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Coronavirus-Pandemie ist auch eine psychosoziale Krisenlage

11.03.2021, 08:49 Uhr

Foto: S. Thierbach

Positionspapier fordert stärkere Berücksichtigung dieser Aspekte


Namhafte Expertinnen und Experten aus dem Bereich des psychosozialen Krisenmanagements, die in den Bezugsdisziplinen der Psychologie, der Pädagogik, der Soziologie, der Sozialarbeitswissenschaft, der Theologie und der Gesundheitswissenschaften tätig sind – darunter Autoren des S+K-Verlags – haben ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht, in dem eine stärkere Berücksichtigung psychosozialer Aspekte im Corona-Krisenmanagement gefordert wird. Die Verfasser betonen, dass bei der Entscheidungsfindung, die auf einer breiten wissenschaftlichen Expertise beruhen sollte, auch die gesellschaftlichen und psychosozialen Folgen von Eindämmungsmaßnahmen berücksichtigt werden müssten.

Die psychosoziale Situation der Bevölkerung werde in den meisten Lageberichten behördlicher Stellen bislang nicht aufgegriffen. Die alleinige Fokussierung auf die R-Werte, Raten positiver Tests sowie die Zahlen Infizierter sowie Verstorbener könne jedoch keine ausreichende Handlungsgrundlage für das Krisenmanagement sein. Die Lagebilder seien daher auf allen Ebenen dringend um Angaben, Zahlen, Daten und Fakten zur psychosozialen Situation der Bevölkerung zu ergänzen. Darin müssten das Erleben und Verhalten der Bevölkerung bzw. einzelner Bevölkerungsgruppen erfasst sowie Risiken, Ressourcen, Bedarfe und Bedürfnisse analysiert werden, sodass daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Interventionen und ggf. unterstützende Maßnahmen abgeleitet werden könnten.

Dringend empfohlen wird die Nutzung der Expertise entsprechend qualifizierter Fachberater in den unterschiedlichen Krisenstäben. Dort, wo diese nicht verfügbar seien, sei so rasch wie möglich für entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen zu sorgen. Und wo bislang noch keine Strukturen für die Einbindung psychosozialer Expertise vorhanden seien, müssten diese dringend geschaffen werden. Dies gelte insbesondere für die Krisenstäbe auf der kommunalen und regionalen Ebene, weil diese unmittelbar mit den psychosozialen Auswirkungen der Krisenzeit auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen konfrontiert seien und die Bedarfsplanung für psychosoziale Unterstützungsangebote insbesondere hier anzusiedeln sei.

Das Positionspapier steht hier zum Download zur Verfügung.

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