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Deutsche rescEU‑CBRN‑Dekontaminationskapazität bei Großübung erprobt

04.06.2026, 09:50 Uhr

Foto: S. Drolshagen

800 Einsatzkräfte und 400 Statisten beteiligt


Im Rahmen der „resConEx’26“ im RheinEnergie‑Stadion Köln trainierten gestern Einsatzkräfte von THW, Bundespolizei (BPOL), BBK und der Stadt Köln den Umgang mit CBRN‑Gefahrenlagen unter realistischen Bedingungen. Im Mittelpunkt stand die Erprobung der deutschen rescEU‑CBRN‑Dekontaminationskapazität, die bis Jahresende vollständig einsatzfähig sein und künftig im Rahmen des Europäischen Katastrophenschutzverfahrens (UCPM) europaweit unterstützen soll. Gleichzeitig wurden gemeinsame Einsatzabläufe geübt, um die behördenübergreifende Zusammenarbeit weiter zu stärken.

Mit der Großübung unterstreichen Bund und Europäische Kommission ihre gemeinsame Vorsorge gegenüber außergewöhnlichen CBRN‑Gefahrenlagen. Das rescEU‑Programm ergänzt seit 2019 die Fähigkeiten der Mitgliedstaaten bei Krisen, die einzelne Länder allein kaum bewältigen können. Die deutsche CBRN‑Dekontaminationskapazität umfasst mehrere spezialisierte Einheiten, die kontaminierte Personen, Fahrzeuge, Gebäude und Infrastruktur reinigen sowie kontaminierte Gegenstände oder Beweismittel sicher verpacken. Unterstützungseinheiten stellen zudem Logistik, Versorgung und Infrastruktur für den gesamten Einsatz bereit.

Insgesamt waren rund 800 Einsatzkräfte, 400 Statisten sowie 250 Beobachtende aus 15 Ländern an der Übung beteiligt. Ein Team aus 100 Personen, bestehend aus THW, BPOL und BBK, organisierte und leitete die Übung. Finanziert wurde sie von der Europäischen Kommission, dem Bundesinnenministerium, dem THW und der Bundespolizei.

Ausgangsszenario war eine simulierte Explosion im Umfeld einer internationalen Sportveranstaltung. Dabei wurden gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt, die sich über Teile des Stadiongeländes ausbreiteten und Personen, Fahrzeuge sowie Infrastruktur kontaminierten. Die Einsatzkräfte evakuierten betroffene Bereiche, richteten Dekontaminationsstrecken ein und trainierten die Dekontamination von insgesamt 400 Personen. Zusätzlich dekontaminierten sie 50 Fahrzeuge sowie Geräte und Infrastruktur. Außerdem wurden spezielle Sammelsysteme für kontaminierte Abwässer und Abfälle betrieben.

Die Übung fand mehrere Tage lang im und rund um das Stadion statt. Auf dem Stadionparkplatz entstand eine „Base of Operation“; ein Camp zur Unterbringung und Versorgung der Einsatzkräfte der rescEU‑CBRN‑Dekontaminationskapazität. Kräfte der Stadt Köln und des Landes Nordrhein-Westfalen stellten u.a. den „Host Nation Support“, die organisatorische Hilfe vor Ort, sicher und unterstützten Logistik, Absicherung und Infrastruktur.

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