereinfacht und die Versorgungsforschung weiter optimiert werden. Teilnehmen können sowohl beauftragte Einzelpersonen als auch regional zuständige Stellen. Erfasst werden dabei nicht nur aktuelle, sondern auch zurückliegende Einsatzereignisse. 

Perspektivisch soll das Register um weitere Module – etwa zu CBRN‑Lagen oder lebensbedrohlichen Einsatzsituationen – ausgebaut werden. Zudem ist geplant, auch Übungen und Flächenlagen einzubeziehen und technische Schnittstellen zu Dokumentations‑ sowie Leitstellensoftware zu schaffen.

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