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Eigensicherung für Helfer an Unfallstellen

19.09.2011, 12:33 Uhr

Foto: JUH

Johanniter und Polizei schulen Retter

Ein tragischer Unfall, bei dem im Sommer 2011 ein junger Johanniter-Retter bei einer Erste-Hilfe-Leistung in seiner Freizeit tödlich verletzt wurde, war Anlass für die Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen, das Thema Eigensicherung intensiv aufzugreifen. Speziell entwickelte Schulungen sollen künftig dazu beitragen, die Eigensicherung vermehrt im Bewusstsein der Helferschaft zu verankern, denn Eigensicherung an Unfallstellen schützt das Leben von Ersthelfern und Einsatzkräften. Zur Umsetzung des Projektes konnte die Polizei Niedersachsen gewonnen werden.

Die Kick-Off-Veranstaltung fand am 6. September 2011 in der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover statt. Rund 20 Mitarbeiter mit Multiplikatorenfunktion aus den Bereichen Rettungsdienst, Schule, Schnell-Einsatz-Gruppen und Motorradstaffel nahmen daran teil. Ulrike Krupitzer und Peter Schiersching, Polizeikommissare der Autobahnpolizei Hannover, stellten das Fortbildungskonzept „Maßnahmen zur Eigensicherung auf Bundesautobahnen und mehrspurigen Schnellstraßen“ vor, das 2010 auf Veranlassung des Niedersächsischen Innenministeriums entwickelt wurde. Ziel der Fortbildung ist es, Gefahren zu kennen und standardisierte Verhaltensmuster der Eigensicherung zu erlernen.

Nach dem theoretischen Teil folgte auf einem stillgelegten Autobahnteilstück der erste Praxistest, bei dem die Teilnehmer mit Einsatzfahrzeugen eine Realsituation darstellen mussten. „Die Reaktionszeit der anderen Verkehrsteilnehmer muss frühzeitig mit verschiedenen Signalen wie beispielsweise Warndreiecken und Signallampen beeinflusst werden“, erklärt Kersten Enke, Bereichsleiter Bildung im Landesverband Niedersachsen/Bremen und Schulleiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover. „Einsatzfahrzeuge sind nach bestimmten Regeln so zu platzieren, dass ein geschützter Raum zum sicheren Helfen entsteht“, erläutert Enke weiter.

Landesvorstand Klaus Schöppach, der diese Schulung initiierte, nahm mit seinem Stauhilfemotorrad auch selbst daran teil: „Die heutige Fortbildung markiert den Start einer Initiative, die stetig weiterentwickelt werden muss. Verbesserungspotentiale müssen entdeckt und umgesetzt werden, um unsere Helfer bestmöglich zu schützen und zu unterstützen. Zudem dient dieses Programm auch dem Schutz weiterer Beteiligter an Einsatz- und Unfallstellen“, so Schöppach.

In einem nächsten Schritt soll betrachtet werden, ob die Ausstattung der Fahrzeuge mit Leuchten, Warnsignalen und Absperrpylonen noch weiter optimiert werden kann. Ralf Sick, Bereichsleiter Bildung, Erziehung und Ehrenamt im Johanniter-Bundesverband, kann sich im Verlauf des Projektes die Erstellung eines Leitfadens zu dem Thema vorstellen. „Das Thema könnte bundesweit in Ausbildungskonzepten ergänzt werden, das Thema Eigensicherung sollte einen größeren Stellenwert bekommen“, plant Sick. „Wir sind sehr gern bereit, im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten und der zahlreich gepflegten Kooperationen unser Know-how in der Eigensicherung auf Schnellstraßen mit weiteren Bedarfsträgern aus dem BOS-Bereich zu teilen“, sagt Uwe Hollstein, Leiter Zentraler Verkehrsdienst der Polizeidirektion Hannover.

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